Tech & Trends Deutsche Telekom: Elliott stoppt Höttges‘ Fusionsfantasie

Deutsche Telekom: Elliott stoppt Höttges‘ Fusionsfantasie

Der deutsche Staat sitzt mit am Tisch

Analysten und Anleger äußerten von Beginn an Skepsis, ob ein Zusammenschluss den Unternehmenswert tatsächlich wie erhofft steigern würde. US-Investoren zeigten wenig Interesse daran, sich ein europäisches Unternehmen mit vergleichsweise schwachem Wachstum ins Portfolio zu holen. Eine weitere Variable im Spiel ist die deutsche Bundesregierung, die über die KfW mit rund 27,8 Prozent größter Einzelaktionär der Telekom ist.

Ein Teilverkauf staatlicher Anteile im vergangenen Jahr deutet darauf hin, dass der Staat Mittel lieber umschichtet, als sie in eine milliardenschwere, regulatorisch riskante Fusion zu binden. Die Telekom fährt zudem bereits ein bestehendes Kapitalrückführungsprogramm, das Elliotts Forderung nach ausgeweiteten Rückkäufen weniger nach einer radikalen Kursänderung aussehen lässt als nach einer Beschleunigung eines Weges, den der Konzern ohnehin eingeschlagen hat.

Business Punk Check

Fakt ist der Elliott-Einstieg und die daraus folgende Kursbewegung, belegt durch Handelsblatt und WirtschaftsWoche. Fakt ist auch, dass T-Mobile US eine Kommentierung verweigerte und Semafor bereits im Juli über internen Widerstand berichtete.

Interpretation ist, dass Elliott hier einen klassischen Buyback-statt-Größenwahn-Spielzug fährt, wie man ihn von Singer kennt. Offen bleibt, ob Höttges seine Fusionspläne tatsächlich beerdigt oder nur pausiert und wie der Staat als Großaktionär in dieser Machtprobe am Ende votiert.

Auf einen Blick

  • Elliott Investment Management hat laut Bloomberg und Handelsblatt eine größere, bislang nicht bezifferte Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut.
  • Die Telekom-Aktie stieg nach Bekanntwerden vorbörslich zeitweise um 2,6 Prozent und führte damit den Dax an.
  • Elliott drängt auf ein Ende der Fusionsgespräche mit T-Mobile US und setzt stattdessen auf größere Aktienrückkäufe.
  • Die Führung von T-Mobile US lehnte laut Semafor-Berichten eine Vollfusion bereits im Juli ab, unter Verweis auf Aktionärs- und Regulierungsrisiken.
  • Der deutsche Staat hält über die KfW rund 27,8 Prozent an der Telekom und bleibt als Großaktionär ein entscheidender Faktor im Machtkampf.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt, Kelo, Yahoo Finance, Ad-hoc-news, Telcotitans, KI-unterstützt

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