Gerade wurde ein Kunstpreis an ein KI-generiertes Bild vergeben

Jetzt geht’s los, KI übernimmt in der Kunst: Vor kurzem erst wurde das erste KI-Gemälde bei Christie’s versteigert, nun wurde der erste internationale Kunstpreis an ein KI-Bild vergeben. Aber halt, so einfach ist es dann doch nicht, hinter beiden Werken steht immer noch das künstlerische Wollen eines Autors, irgendwie. Aber von vorn: Der Lumen-Preis für digitale Kunst in Gold wurde in diesem Jahr an Mario Klingemanns „The Butcher’s Son“ vergeben, ein Gemälde, das vollständig von GANs kreiert wurde. GANs, also Generative Adversarial Networks, sind eine bestimmte Gruppe von Algorithmen, die oft zum Erstellen von 3D-Modellen und in der Bildbearbeitung verwendet wird.

Das Bild zeigt einen abstrahierten, verschwommenen, nackten Körper, der vor einem grauen Hintergrund sitzt und sei das Ergebnis dessen, was ein neuronales Netzwerk als menschlichen Körper interpretiert. Dazu wurde die KI zunächst mit 150.000 Strichfiguren menschlicher Posen trainiert. Ein neurales Netzwerk generiert das Bild, ein anderes prüft es dann anhand des Datensets, mit dem es trainiert wurde. Im Fall des „Butcher’s Son“ wurde die KI mit Pornographie gefüttert.

Wichtig: Der Künstler kontrolliert immer noch den ganzen Prozess, wie es auch der Fall bei KI-Musik und KI-Literatur ist, die es bereits gibt. Daher steht auch zur Debatte, ob man das Werk auch rechtmäßig als „Interpretation eines neuronalen Netzwerks des menschlichen Körpers“ bezeichnen kann, wie das Bild auf der Lumen-Website beschrieben wird.

Ja, es geht um die sehr philosophische Frage, wo künstlerische Autorschaft beim Menschen aufhört, und wo sie bei der Maschine beginnt. Mario Klingemann ist ein Beispiel für die Symbiose zwischen Maschine und Mensch. Seit Jahren verwendet er Algorithmen in seinen Werken und benutzt KI als Tool für den eigenen Ausdruck. Ganz so, wie einen Pinsel.


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