Interview mit Fritz Frey: Wie HYGH die Regeln der Außenwerbung neu definiert
Wie viele Screens betreibt ihr aktuell und wie verteilt sich das deutschlandweit?
Aktuell betreiben wir rund 4.000 digitale Screens in über 15 deutschen Städten. Diese verteilen sich auf verschiedene Netzwerke – vom City Network über das Elevator Network bis hin zu exklusiven Premium-Standorten wie dem Kurfürstendamm. Ab Juli ergänzt der größte 3D-LED-Screen am Potsdamer Platz unser Portfolio.
Unser Fokus liegt nicht nur auf der Anzahl der Screens, sondern auf der Qualität und dem Innovationspotenzial der Standorte. Wir wollen digitale, dynamische Konzepte in den Städten vorantreiben.
Ab 1. Juli launcht ihr den größten digitalen Screen Deutschlands im alten Sony Center. Wie kam es zu dieser Fläche? Was bedeutet dieser Schritt, wirtschaftlich, symbolisch, stadtbildlich?
Es war eine Ausschreibung von Oxford Properties und fast alle großen Player der digitalen Außenwerbung in Deutschland haben sich beworben. Wir haben uns durchgesetzt, nicht nur aufgrund unserer Technologie, sondern dank eines ganzheitlichen Konzepts. Wir haben nicht einfach nur eine Werbefläche angeboten, sondern eine Vision: ein Konzept, das Marken, Kunst und Kultur miteinander verbindet.
Ein entscheidender Pluspunkt war, dass wir nicht nur die Werbefläche vermarkten, sondern mit unserem Büro direkt vor Ort sind. Das ermöglicht uns, als Ansprechpartner jederzeit präsent zu sein und die Fläche aktiv zu gestalten. Für uns ist der Screen kein isoliertes Projekt, sondern ein zentrales Aushängeschild, das wir konsequent weiterentwickeln. Die Möglichkeit, Markenerlebnisse auch über die Anmietung von Flächen wie unserer 180-Quadratmeter-Eventterrasse mit direktem Blick auf den Screen zu schaffen, ist einzigartig:

Der Screen ist vergleichbar mit Flächen in New York oder London. Was macht das mit dem Image von Berlin? Wo steht Deutschland denn allgemein in puncto Außenwerbung?
Berlin wird mit diesem Screen ein Stück globaler. Was man sonst vom Times Square oder Piccadilly Circus kennt, gibt es jetzt auch hier – aber auf Berliner Art. Deutschland war lange skeptisch gegenüber digitalen Screens, stark geprägt durch analoge Formate. Aber dieser Screen setzt ein Zeichen: Wir können digital und international mithalten.
Deutschland ist bei digitaler Außenwerbung also eher spät dran. Woran liegt das?
Digitale Außenwerbung ist in Deutschland mit erheblichen Hürden verbunden. Das beginnt schon bei den hohen Investitionskosten. Digitale Screens erfordern hochwertige Hardware, regelmäßige Software-Updates und eine kontinuierliche Wartung, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Die Installation solcher Screens ist technisch anspruchsvoll und die Betriebskosten sind erheblich.
Hinzu kommt, dass der deutsche Markt stark von analogen Plakatflächen dominiert wird. Starre, großformatige Plakate prägen seit Jahrzehnten das Stadtbild und sind tief in der Werbekultur verankert. Der Übergang zur Digitalisierung erfordert daher nicht nur neue Technologien, sondern auch ein Umdenken in der gesamten Branche.