Tech & Trends Deutsche Telekom: Elliott stoppt Höttges‘ Fusionsfantasie

Deutsche Telekom: Elliott stoppt Höttges‘ Fusionsfantasie

Ein Hedgefonds baut still eine Beteiligung auf und schon zittert die größte Übernahmefantasie der Telekombranche.

Ein Insider spricht, die Aktie springt: Als am Donnerstag durchsickerte, dass der aktivistische Investor Elliott Investment Management bei der Deutschen Telekom eingestiegen ist, legte das Papier vorbörslich zeitweise um 2,6 Prozent zu und führte damit den Dax an. Der Grund für die Euphorie ist keine neue Wachstumsstory, sondern eine Blockade: Elliott will offenbar verhindern, was Telekom-Chef Timotheus Höttges seit Monaten durchspielt, eine Vollfusion mit der US-Tochter T-Mobile.

Elliott kassiert die größte Übernahmefantasie der Branche

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete zuerst über die Transaktion, später zogen die Financial Times und Reuters nach. Die Höhe der Beteiligung blieb zunächst unklar, ebenso eine Stellungnahme von Elliott selbst. Klar ist die Botschaft, die laut Handelsblatt an die Konzernspitze ging: Die Gespräche über einen Zusammenschluss mit T-Mobile US sollen beendet werden. Stattdessen soll der Aktionärswert über andere Wege gesteigert werden, etwa durch größere Aktienrückkäufe.

Damit legt sich Elliott-Gründer Paul Singer, einer der einflussreichsten aktivistischen Investoren der Welt, direkt mit Höttges an. Eine Fusion wäre die größte öffentliche Übernahme aller Zeiten gewesen, mit einem gemeinsamen Börsenwert von zuletzt etwa 313 Mrd. Euro, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Die Telekom hält derzeit rund 53 bis 54 Prozent an T-Mobile US, ein Zusammenschluss hätte diese Beteiligung zu einer vollständigen Übernahme ausgebaut und wäre mit einem Volumen von etwa 300 Mrd. Dollar eine der größten Transaktionen der Firmengeschichte überhaupt gewesen.

Warum die Fusionsidee schon vor Elliott bröckelte

Die Spekulationen um einen Zusammenschluss kursieren seit Monaten, doch der Widerstand wächst. Bereits im Juli berichtete das Nachrichtenportal Semafor, dass die Führung von T-Mobile US eine Verschmelzung nicht mehr befürworte, mit Verweis auf Aktionärsbedenken und mögliche regulatorische Hürden. T-Mobile-Aktien haben seit April rund vier Prozent an Wert verloren, jedes Mal wenn neue Zweifel an den Fusionspläne aufkamen, gaben die Telekom-Papiere dagegen nach.

Weder Telekom noch T-Mobile US wollten sich zu den aktuellen Berichten äußern, was angesichts der Brisanz für sich spricht. T-Mobile US notiert nach den Berichten über Elliotts Position nahe neuen Höchstständen, ein Signal dafür, dass der Markt eine eigenständige Kapitalstrategie der US-Tochter offenbar stärker honoriert als eine transatlantische Mammutfusion mit ungewissem regulatorischem Ausgang.

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