Sieben philosophische Weisheiten für Gründer und Macher

Was können wir von den alten Philosophen lernen? Nach den Autoren Ryan Holiday und Stephen Hanselman so einiges. Sie haben gemeinsam ein Buch über die Lehren der Stoiker veröffentlicht – eine Clique von griechischen Philosophen, die zwischen 300 v. Chr. bis 250 n. Chr. influencer-mäßig ihre Weisheiten unters Volk gebracht hatten. Der Kern ihrer Ideen: Gelassenheit und Selbstbeherrschung sind die Grundlagen eines jeden guten Lebens.

Aber was hat das mit Unternehmertum und dem ökonomischen Everyday-Hustle zutun? Beziehungsweise: Was können Gründer und Macher heute noch von den alten Denkern lernen? Die folgenden Auszüge zeigen: Aus den Schriften der Stoiker lassen sich einige ökonomische Grundwerte ableiten. Deshalb kommen hier sieben Tugenden für dein unternehmerisches Ich – in Anlehnung an die alten Weisheiten der Stoiker.

Lehre 1: Eine Geschäftsidee mag scheitern, deine Vision nicht

„Es mag stimmen, dass jemand unsere Handlungen stören kann, aber er kann nicht unsere Intentionen und unsere Geisteshaltung stören, und wir haben die Macht, uns den Bedingungen entsprechend anzupassen. Denn der Verstand kann sich anpassen und all das, was unser Handeln behindert, so verändern, dass es unserem Handeln dient. Was ein Hindernis für unser Handeln war, wird folglich unser Handeln beschleunigen. Das Hindernis, das uns im Weg liegt, wird Teil des Wegs.“ (Marc Aurel)

Lehre 2: Suche dir einen Mentor

„Wir können die meisten Sünden vermeiden, wenn wir jemanden haben, der uns beisteht, sobald wir im Begriff sind, falsch zu handeln. Die Seele braucht jemanden, den sie respektieren kann, dessen Beispiel ihr hilft, unantastbar zu bleiben. Glücklich ist der Mensch, der andere verbessern kann, nicht nur, wenn er anwesend ist, sondern sogar, wenn andere bloß an ihn denken!“ (Seneca)

Lehre 3: Verliere dich nicht in Extremen

„Es gibt zwei Dinge, die man Menschen austreiben muss: Hochmut und Misstrauen. Hochmut lässt nichts anderes zu als die eigene Meinung, Misstrauen geht von der Annahme aus, dass es unter der Flut der äußeren Umstände kein Glück geben kann.“ (Epiktet)

Lehre 4: Reflektiere dein Handeln

„Ich will mich ständig unter Beobachtung halten und – was am sinnvollsten ist – jeden Tag reflektieren. Denn was uns schlecht macht, ist, dass niemand von uns auf sein Leben zurückschaut. Wir beschäftigen uns nur mit dem, was wir gerade vorhaben. Und dabei stammen doch unsere Pläne für die Zukunft aus der Vergangenheit.“ (Seneca)

Lehre 5: Gönne dir Verschnaufpausen

„Dem Geist muss man Ruhe gönnen – nach einer angenehmen Pause wird er gestärkt und schärfer hervortreten. So wie reichen Feldern nichts aufge- zwungen werden sollte, weil sie schnell ihre Fruchtbarkeit verlieren, wenn man ihnen keine Pause gönnt, wird die Geisteskraft nachlassen, wenn man sie ständig in Anspruch nimmt. Aber sie bleibt stark, wenn man sie für eine Weile frei lässt und sie sich entspannen kann. Ständige Geistesarbeit hingegen führt zu einer gewissen Dummheit und Schwäche in der von der Vernunft geleiteten Seele.“ (Seneca)

Lehre 6: Kenne deine wahre Passion

„Wenn du morgens mit dir kämpfst aufzustehen, mache dich mit diesem Gedanken vertraut: Ich bin um meiner Arbeit willen aufgewacht. Warum sollte ich dann verdrossen sein, das zu tun, wofür ich bestimmt bin, also genau die Dinge zu tun, für die ich auf dieser Welt bin? Oder bin ich dafür geschaffen, mich unter die Decke zu kuscheln und weiter zu träumen? Es mag angenehm sein. Aber bist du nur zum Vergnügen da? Um dich zu verhätscheln oder um dich anzustrengen?“ (Marc Aurel)

Lehre 7: Übertreibe nicht gleich

„Wenn ein Kind in ein schmales Bonbonglas greift und die volle Faust nicht mehr aus der Öffnung bekommt, fängt es an zu weinen. Lass ein paar Bonbons fallen und du wirst deine Hand herausziehen können! Schränke deine Wünsche ein – lege dich nicht auf zu viele Dinge fest und du wirst bekommen, was du brauchst.“ (Epiktet)

 

Mehr weise Ratschläge gibt es in „Der tägliche Stoiker – das Tagebuch“ von Ryan Holiday und Stephen Hanselman. Erschienen am 22. Januar im FBV-Verlag.


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