Trump vor Peinlich-Rauswurf: Verteidigungsminister plaudert Militärgeheimnisse im Gruppenchat aus
Trumps Loyalitätsdilemma
Für Trump stellt die Situation ein klassisches Dilemma dar. Einerseits schätzt er Hegseths bedingungslose Loyalität, andererseits wächst der Druck durch die offensichtliche Inkompetenz seines Ministers.
Politikwissenschaftler Michael A. Bailey von der Georgetown University sieht die Lage gegenüber „Bild“ differenziert: „Im Allgemeinen wendet sich Trump gegen seine Kabinettsmitglieder, wenn sie keine Dinge für ihn tun. Während Hegseths Kompetenz sehr fraglich ist, gilt dies nicht für seine Loyalität gegenüber Trump.“
Doch die Stimmung könnte kippen. Bailey warnt: „Eine gewisse Unzufriedenheit ist in das konservative Ökosystem vorgedrungen.“ Trumps Einschaltquoten, ein wichtiger politischer Gradmesser in den USA, seien bereits gesunken – etwa 10 Punkte unter dem Durchschnitt. „Die Geduld der Republikaner nimmt mit jeder Peinlichkeit ab“, so der Experte.
Medienschelte statt Verantwortung
Statt Verantwortung zu übernehmen, wählte Hegseth die Flucht nach vorn. Vor dem Weißen Haus attackierte er pauschal die Medien: „Sie nehmen anonyme Quellen von unzufriedenen Ex-Mitarbeitern und versuchen dann, Menschen fertigzumachen und ihren Ruf zu zerstören.“
Pentagon-Sprecher Sean Parnell sekundierte auf X (ehemals Twitter), „die Trump-hassenden Medien“ seien besessen davon, jeden zu vernichten, der sich für Trumps Agenda einsetze. Er bestritt zudem, dass in irgendeinem Signal-Chat geheime Informationen geteilt worden seien.
Die Opposition wittert hingegen ihre Chance. Chuck Schumer, demokratischer Minderheitsführer im Senat, forderte unmissverständlich: „Pete Hegseth muss gefeuert werden.“