Wir werden durch Roboter ersetzt? Und wenn schon!

Trotzdem: Vielleicht kommt Erwerbsarbeit zu einem Ende

Diejenigen, die solche negativen Zukunftsszenarien entwickeln wissen zwar, dass Massenarbeitslosigkeit eigentlich nie von Dauer war und die wenigsten möchten grundlos den Untergangspropheten geben. Dennoch halten es viele Wirtschaftsweisen für wahrscheinlich, dass es diesmal aufgrund der rasanten Geschwindigkeit des digitalen Wandels vielleicht doch soweit kommen wird, dass die klassische Erwerbsarbeit bald ein Ende findet.

Doch selbst wenn das tatsächlich passieren sollte, dann würden wir nicht umhin kommen, über ein bedingungsloses Grundeinkommen zu reden. Das ist kein sozialutopischer Hippiequatsch, Menschen wie Elon Musk oder Frank Rieger, Sprecher des Chaos Computer Club, plädieren dafür. Nicht zu finanzieren? Nur, wenn man die Verteilungsfrage nicht löst. Rieger etwa schlägt eine „Vergesellschaftung der Automatisierungsdividende“ vor, also einer Besteuerung von nichtmenschlicher Arbeit, die wiederum der gesamten Gesellschaft zugute kommt. Das Ergebnis hieße weniger Arbeit, mehr Freizeit, mehr Lebensqualität.

Werden also nur diejenigen profitieren, denen die Technologien und die Maschinen gehören? Dann wäre soziales Elend vorprogrammiert. Oder wird es eine gerechte Verteilung geben? Hier liegt der Spielball ganz klar in der Ecke staatlicher Verteilungspolitik.

Denn vergessen wir nicht: dass massive Umwälzungen auf uns zukommen werden, ist klar. Darüber müssen wir jetzt sprechen und schnellsmöglich vorsorgen, wenn wir nicht wollen, dass es wie einst 1844 in Schlesien Weberaufstände geben soll. Und wohlgemerkt, sie haben nicht Fabriken zerstört, weil sie Technikgegner waren. Sondern weil sie aufgrund einer rasanten industriellen Entwicklung, auf die politisch und gesellschaftlich zu langsam reagiert wurde, ins Hungerelend gestürzt wurden.


Julian Daum

Julian hat beruflich auf Wörter gesetzt, schreibt und liest daher oft. Meistens über Wirtschaft, Politik und Popkultur. Wohnt im Internet, geht aber manchmal raus zum Spielen.

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