Tech & Trends Anthropic-Chef fordert Grundeinkommen – weil KI Jobs frisst

Anthropic-Chef fordert Grundeinkommen – weil KI Jobs frisst

Cloudflare streicht 20 Prozent der Stellen, ein Viertel aller Kündigungen geht auf KI zurück. Anthropic-CEO Dario Amodei warnt vor Massenarbeitslosigkeit und fordert radikale Lösungen: höhere Steuern, strenge Regulierung, Grundeinkommen.

Cloudflare entlässt mehr als 1.100 Mitarbeitende – nicht wegen schlechter Zahlen, sondern weil KI-Agenten ihre Arbeit übernehmen sollen. Oracle, Intel, Amazon: Die Liste der Konzerne, die Jobs durch Algorithmen ersetzen, wird länger.

Laut t3n argumentiert Cloudflare, es gehe darum zu definieren, wie Unternehmen im Zeitalter agentenbasierter KI Wert schaffen. Dario Amodei, Chef des KI-Entwicklers Anthropic, sieht darin den Beginn einer Entwicklung, die er seit Monaten prophezeit – und schlägt jetzt fünf konkrete Maßnahmen vor, wie Politik auf die drohende Jobkrise reagieren muss.

Die 20-Prozent-Dystopie rückt näher

Amodei skizzierte bereits im Mai 2025 ein Szenario, das vielen absurd vorkam: Wirtschaftswachstum boomt, Staatshaushalte sind ausgeglichen – doch jeder fünfte Mensch ist arbeitslos. KI-Modelle übernehmen menschliche Aufgaben schneller als neue Jobs entstehen, Unternehmen tauschen Personal gegen Maschinen, die Öffentlichkeit reagiert zu spät.

Was wie Science-Fiction klang, wird greifbar: Die Beratungsfirma Challenger, Gray & Christmas meldet, dass inzwischen 25 Prozent aller Kündigungen auf KI zurückgehen. Im November 2025 lag dieser Anteil noch unter einem Prozent. Parallel dazu zeigen Daten aus Deutschland, dass bis 2040 rund 800.000 Jobs durch KI wegfallen könnten – während etwa ebenso viele neue entstehen. Der Nettoeffekt: Stagnation, aber mit massiven Verwerfungen in einzelnen Branchen.

Grundeinkommen statt Wachstumsanreize

Amodeis Antwort ist radikal: Regierungen müssen Kapitalertragssteuern erhöhen und KI-Unternehmen stärker besteuern, um ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren. Seine These: In einer Welt, in der Maschinen den Großteil der Wertschöpfung übernehmen, besteht die zentrale Herausforderung nicht darin, Wachstum zu schaffen, sondern Teilhabe zu sichern: „Die zentrale Herausforderung in einer solchen Welt wird nicht darin bestehen, Anreize für Wachstum zu schaffen, sondern einen Weg zu finden, wie alle an den Vorteilen teilhaben können”, so Amodei.

Repetitive Tätigkeiten in Sachbearbeitung, Callcentern oder Datenerfassung verschwinden zuerst – Bereiche, in denen Deutschland laut IAB-Projektionen bis 2040 mit deutlichen Beschäftigungsrückgängen rechnen muss. Gleichzeitig entstehen neue Rollen wie KI-Trainer oder Prozessspezialisten, doch diese kompensieren die Verluste nicht flächendeckend.

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