Ebay-Gründer Pierre Omidyar investiert in das weltweit größte Grundeinkommen-Experiment

Das bedingungslose Grundeinkommen polarisiert. Für die einen öffnet es Tür und Tor fürs Nichtstun und Faulenzen, für andere ist es die Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Es stehen sich also zwei sehr unversöhnliche Lager gegenüber.

In Kenia startet der größte Feldversuch

Neuen Aufwind erfährt die Debatte um die Grundsicherung in diesen Tagen durch Pierre Omidyar. Der Gründer von Ebay beteiligt sich, wie Business Insider berichtete, mit 493.000 Dollar über seine Investment-Plattform “Omidyar Network“ am weltweit größten Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen: In Kenia sollen 6000 Menschen zwölf Jahre lang ein festes Monatseinkommen beziehen – ohne das dieses an irgendwelche Bedingungen geknüpft ist. Organisiert hat dieses bis dato ambitionierteste Projekt die US-Spendenorganisation “Give Directly“. Die Initiative hat von angestrebten 30 Millionen Dollar bereits 23,7 Millionen Dollar eingesammelt. In einigen Monaten soll mit der Auszahlung begonnen werden.

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Götz Werner ist einer der prominentesten Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland.

Auch in Europa wird seit Jahren heiß über das Thema diskutiert. In einer Schweizer Volksabstimmung im Sommer 2016 entschied sich eine Mehrheit gegen das Grundeinkommen. In Finnland ist man da einen Schritt weiter. Seit Januar dieses Jahres erhalten 2000 zufällig ausgewählte Arbeitslose eine Grundsicherung von 560 Euro im Monat. Das Projekt ist auf zwei Jahre angesetzt. Auch in den Niederlanden gab es dazu 2016 ein Feldversuch.

In Deutschland kann man ein Grundeinkommen “nur“ gewinnen

In Deutschland sind die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens auf die Arbeitsmotivation dagegen noch rein theoretischer Natur. Prominente Befürworter wie der DM-Gründer Götz Werner werben schon seit geraumer Zeit für die Grundsicherung. Den Fürsprechern stehen jedoch genauso viele Kritiker gegenüber. Wer am Ende recht behält, wird wohl die Praxis entscheiden. Befürworter und Gegner des Modells schauen daher gespannt nach Kenia und Finnland.

Auf “mein-grundeinkommen.de“ wird es aber auch hierzulande schon konkret: Die Initiative sammelt per Crowdfunding Geld für die Grundsicherung. Jedes Mal, wenn 12.000 Euro zusammengekommen sind, werden sie an eine Person ausgelost. Den Gewinnern wird ein Jahr lang 1000 Euro im Monat ausgezahlt. Bisher sind über die Initiative 74. Grundeinkommen zustande gekommen.


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