Trumps KI-Plan: Mit Vollgas ins Verderben?
Anthropic-Chef Dario Amodei forderte demnach unabhängige Sicherheitsprüfer mit dauerhaftem Zugang zu KI-Firmen und verbindliche Standards, notfalls mit der Möglichkeit, unsichere Systeme zu blockieren. OpenAI-Chef Sam Altman unterstützte laut CNBC ein „Pacing“ der Entwicklung und einen einheitlichen bundesweiten Sicherheitsrahmen. Trump bezeichnete solche Sorgen dagegen als „Schwindel“ und verglich sie mit dem Klimawandel, so heise.
Rechenzentren als Reizthema
Die Ankündigung fällt in eine Phase wachsenden lokalen Widerstands gegen den Bau großer KI-Rechenzentren, die Strom- und Wasserverbrauch in betroffenen Kommunen in die Höhe treiben, wie The Decoder berichtet. Trump wertet diesen Widerstand als Beleg dafür, dass KI-Kritiker politisch gescheitert seien und deshalb neue Ängste schürten.
Als wirtschaftliches Argument führt er an, KI könne „möglicherweise bis zu 25 Prozent“ des US-Bruttoinlandsprodukts ausmachen, so heise, ohne dafür eine Quelle zu nennen. Sein zentrales geopolitisches Motiv bleibt der technologische Vorsprung gegenüber China, den er nicht gefährden will.
Business Punk Check
Der Konflikt ist real und gut belegt: Ausgerechnet die Unternehmen, die am meisten von einem regulierungsfreien Markt profitieren würden, fordern selbst Tempolimits und unabhängige Prüfer. Trump hingegen deutet jede Sicherheitswarnung als politisches Manöver seiner Gegner um, ohne dafür Belege zu liefern.
Was am Ende von „AI Force“ und KI-Zar übrig bleibt, ist offen. Ohne Struktur, Budget oder klaren Auftrag wirkt die Ankündigung bislang eher wie eine politische Geste an die eigene Wählerschaft als wie eine Aufsichtsbehörde. Ob daraus echte Kontrolle oder nur ein weiterer Titel ohne Amt wird, entscheidet sich erst bei der Personalie.
Auf einen Blick
- Donald Trump kündigt eine „AI Force“ nach dem Vorbild der Space Force und einen informellen „KI-Zaren“ an, ohne Details zu Struktur oder Befugnissen zu nennen.
- Anthropic-Chef Dario Amodei und OpenAI-Chef Sam Altman fordern demnach und CNBC ein langsameres Entwicklungstempo und unabhängige Sicherheitsprüfungen, im Gegensatz zu Trumps Wachstumskurs.
- Der frühere informelle KI-Zar David Sacks musste sein Amt im März 2026 nach Ablauf der zulässigen 130 Arbeitstage als Sonderbediensteter aufgeben.
- Trump beziffert das mögliche wirtschaftliche Potenzial von KI auf bis zu 25 Prozent des US-Bruttoinlandsprodukts, nennt dafür aber laut heise keine Quelle.
Quellen: Heise, The Decoder, Tagesschau, CNBC, KI-unterstützt