Kanye West will Likes auf Social Media abschaffen
Kanye West ist einer der erfolgreichsten Musiker unserer Zeit. Sein Erfolg beruht dabei nicht nur auf seinem musikalischen Können, sondern auch auf kluger Selbstvermarktung. Der US-Rapper inszeniert sich in der Öffentlichkeit mit polarisierenden Auftritten und Meinungen und erntet dadurch jede Menge Aufmerksamkeit – die Goldwährung im Zeitalter von Social Media. Und genau zu diesem Thema hat er sich nun zu Wort gemeldet. Aber ganz anders als man erwarten würde.
Likes für unser Ego
In diversen Tweets prangerte West die negativen Folgen unseres Bedürfnisses nach Aufmerksamkeit auf Social Media an. Konkret kritisierte er die Sichtbarkeit von Like- und Followerzahlen. Diese schade unserem Selbstwertgefühl. Deshalb solle man, so West, den Nutzern die Möglichkeit bieten, ebenjene Sichtbarkeit der eigenen Reichweite zu verbergen.
we should be able to participate in social media without having to show how many followers or likes we have. Just like how we can turn off the comments we should be able to turn off the display of followers. This has an intense negative impact on our self worth.
— ye (@kanyewest) 20. September 2018
Social media can be good but we have to hold the heads responsible for the psychological damage it sometimes causes. https://t.co/g81IBjqqaK
— ye (@kanyewest) 20. September 2018
Es dauerte nicht lange, bis sich Twitter-CEO Jack Dorsey bei West meldete. Dieser signalisierte auch gleich Gesprächsbereitschaft. Man denke schon seit längerer Zeit darüber nach, inwiefern man Twitter erneuern könne, so Dorsey.
Auch andere wichtige Personen aus dem Silicon Valley schrieben Kanye West. Ben Schwerin, der Vice President von Snapchat, sagte: „Es ist tut einem nicht gut, wenn man sich ständig mit dem vermeintlichen perfekten Leben der anderen vergleicht und sich so in einem ständigen Wettbewerb befindet.“ Deshalb habe man, so Schwerin, bei Snapchat von Anfang an auf Likes verzichtet. Am Ende fügte der Vice President noch hinzu: „Wir haben jede Menge coole Ideen – sag uns Bescheid, wenn du Zeit hast.“
Macht Social Media krank?
Wie auch immer man zu Social Media stehen mag, Kanye West trifft mit seiner Kritik einen wunden Punkt. Der Zusammenhang zwischen unseren Social-Media-Aktivitäten und unserem Wohlbefinden ist schon länger Gegenstand diverser Untersuchungen. Eine britische Studie fand zum Beispiel heraus, dass Jugendliche, die mehr als zwei Stunden pro Tag auf Facebook, Twitter oder Instagram unterwegs sind, häufiger an Depressionen erkranken. Macht uns Social Media also krank?
Vielleicht sollte man nicht gleich in Extreme verfallen. Facebook & Co. sind fester Bestandteil unseres Alltags. Wie die sozialen Netzwerke aber konzipiert und an den Endnutzer gebraucht werden, sollte immer wieder reflektiert werden. Kanye Wests Äußerungen regen zum Nachdenken an – und das hat bekanntlich noch niemanden geschadet.