Finance & Freedom Renten-Realität: 2.330 Euro – und jeder Fünfte armutsgefährdet

Renten-Realität: 2.330 Euro – und jeder Fünfte armutsgefährdet

Armutsgefährdung: 18,9 Prozent – höher als im Bevölkerungsdurchschnitt

Die Armutsgefährdungsquote für Ruheständler ab 65 liegt bei 18,9 Prozent – deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 16,1 Prozent. Konkret: Mehr als 3,5 Millionen ältere Menschen gelten als armutsgefährdet, weil ihr Einkommen unter der jeweiligen Armutsgefährdungsschwelle liegt.

Besonders betroffen sind Frauen mit einer Quote von 21,3 Prozent, während Männer bei 17,3 Prozent liegen. Die Gründe sind bekannt: unterbrochene Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit, niedrigere Löhne. Doch politisch passiert wenig. Stattdessen wird die Rente mit 67 verteidigt, während die Altersarmut steigt.

Einkommensstruktur: 93 Prozent Rente – keine Diversifikation

93 Prozent des Einkommens von Rentner-Haushalten stammen aus Renten und Pensionen. Nur vier Prozent kommen aus Vermögen, zwei Prozent aus Transferleistungen wie Grundsicherung, ein Prozent aus Erwerbstätigkeit. Diese extreme Abhängigkeit von einer einzigen Einkommensquelle ist wirtschaftspolitisch riskant.

Wer keine Vermögenswerte aufbauen konnte, ist der Rentenpolitik ausgeliefert. Und die Aussichten sind düster: sinkende Rentenniveaus, steigende Lebenshaltungskosten, explodierende Energiepreise. Für viele Ruheständler bedeutet das: Verzicht statt Lebensabend.

Business Punk Check

Die Renten-Realität entlarvt das Märchen vom sorgenfreien Ruhestand. 2.330 Euro klingen nach Mittelschicht, sind aber für Millionen Menschen die Grenze zur Altersarmut. Besonders perfide: Die Politik feiert jede Mini-Rentenerhöhung, während die Inflation die Kaufkraft auffrisst. Die wahre Vermögensschere zeigt sich nicht im monatlichen Einkommen, sondern in der Abhängigkeit von einer einzigen Einkommensquelle. Wer keine Immobilien, Aktien oder Kapitalerträge hat, steht mit dem Rücken zur Wand.

Die Zahlen von Destatis beweisen: Altersarmut ist kein Randphänomen mehr, sondern betrifft fast jeden Fünften. Und die Tendenz steigt. Für Unternehmen bedeutet das: Der Markt der Senioren ist gespalten – in eine kaufkräftige Minderheit mit Vermögen und eine wachsende Mehrheit, die jeden Euro zweimal umdrehen muss. Wer diese Zielgruppe erreichen will, braucht Preismodelle, die diese Realität abbilden. Und für die Politik gilt: Solange Vermögensaufbau Privileg bleibt statt Standard, wird Altersarmut weiter steigen.

Quellen: Bild, Destatis, Berliner-zeitung, Destatis, Destatis, Berliner-zeitung, Statista, Tz, Destatis, Destatis

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