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Mind over Machine: „Die Zukunft der Werbung ist nicht promptbar“

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Kim Notz
Erschienen
Lesezeit4 Min · 775 Wörter
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Business Punk: In Deiner Arbeit verbindest Du Markenführung mit Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Relevanz. Kann KI solche Themen glaubwürdig kommunizieren – oder braucht es dafür zwingend menschliche Perspektiven?

Kim Notz: „Ob es um Nachhaltigkeit, Diversität, Gleichberechtigung oder politische Positionierung geht – wer hier kommuniziert, übernimmt Verantwortung. Und Verantwortung beginnt nicht mit dem Prompt, sondern mit einer Haltung zur Welt. Mit Rückgrat, Ambiguitätstoleranz und der Bereitschaft, sich auch mal zu reiben.

KI hat keine Meinung. Sie liefert Varianten, keine Überzeugung. Sie kann uns helfen, Perspektiven zu sammeln, Widersprüche sichtbar zu machen, Debatten einzuordnen. Aber sie kann keine Position beziehen. Und sie spürt auch nicht, wann Sprache kippt, wann Worte verletzen oder verbinden.

Gerade bei sensiblen gesellschaftlichen und politischen Themen sind Nuancen entscheidend – Zwischentöne, Konnotationen, kulturelle Kontexte. Wer hier glaubwürdig kommunizieren will, braucht Menschen, die verstehen.“

Business Punk: Was macht für Dich eine starke Kreativkultur im KI-Zeitalter aus? Welche Fähigkeiten werden für Nachwuchstalente wichtiger – und welche verlieren an Bedeutung?

Frau Notz: „Eine starke Kreativkultur im KI-Zeitalter zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich bewusst von der reinen Effizienzlogik befreit. KI kann helfen, Prozesse zu beschleunigen – aber Kreativität braucht genau das Gegenteil: Freiheit, Reibung, Spiel. Sie lebt vom Zweifel, vom Ungeplanten, vom Mut zur Übertreibung. Und sie braucht Menschen, die nicht funktionieren, sondern denken. Laut. Anders. Unfertig.

Gute Führung in dieser neuen Zeit bedeutet nicht, noch mehr Struktur zu schaffen – sondern das Unfertige zu schützen. Chaos zuzulassen, nicht weil man unorganisiert ist, sondern weil man weiß: Ideen brauchen Raum. Und Vertrauen.

Wichtiger als Tools werden künftig Urteilsvermögen, Neugier, Ambiguitätstoleranz – und die Fähigkeit, das Ungewöhnliche nicht nur zu denken, sondern auch durchzusetzen. Wer diesen Raum nicht bietet, wird verlieren – nicht an Output, sondern an Bedeutung.“

Business Punk: Vervollständige diesen Satz: „Mind over Machine heißt für mich …“

Kim Notz: „…wer keine eigene Idee hat, wird auch mit KI keine bekommen. Die Maschine kann helfen, aber sie führt nicht. Kreativität beginnt nicht mit einem Prompt, sondern mit einer Perspektive. Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht dazu verleiten lassen, das Denken zu delegieren.“

Portrait Max Anzile

Max Anzile

Max Anzile hat die Social Media Pirates direkt aus der Uni heraus gegründet. Aus der Agentur ist die Holding Pirates World entstanden, die heute drei Bereiche bündelt: Social Media, Performance Marketing mit Black Flag Performance und künstliche Intelligenz mit der KI-Agentur AI Pirates. Max arbeitet täglich mit KI, entwickelt eigene Produkte damit und begleitet Unternehmen in der KI-Beratung. Er sieht in der Technologie vor allem Chancen und nutzt sie als Werkzeug, das gute Arbeit schneller und besser macht.