style & design

iPhone Duo für 2.000 Dollar: Diese Walkman-App geht schon viral

So sieht ein Original Walkman von Sony aus.
Unsplash So sieht ein Original Walkman von Sony aus.
Erschienen
Lesezeit3 Min · 545 Wörter

Noch ist das iPhone Duo nicht im Handel, doch Entwickler verwandeln Apples erstes faltbares Smartphone bereits in einen Walkman und ein Akkordeon. Das Gerät kostet knapp 2.000 Dollar und genau dafür braucht es Gründe jenseits der Spezifikationen.

Eine App mit vier Stunden Bauzeit erzeugt vor dem Marktstart mehr Gesprächsstoff als manche Werbekampagne. Der Haken: Aufmerksamkeit ist nicht Umsatz und aus einem Hackathon-Gag wird noch kein Gerät, das Frühanwender für fast 2.000 Dollar kaufen.

Vier Stunden, 1,8 Millionen Aufrufe

Der unabhängige iOS-Entwickler Vidit Bhargava baute beim Bitrig-Hackathon im September die App „Duo-Man“, eine virtuelle Walkman-Kassette. Öffnet man das Duo, wählt man das Album auf dem 7,6-Zoll-Display, klappt man es zu, läuft die Musik, bedient über das 5,4-Zoll-Display außen. Bhargava nahm dafür nach eigenen Angaben echte Tastenklicks und das Bandrauschen eines echten Walkmans auf. Sein Beitrag auf X kam laut TechCrunch auf 1,8 Millionen Aufrufe und knapp 10.000 Likes. Platz zwei beim Hackathon. Zum Download ist die App laut Phandroid bislang nicht verfügbar, sie ist ein Demo-Projekt.

Akkordeon, Pop-up-Buch, Nintendo-Klassiker

Bhargava ist nicht allein. Axios nennt weitere Experimente: „Accorduon“, ein virtuelles Akkordeon, das das Scharnier als Blasebalg nutzt, „Foldtales“, ein Pop-up-Buch mit 3D-Effekten, „Twofold“ für Tabletop-Spiele auf dem halb gefalteten Bildschirm und „Crate“, eine Beat-Maschine, die den Hackathon gewann. An einem Nintendo-DS-Emulator namens Delta wird demnach gearbeitet.

Auffällig ist das Muster: Kaum eine dieser Ideen braucht ein Faltgerät, um zu funktionieren, aber alle machen das Scharnier zum Bedienelement. Das Gerät wird nicht als größeres Display genutzt, sondern als Instrument.

Die Rechnung hinter der Euphorie

Apple hat das iPhone Duo laut TechCrunch am 9. September 2026 vorgestellt. Nach Angaben von PC Games Hardware startet es ab 2.299 Euro für die Version mit 256 Gigabyte, Vorbestellungen sind ab dem 16. Oktober möglich, der Verkauf beginnt am 23. Oktober 2026. In den USA nennt Phandroid einen Preis von 1.999 Dollar. Axios sieht in den kreativen Apps einen möglichen Anreiz für Frühanwender, fast 2.000 Dollar auszugeben.

Ob aus viralen Demos Käufe werden, zeigt keine der Quellen. Spielerei sorgt für Reichweite, ein Gerät in dieser Preisklasse trägt sie nicht allein.

Was der Walkman wirklich verrät

Neue Gerätekategorien brauchen eine Geschichte, die man in zehn Sekunden erzählen kann. Genau die liefert Duo-Man: Man sieht das Scharnier, versteht sofort den Reiz, teilt das Video. Apple selbst hat diese Geschichte nicht schreiben müssen, das erledigt die Entwickler-Community vor dem Marktstart. Ob sie über den ersten Hype hinaus trägt, entscheidet sich an der Frage, ob die Apps nach dem Launch in den App Store kommen und dort Alltagsnutzen stiften.

Auf einen Blick

  • Apple hat das faltbare iPhone Duo am 9. September 2026 vorgestellt, Vorbestellungen sind ab dem 16. Oktober möglich, der Verkaufsstart ist am 23. Oktober 2026.
  • Das Gerät kostet in den USA 1.999 Dollar und in Deutschland ab 2.299 Euro für 256 Gigabyte, mit einem 7,6-Zoll-Innendisplay und einem 5,4-Zoll-Außendisplay.
  • Entwickler Vidit Bhargava baute beim Bitrig-Hackathon die Walkman-App „Duo-Man“, die laut TechCrunch 1,8 Millionen Aufrufe auf X erzielte, aber noch nicht zum Download bereitsteht.
  • Weitere Experimente sind ein virtuelles Akkordeon, ein Pop-up-Buch, eine Beat-Maschine und ein Spieltisch, wobei Axios darin einen möglichen Kaufanreiz für Frühanwender sieht, den die Quellen nicht belegen.

Quellen: Axios, TechCrunch, Phandroid, PC Games Hardware, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.