REBEL WITH A CAUSE: Das Prinzip DOJO

Ihr redet von „Keine Angst, keine Angst zu haben.“ Aber habt ihr nicht Angst, so richtig auf die Fresse damit zu fliegen und zu scheitern?

Dominic: Na klar, die Angst zu scheitern ist immer da. Es wäre ja schlimm, wenn wir jetzt so selbstverliebt wären und sagen würden: Wir gehen da rein und alles wir gut. Aber das meine ich halt mit „Wir sind Strategen.“ Wir denken sehr intensiv und viel nach, um überhaupt zu dem Punkt kommen zu können, zu denken, dass das jetzt wirklich der richtige Weg ist. Der, der am besten das Problem lösen würde. Und klar, wir sind auch schon gescheitert und hatten negative Reaktionen. Aber das Interessante ist ja, wie man dann damit umgeht. DOJO ist auch deshalb so erfolgreich, weil wir so reaktionsschnell sind.

Habt ihr ein Beispiel für eine negative Reaktion?

Dominic: Es sei jetzt erstmal dahingestellt, ob es eine richtige Reaktion war oder eine falsche, aber bei der aktuellen Easyjet-Kampagne hatten wir eine Line, die von vornherein dazu prädestiniert war, zu provozieren: Inländer raus. Das haben Leute auf der Straße und im Netz gesehen und es hat keine fünf Minuten gedauert, da kamen die Rechten aus ihren Maulwurflöchern gekrochen und haben angefangen zu bashen, was das Zeug hält. Wir haben diese Reaktion aber schon vorhergesehen und konnten dementsprechend richtig und schnell darauf reagieren.

Joachim: Es geht eben nicht nur darum, Rückgrat zu haben, sondern es auch zu beweisen, wenn es darauf ankommt.

Die Easyjet-Kampagne wurde medial sehr diskutiert. Wo ist bei euch die Grenze der Provokation erreicht?

Dominic: Unsere interne Messlatte ist, dass wir keine stillosen Sachen machen. Wir würden nie etwas Provokantes machen, nur weil es provokant ist. Es muss immer clever sein und eine tiefergehende Wahrheit und einen überraschenden Moment haben, der eigentlich etwas Positives ausdrückt. Einfach nur zu Bashen ohne Grund, ohne Story, ohne Metaebene – das ist nicht unser Ding.

Joachim: Und wichtig: Wir haben im Mietvertrag mit der Kirche stehen, dass wir keine blasphemischen Sachen machen dürfen – was wir natürlich auch nicht vorhatten.

„Alles, was wir sein wollen, ist die konsequenteste Agentur der Welt.“

 

Dominic: Eigentlich sind bisher auch nie wirklich über Grenzen hinausgeschossen, weil wir ein ganz gutes inneres Gefühl haben, was geht und was nicht.

Was inspiriert euch im Alltag um auf die Ideen zu kommen, die ihr dann realisiert?

Joachim: Ich an dieser Stelle nur sagen, dass Dominic Czaja mich am meisten inspiriert. Hallo Dominic.

Dominic: Danke. Blush.

Joachim: Abgesehen davon, würde ich sagen, Inspiration passiert am wenigsten, wenn man zu sehr in dem gleichen Kontext surft. Dann wiederholt sich die Welle einfach nur. Deswegen finde ich eher Weltenreiten als Wellenreiten interessant. Beim Milieu-Hopping kriegt man em besten neue Impulse, die einen bereichern. Wir waren zum Beispiel neulich am Ballermann mit dem kompletten Team. Nachdem wir ein Weile im angesagten Finca-Setting Klischee-Karaoke gespielt haben, wurden irgendwann die Mottoshirts rausgeholt. Wir haben den Leuten gesagt, dass ab jetzt die Szene-Coolness und Individualität komplett abgelegt wird und wir alle gemeinsam in den Mega-Park gehen. Denn: Auch das ist Deutschland.

Dominic: Das war natürlich einer der radikaleren Schritte, die man gehen kann. Aber ich glaube, um es im Stile von Watzlawick zu sagen: „Man kann sich nicht nicht inspirieren lassen.“ Es ist eigentlich egal, wo man ist und was man macht, es ist alles Inspiration, wenn man offen ist. Selbst ein Couchabend mit der Freundin kann Inspiration sein.

Wie sieht denn euer Kreativprozess aus?

Joachim: Das ist leider unser aller größtes Betriebsgeheimnis, welches wir erst in den ersten Future Memoiren der Welt veröffentlichen werden: „Wie wir die Welt kommunikativ gut verändert haben werden“. Kommt 2018 und spiegelt, was in den nächsten 30 Jahren passiert sein werden wird. Nein, ohne Quatsch, das ist schon sehr privat. Wenn es mit einem Sex-Tape nicht klappt, leaken wir das vielleicht irgendwann, um wieder auf uns aufmerksam zu machen und ins Dschungel-Camp eingeladen zu werden. Bis dahin bleibt das einfach unser Geheimnis. Nur soviel: Es hat mit Sombreros zu tun.

Dominic: Ja, find ich auch. Das bleibt unsere kleine Coca-Cola-Formel.


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