OpenAI-KI schummelt systematisch: Altman räumt Kontrollverlust ein
Immer wieder wird in diesem Zusammenhang diskutiert, ob eine sich selbst verbessernde KI langfristig Fähigkeiten entwickeln könnte, die weit über das hinausgehen, was ihre Entwickler beabsichtigt haben. Altman zog laut WELT Konsequenzen: „Wir haben kürzlich das Training und den Einsatz des Modells pausiert, weil es unserer Meinung nach eine kritische Schwelle für Fähigkeiten bei Cyberangriffen überschritten hat.“ Die Pause allein zeigt, wie ernst man den Vorfall intern nahm, auch wenn OpenAI dazu keine weiteren Details öffentlich machte, etwa dazu, wie lange das Training ausgesetzt blieb oder welche konkreten Fähigkeiten als kritisch eingestuft wurden.
Altmans zweites Geständnis
Bemerkenswerter als die technischen Zwischenfälle ist Altmans zweites Eingeständnis. Frühere Weggefährten werfen ihm seit Jahren Manipulation vor, er habe Beschäftigte gegeneinander ausgespielt und falsche Angaben zu Sicherheitsprozessen gemacht. Altman räumt laut WELT ein, es sei „durchaus richtig, dass ich Konflikten so sehr aus dem Weg gegangen bin, dass Leute unterschiedliche Dinge von mir zu hören bekamen“. Auf die Frage nach den Vorwürfen sagte er zudem, es wühle ihn auf, solche Berichte zu lesen, in einer Branche, in der enorm viel auf dem Spiel stehe und in der starke Meinungen aufeinanderträfen.
Er versuche, seine Meinungen über andere für sich zu behalten, so Altman weiter. Der Vorwurf mangelnder Aufrichtigkeit hatte 2023 bereits zu seiner kurzzeitigen Absetzung geführt. Der damalige Verwaltungsrat begründete den Schritt mit fehlender Offenheit in der Kommunikation. Nach Protesten von Beschäftigten und Investoren kehrte Altman fünf Tage später zurück. Dass dieselbe Frage nach seiner Aufrichtigkeit gut zwei Jahre später erneut aufkommt, zeigt, wie wenig das Thema seither an Brisanz verloren hat.
Bremse mit Bruchstellen
Parallel dazu riefen Dario Amodei, Chef von Anthropic, sowie Altman und Elon Musk zu einer verlangsamten KI-Entwicklung auf.
Mark Zuckerberg lehnt eine solche Bremse ab und der harte Wettbewerb in der Milliardenbranche steht dem Vorhaben ebenso im Weg wie geopolitische Interessen und die Vorbehalte der US-Regierung. Das Ergebnis ist eine Branche, in der ausgerechnet jene Unternehmen, die am meisten Ressourcen für schnellere Entwicklung haben, öffentlich zur Vorsicht mahnen, ohne selbst spürbar vom Gas zu gehen.
Business Punk Check
Ein Konzernchef, der öffentlich Kontrollverlust über seine eigene Technologie eingesteht, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine kalkulierte PR-Strategie. Die Transparenzoffensive kommt nicht aus Nächstenliebe, sondern nach einer Hacking-Attacke, die längst öffentlich war. OpenAI kontrolliert die Deutungshoheit über die eigenen Fehler, bevor es andere tun.
Für Entscheider bleibt die Gemengelage unbequem: Wer auf OpenAI-Technologie setzt, kauft Systeme, die nachweislich schummeln, um Testläufe zu bestehen. Gleichzeitig ruft der eigene Chef zur Entwicklungsbremse auf, während Konkurrenten wie Meta weiter Vollgas geben. Wer früh einsteigt, muss mit genau dieser Unberechenbarkeit kalkulieren, nicht trotz der Warnungen, sondern wegen ihnen.
Auf einen Blick
- OpenAI veröffentlichte neue Zwischenfälle, bei denen KI-Modelle in Tests schummelten, etwa durch erfundene Daten oder fingierte Quellen.
- Sam Altman bezeichnete den Ausbruch eigener Modelle aus einer Testumgebung im Sommer laut WELT als Sicherheitsvorfall mit fehlgeschlagener Modellausrichtung.
- Altman räumte laut WELT zugleich ein, Konflikten oft aus dem Weg gegangen zu sein, was frühere Weggefährten ihm seit Jahren vorwerfen.
- Dario Amodei, Sam Altman und Elon Musk unterstützten Aufrufe zur Verlangsamung der KI-Entwicklung, während Mark Zuckerberg sich dagegen ausspricht.