Green & Generation Gaskraftwerke: Brüssel gibt 35 Milliarden frei & Verbraucher zahlen später mit

Gaskraftwerke: Brüssel gibt 35 Milliarden frei & Verbraucher zahlen später mit

Umweltverbände sehen fossile Lock-ins

Nicht alle teilen die Einschätzung, dass hier nur eine befristete Brückentechnologie gefördert wird. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert, dass das zugrunde liegende Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz faktisch fossile Gaskraftwerke bevorzuge und gegen EU-Beihilfe- sowie Wettbewerbsrecht verstoße; sie hatte ein förmliches Prüfverfahren gefordert, statt einer beschleunigten Genehmigung.

Auch Green Planet Energy warnt vor zusätzlicher Gasabhängigkeit und sieht zentrale Prinzipien der EU-Leitlinien für Klima-, Umwelt- und Energiebeihilfen verletzt. Die Bundesregierung hält dagegen an ihrem Zeitplan fest: Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen, bis 2038 soll der Kohleausstieg vollzogen sein. Ob sich Kraftwerke, die 2031 ans Netz gehen und formal wasserstofffähig sind, tatsächlich rechtzeitig klimaneutral betreiben lassen, bleibt eine offene Wette auf die Zukunft.

Business Punk Check

Fakt ist: Die EU hat 35 Mrd. Euro Staatshilfe für Gaskraftwerke genehmigt, finanziert über eine erst ab 2031 wirksame Verbraucherumlage. Fakt ist auch, dass Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe und Green Planet Energy die Vereinbarkeit mit EU-Beihilferecht öffentlich anzweifeln.

Interpretation: Eine Regierung entscheidet über Milliardensummen, deren konkrete Preisfolgen für Verbraucher noch niemand seriös beziffern kann. Offene Frage: Ob die versprochene Wasserstoff-Umrüstung bis 2045 tatsächlich kommt oder die Gaskraftwerke am Ende länger fossil laufen als geplant.

Auf einen Blick

  • Die EU-Kommission hat eine deutsche Förderung von bis zu 35 Mrd. Euro für neue Gaskraftwerke genehmigt.
  • Finanziert wird die Maßnahme über eine Strompreis-Umlage, die ab 2031 parallel zum neuen Kapazitätsmarkt greifen soll.
  • Erste Auktionsrunden für den Kraftwerksbau starten bereits im September, eine zweite Runde folgt Ende des Jahres.
  • Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe und Green Planet Energy halten das Fördermodell für unvereinbar mit EU-Beihilferecht.

Quellen: Handelsblatt, WirtschaftsWoche, Br, Deutschlandfunk, Green-planet-energy, W3, ki-unterstützt

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