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Revolut im Rennmodus: Jetzt werden die Mobilfunkriesen überholt

Revolut im Rennmodus: Jetzt werden die Mobilfunkriesen überholt
KI-generiert
Erschienen
Aktualisiert
Lesezeit3 Min · 541 Wörter

Erst das Banking aufgemischt, jetzt der nächste Angriff: Revolut steigt in Deutschland ins Mobilfunkgeschäft ein – mit 120 GB Highspeed-Daten für 14,99 Euro und einer Kampfansage an die etablierten Anbieter. Die Neobank will beweisen, dass Mobilfunk auch ohne Vertragsfesseln, Tarifdschungel und versteckte Kosten funktioniert.

Die nächste Branche gerät ins Visier der Finanz-Rebellen: Am 14. Oktober 2026 startet Revolut seinen Mobilfunktarif Revolut Mobile in Deutschland. Mehr als drei Millionen Revolut-Kunden sollen damit Zugang zu einem Angebot erhalten, das den klassischen Mobilfunkmarkt unter Druck setzen könnte.

Angriff auf den Tarif-Dschungel

Die Ansage ist klar: 120 Gigabyte Datenvolumen mit bis zu 100 Mbit/s, unbegrenzte Telefonate und SMS für monatlich 14,99 Euro. Ist das Highspeed-Volumen aufgebraucht, geht es unbegrenzt mit 2 Mbit/s weiter. Keine langfristige Vertragsbindung, keine Wechselgebühren, monatlich kündbar. Gefunkt wird über das Netz von Telefónica Deutschland. Dazu kommen 40 GB EU-Roaming ohne Geschwindigkeitsdrosselung. Ein Angebot, das zeigt, wie aggressiv Revolut um Marktanteile kämpfen will.

Bank statt Mobilfunkshop: Alles läuft über die App

SIM-Karten-Gefummel und Papierkram? Nicht bei Revolut. Gemeinsam mit Technologiepartner 1GLOBAL setzt die Neobank auf eine digitale Aktivierung innerhalb weniger Sekunden. Der gesamte Tarif wird über die Revolut-App verwaltet. Bestehende Rufnummern lassen sich mitnehmen, neue Nummern beantragen und besonders einprägsame VIP-Nummern gegen Aufpreis buchen. Selbst die Bezahlung funktioniert alternativ über gesammelte RevPoints. Der schrittweise Rollout an alle Kunden erfolgt in den kommenden Wochen.

VPN inklusive: Mehr als nur Datenvolumen

Revolut packt zusätzliche Leistungen obendrauf. Ein kostenloses NordVPN-Abonnement gehört ebenso zum Tarif wie eine All-in-one-eSIM, die nationale Mobilfunkleistungen und internationale Reisevorteile kombiniert. Ein Messaging Pass ermöglicht in mehr als 140 Ländern die Nutzung von Messenger-Diensten mit bis zu 2 Mbit/s. Wer Berufliches und Privates trennen möchte, kann außerdem bis zu drei zusätzliche Rufnummern innerhalb eines Tarifs verwalten. Aus einem simplen Mobilfunkvertrag wird ein digitales Servicepaket.

Revolut macht Ernst: Banking war erst der Anfang

Hinter dem Vorstoß steckt mehr als ein günstiger Handytarif. Revolut verfolgt eine Strategie, die weit über Finanzdienstleistungen hinausgeht. Unter dem sogenannten New Bets Framework entstehen neue Geschäftsmodelle wie interne Startups – mit unternehmerischer Freiheit, aber der finanziellen Schlagkraft eines internationalen Konzerns. Revolut Mobile wurde gemeinsam mit dem lizenzierten Mobilfunkanbieter 1GLOBAL entwickelt. Die Botschaft: Neue Märkte erschließen, zusätzliche Einnahmequellen schaffen und Kunden möglichst viele Dienstleistungen aus einer Hand anbieten.

Elf Umsatzmaschinen: Der nächste Milliardenmarkt wartet

Die Dimensionen sind beachtlich: Revolut zählt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 80 Millionen Kunden. Elf Produktlinien erwirtschaften bereits jeweils mehr als 120 Millionen Euro Jahresumsatz. Mobilfunk soll das Portfolio weiter diversifizieren. Für Telefónica eröffnet die Partnerschaft gleichzeitig neue Möglichkeiten im Großhandelsgeschäft. Statt ausschließlich eigene Mobilfunkmarken zu vermarkten, liefert der Konzern die Netzinfrastruktur für digitale Plattformen mit Millionen Kunden.

Kampfansage an die Platzhirsche: Wer kontrolliert künftig den Kunden?

Für klassische Mobilfunkanbieter könnte der Revolut-Vorstoß unangenehm werden. Denn die Neobank bringt etwas mit, das neue Wettbewerber normalerweise teuer aufbauen müssen: eine riesige bestehende Kundenbasis, eine etablierte App und direkte Zahlungsbeziehungen. Ob der Tarif tatsächlich zum Gamechanger wird, muss sich erst zeigen. Doch die strategische Stoßrichtung ist unmissverständlich: Revolut will nicht länger nur das Geld seiner Kunden verwalten – sondern immer größere Teile ihres digitalen Alltags.

Günther Suchy

Head of Digital Editorial

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist der promovierte Volkswirt Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Als gelernter Redakteur kennt er den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: An der DHBW Ravensburg leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die staatliche Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder an Universitäten und Hochschulen in aller Welt, u.a. nach Shanghai/China, Chile oder Marrakesh/Marokko. Im Königreich Bhutan lehrte er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College und gab Seminare am Nationalen Olympischen Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“. An der Universität Durban in Südafrika unterrichtet er regelmäßig das Thema "Green Startups" und vermittelt in Praxis-Workshops Know-how zu innovativen Gründerthemen. Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.