Musks Starship-Probleme verzögern NASA im Wettlauf gegen China
Beim 14. Testflug fielen mehrere Raptor-Triebwerke an Booster und Raumschiff aus. Die NASA braucht Starship für Artemis, der Zeitplan gerät unter Druck.
Testflug des Starship-Systems schaltete sich beim Aufstieg eines der 33 Raptor-3-Triebwerke des Super-Heavy-Boosters ab, bei der Rückkehr standen nur 31 statt 33 Antriebe zur Verfügung, kurz vor der Wasserung liefen lediglich 11 von 13 vorgesehenen Triebwerken. Auch am Raumschiff selbst fiel eines von sechs Triebwerken aus.
Das SpaceX-Flugkontrollteam erwog laut heise kurzzeitig einen Missionsabbruch, entschied sich aber, den Orbit zu erreichen und leitete anschließend aus Sicherheitsgründen eine vorzeitige Rückkehr ein. Ursprünglich war der Flug als rund zehnstündige Mission mit sechs Erdumrundungen geplant, tatsächlich kehrte das Starship schon nach etwa drei Stunden zurück. Immerhin gelang es, alle 26 Starlink-Satelliten wie vorgesehen im Orbit auszusetzen, weshalb SpaceX den Flug trotz der Ausfälle als Erfolg wertet.
Ausfälle mit Tradition
Die Probleme sind kein Einzelfall. Schon beim 13. Testflug zündeten einige Triebwerke beim ersten Startversuch nicht, sodass dieser abgebrochen werden musste und erst der zweite Versuch gelang. Beim Testflug von Starship V3 im Mai fiel ebenfalls ein Raptor-Triebwerk im äußeren Ring der Trägerrakete während des Starts aus. Die Häufung wirft die Frage auf, ob es sich um Einzelfehler oder ein strukturelles Designproblem handelt.
Dean Sladen, Luft- und Raumfahrtingenieur bei Accu Components, erklärte gegenüber heise, entscheidend sei, ob ein einmaliger Ausfall eines einzelnen Teils vorliege oder ein Designproblem, das Upgrades der gesamten Flotte benötige. Genau diese Unsicherheit macht die Triebwerke, unter Berufung auf Reuters zu den komplexesten und teuersten Komponenten der Rakete zählend, zum Risikofaktor für kommende Missionen. Je öfter sich Ausfälle über verschiedene Testflüge hinweg wiederholen, desto schwerer lässt sich die Serie als reiner Zufall abtun.
Landetest wird zur Nagelprobe
Beim nächsten Testflug soll die obere Raketenstufe erstmals kontrolliert auf der Erde landen, während bislang nur der Booster erfolgreich zur Startrampe zurückkehrte, zuletzt beim fünften Testflug im Oktober 2024. Dieser Landeversuch hängt direkt von der Zuverlässigkeit der Raptor-Triebwerke ab, denn ein Ausfall während des Landeanflugs würde die Kontrolle über die Rakete gefährden.
Sladen wies gegenüber heise darauf hin, dass jede Reparatur am Triebwerk, die zu einer Verzögerung der nächsten Flüge führe, einschließlich des geplanten Fangversuchs mit den Armen des Startturms, den Zeitplan beeinträchtige. Damit steht nicht nur ein technisches Detail auf dem Spiel, sondern der gesamte Testrhythmus, an dem sich die NASA für ihre Missionsplanung orientiert. Jeder verschobene Testflug bedeutet weniger Zeit, um das System bis zur geplanten Mondlandung ausreichend oft zu erproben.
Artemis-Zeitplan im Wettlauf
Die NASA hat die erste Mondlandung bereits verschoben: Artemis III wird 2027 zunächst zu einem Testflug im Erdorbit, die erste bemannte Mondlandung seit 1972 ist nun für 2028 vorgesehen, gilt aber vielfach als optimistisch angesetztes Ziel.
Zeitdruck entsteht auch durch China, das eigene Taikonauten 2030 auf den Mond bringen will. Für ihre Pläne ist die NASA auf ein zuverlässiges Starship angewiesen, dessen Triebwerke SpaceX bei den kommenden Testflügen erneut unter Beweis stellen muss, bevor an eine bemannte Mission überhaupt zu denken ist.
Auf einen Blick
- Beim 14. Testflug fielen ein Booster-Triebwerk beim Aufstieg, zwei bei der Rückkehr und zwei bei der Wasserung aus, zudem ein Triebwerk am Starship selbst.
- SpaceX brach die Mission deshalb vorzeitig ab, obwohl das Raumschiff den Orbit erreicht hatte.
- Ähnliche Triebwerksausfälle traten bereits beim 13. Testflug und beim Testflug von Starship V3 im Mai auf.
- Die NASA hat die erste bemannte Mondlandung bereits auf 2028 verschoben, während China 2030 eigene Taikonauten auf den Mond bringen will.
Quellen: Heise, KI-unterstützt