Sega bringt seine Klassiker für iOs und Android for free heraus

Ich bin ein Kind der Neunziger. Für meine mediale Sozialisation bedeutete dies folgendes: Neben filmischen Straßenfegern wie Terminator 2 – Tag der Abrechnung oder Jurassic Park, die auf VHS-Kassetten gepresst die Runden in unserem Freundeskreis machten, bildeten vor allem Videospiele eine unverzichtbare Erfahrung, um auf dem Schulhof mitreden zu können. Ganze vorne mit dabei: der Sega Mega Drive.

Nachdem die 16 Bit-Konsole den 8 Bit-Konkurrenten von Nintendo aus dem Zimmer meines ältesten Bruders verdrängt hatte, verloren anderweitige soziale Verpflichtungen – Schule, Sportverein, Familie – dramatisch an Relevanz. Uns fand man nur noch vor der Klotze hängen, Controller in der Hand und zweidimensionale virtuelle Welten durchforstend. Jugend forscht anno 1992. Ach, welch wunderbare Nachmittage wir mit diesen Games hatten…

Wie großartig ist also die Nachricht, dass nun Sega Klassiker wie Sonic The Hedgehog kostenlos für iOs und Android zur Verfügung stellt. Ziemlich großartig. Neben Sonic stehen noch Altered Beast, Phantasy Star II, Kid Chameleon und Comix Zone zum Download bereit. Weitere Spiele folgen in den nächsten Wochen. Sega goes mobile.

Für mich bedeutet diese Nachricht konkret: Weniger Information, mehr Entertainment im Alltag. Endlich wieder Anti-Performance, Rebellion gegen den Zeitgeist called Selbstoptimierung, Zerstreuung pur. Die Ampel schaltet auf Grün, ich bleibe stehen. Weil egal: Ich zocke Sega. Meine Kollegen brainstormen sich gerade in Pulitzer Preis verdächtige Höhen. Mir egal weil: Ich zocke Sega. Trainer ruft nach mir, ich solle mich warm machen, ich bleibe auf der Ersatzbank sitzen. Weil mir doch egal: Ich zocke nämlich Sega.

So oder so ähnlich.

Alles weitere zu diesem Thema gibt es auf Sega Forever und im folgenden Trailer. Play it hard folks.

 


René Krempin

René hat irgendwas mit digitalen Medien studiert, sollte also für die Zukunft bestens gewappnet sein. Nach mehreren anderweitigen, aber misslungenen Berufsorientierungen musste er endgültig einsehen: Journalismus ist und bleibt leider geil. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten jede Minute auf dem Bolzplatz.

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