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Wild Wild Wayne:Wie der Rockstar-CEO vom VW-Konzern-Küken Cupra die gesamte Automobilbranche aufmischt …

Wayne
Wayne Griffiths
Erschienen
Lesezeit7 Min · 1.370 Wörter

CEOs, aufgepasst! Wir haben uns mit dem Rockstar der CEO-Welt getroffen und ein wildes Interview geführt. Ein Tusch für: Wayne ­Griffiths. Der ist Vorstand und Chef von Seat. Inklusive des derzeit arg gehypten Seat-Ablegers Cupra, den der Mutterkonzern VW zum neuen Star seiner spanischen Automobilproduktion hochpuscht. Dadurch hat Wayne, der die angesagte Marke mit aufgebaut hat, den womöglich coolsten Job der Welt. Und lässt mit seiner obsessiven Art und Leidenschaft keine Langeweile aufkommen. In unserem Interview erzählt Wayne, wie er sich mit Cupra identifiziert und was ihn antreibt. Die ­Geschichte eines Underdogs, der sich im ­Volkswagen­-Konzern zum echten Rocker mauserte. 

Ich habe gelesen, dass du den geilsten Job der Welt hast?

Absolut! Gerade jetzt, wo die Wirtschaft so am Schleudern ist, kann ich sagen, dass ich den geilsten Job ever habe. Alle reden von Transformation und so, aber in den letzten fünf Jahren hat sich echt alles krass verändert. Pandemie, Halbleiterkrise, Kriege. Echte disruptive Moments! Es gibt zwei Optionen: Du zerstörst – oder du wirst zerstört. Vor sechs Jahren, 2018, als wir Cupra gegründet haben, haben wir uns für die Zerstörung entschieden. Nein, nicht im bösen Sinne, sondern als Disruptor! Die Zeiten ändern sich und die Werte der jungen Generation verändern sich auch. Und genau da liegt unsere riesige Chance. Status, Premium, Luxus – vergiss es! Wir sind zeitgenössisch, wir sind contemporary, wir sind Cupra! Und mit 56 Jahren hier zu stehen und eine völlig neue Marke zu kreieren, ist einfach nur der Hammer!

Wie kam es denn dazu? 

Na ja, ich war damals 50. Und meine Karriere bei Audi hätte einfach immer so weiterlaufen können. Das Geld hätte für mich gearbeitet. Aber dann kam Luca de Meo, einer der coolsten Manager in der Automobilwelt – ein echter Rockstar! Und er hat mich gefragt, ob ich Bock habe, noch mal richtig durchzustarten. Und das bei Cupra. Wie passend: Ich wollte etwas Neues, etwas Verrücktes. Hier bin ich der Underdog. Und das gefällt mir einfach. Was so toll an meinem Job ist, ist nicht nur, dass ich geile Autos fahren kann – ich kann auch Autos machen, die zur Zielgruppe zu 100 Prozent passen. Cupra ist so wie ich: wild, rockig und einfach nur geil!

Du musst dich nicht verstellen? Auch nicht in Wolfsburg?

Cupra und ich, wir sind on the same page. Hier muss keiner eine Rolle spielen oder sich verstellen. Ich kann einfach ich selbst sein. Und das ist ein echter Traum – in meinem Job sein und trotzdem ich selbst bleiben zu können. Das ist der absolute Jackpot! Und Wolfsburg ist Familie, da weiß man ja, wie man sich zu benehmen hat. 

Wie schlägt man sich als jüngstes Mitglied des Volkswagen-Konzerns. Mit Narrenfreiheit?

Ich glaube, einfach mit Qualität. Und das auch wegen der jungen Generation. Die haben echt Bock drauf. Es ist echt crazy, wie gut wir den Nerv der jungen Generation getroffen haben. Erstens, weil es kein Gelaber ist – das Ganze ist authentisch. Wir verkaufen denen keine Märchen, keine Marketingschwätzchen. Die würden das sofort riechen. Wir bieten ihnen einfach ein emotionales Erlebnis. Autos können und müssen emotional sein! Und wir verkaufen den Leuten nicht dasselbe, was wir früher wollten. Die wollen ausbrechen und auffallen, aber nicht mit Statussymbolen oder prestigeträchtigen Dingen. Die behalten ihre Marke für sich selbst, um ihre Individualität auszudrücken.

Das Credo für die neuen Modelle heißt ­„Design Obsession“. Wie wichtig ist es denn, obsessiv von einer Idee zu sein?

DAS ist wirklich mehr als wichtig! Du musst wirklich 24/7 in deinem Kopf drin und vollkommen besessen von deiner Idee sein. Ich hasse Langweiler, Faker und Schauspieler. Ich kann keine Blabla-­Typen leiden. Ich bin einfach nur echt und authentisch. Alles, was ich sage und tue, kommt von Herzen. Wenn ich was sage, dann meine ich das auch so. Authentisch sein ist das A und O in dieser Branche. Business Punk ist übrigens die perfekte Bezeichnung für mich – ich liebe euer Magazin!

Wie inspirierst du dich persönlich? Wie ­bekommst du den Kopf frei?

Ich liebe Spanien und verbringe viel Zeit hier. Ich gehe ins Liceu, in die Oper. Aber ein Gentlemen’s Club ist nichts für mich. Da würde ich eine Krawatte tragen müssen, und darauf habe ich keinen Bock. Ich chille lieber im Cafè de l’Òpera gegenüber, da hänge ich seit meiner Jugend ab. Aber ich gehe gerne ans Meer oder in die Berge. Deswegen habe ich auch ein Haus in Kärnten. Dort kreiere ich sogar meinen eigenen Gin – den Gin Wayne! Das ist mein persönliches Projekt mit meinen Freunden. Das Zeug wird in Klagenfurt destilliert und ist richtig natürlich, dreifach destilliert aus Äpfeln, Birnen und Weizen. Das kommt jetzt auf den Markt, aber nur auf Einladung. Es ist ein absolutes Gin-Erlebnis. Und klar, ich arbeite viel, aber ich finde auch Zeit, um abzuschalten. Das muss man auch tun, sonst dreht man durch! 

Ihr nennt eure Mannschaft samt der Zielgruppe „Cupra Tribe“. Klingt fast ein bisschen nach Sekte.

Nicht so negativ, aber man musst voll fokussiert sein, um eine brandneue Marke zu schaffen. Oder um etwas so Verrücktes wie Cupra auf die Beine zu stellen. Wie gesagt: Die neue Generation braucht mehr als schnöden Luxus, die wollen auch eingefangen werden. Du musst besessen sein, sonst springt der Funke nicht über. Es ist wie ein positiver Virus. Es ist in mir drin – und ich stecke andere Leute damit an. Das ist meine Mission, meine Obsession. Es ist wie ein Lebensinhalt für mich. 

Würdest du das so immer wieder tun? Die Verkaufszahlen ­würden ja dafürsprechen.

Ich bin so stoked über das, was wir geschafft haben! Ohne all die Herausforderungen wären wir niemals so schnell so weit gekommen. Wir haben uns richtig ins Haifischbecken geworfen, ohne jegliche Sicherheitsausrüstung. Das Ganze begann mit der Elektrifizierung und dann … BAM! Am nächsten Tag gab­’s den Lockdown wegen Covid. Unternehmen mussten dichtmachen, die Produktion lief nicht mehr, finanzielle Schwierigkeiten waren an der Tagesordnung. Und dann kam die Halbleiterkrise. Es herrschte eine riesige Knappheit – und wir waren am Arsch. Unsere Verluste waren enorm, das mussten wir erst mal verdauen. Aber hey, all diese Challenges haben uns gezwungen zu kämpfen, um zu überleben. Du kannst dich verteidigen und versuchen, dich irgendwie abzusichern, aber dann versinkst du in bedeutungslosen Diskussionen. Du musst mutig genug sein und sagen: Okay, ich sehe das als Chance! 

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, Wayne. 

Kein Problem, ich fand’s auch richtig cool. Schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten. Aber hey, wir haben das Beste draus gemacht. Ich kann mir richtig vorstellen, wie die Business-Punk-Leser denken: Der Wayne ist ja total verrückt! Aber hey, so bin ich eben. Das ist ein echter Unterschied zu den großen Konzernen, Mann. Die müssen mich so akzeptieren, wie ich bin. Die alten, weißen Männer, die müssen da durch! Ich werde mich nicht ändern – ich kenne ja das Spiel. 

Infos:

Es begann bei Mum & Dad 

Wayne Griffiths startete seine berufliche Laufbahn im elterlichen Autohaus in Leeds, bevor er dort Internationales ­Management und Deutsch studierte. Seine Karriere war immer eng mit dem Volkswagen-Konzern verbunden. Im Jahr 1989 kam er zu Audi und kehrte nach einem Zwischenaufenthalt bei Seat von 1991 bis 1993 zu den Ingolstädtern zurück. Dort schaffte er es in einige leitende Positionen. Später wurde Griffiths zum Assistenten des Vorstands für Marketing und Vertrieb. Kurz, von 1997 bis 1998, leitete er die Abteilung Internationales Handelsmarketing, Führungspositionen im Vertriebsbereich bei Audi folgten. Zwischen 2005 und 2013 verantwortete er den Vertrieb in den europäischen Exportmärkten sowie im deutschen Markt. 2016 wurde Wayne zum Vorstand für Vertrieb und Marketing bei Seat gekürt – und 2020 dann zum CEO der VW-Tochter. 

226 Millionen Euro Betriebsgewinn verzeichnete Seat im ­ersten Quartal 2024. Das macht 57 Prozent mehr als im Vorjahr. So kann es ­weitergehen, wenn die junge Kundschaft die hippe Aufsteigermarke Cupra ­weiterhin hofiert. 

Quote: 

»Ich hasse Langweiler, Faker und Schauspieler. Ich kann keine Blabla-Typen leiden.

Portrait Susie von den Stemmen

Susie von den Stemmen

Mit über 30 Jahren Erfahrung in den Medien hat Susie eine vielseitige Karriere als TV-Redakteurin, Print- und Online-Journalistin verbracht. Ihr Fokus liegt auf Kultur, Auto- und Lifestylethemen, in denen sie eine umfassende Expertise aufgebaut hat. Diese Tätigkeiten haben ihr die Möglichkeit eröffnet, faszinierende Orte zu bereisen und ein umfassendes Netzwerk im Bereich der Persönlichkeiten hinter den Marken und VIPs aufzubauen. Susies beruflicher Werdegang begann nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften und Germanistik mit einer ersten Berufsstation beim Disney Club (ARD), gefolgt von Redaktionsarbeiten für Gottschalk Late Night (RTL) und Jay Leno (NBC Los Angeles). Sie hat zahlreiche Fernsehaufträge für verschiedene Sender durchgeführt, darunter die Produktion von TV Beiträgen, Leitung von Studioredaktionen und die Akquise von Neugeschäft. Nachdem sie mit ihrer Familie nach Hamburg gezogen ist, hat sie ihre Karriere im Printbereich gestartet, zunächst bei Park Avenue für Gruner & Jahr und später bei Gala und anderen renommierten Titeln. Als VIP-, Automobil- und Kultur-Beauftragte hat sie weiterhin die Welt bereist, ihr Netzwerk ausgebaut und ihre Leidenschaft für die Auto-, Reise- und Genussszene vertieft. Aktuell leitet sie das Office! von den Stemmen in Hamburg und München. Kunden waren und sind: Bild, Cosmopolitan, Travellers World, Ramp, Audi Magazin, Air Tours, Lufthansa Magazin, DB Magazin, Tagesspiegel, Myself, Zeit Online, Instyle Men und nun auch Business Punk. Neben ihrem Wohnsitz in Hamburg ist sie dank ihrer Porsche Rennlizenz weltweit im Einsatz, um fesselnde Geschichten rund um Automobilität, Kultur und Lifestyle zu generieren.