Leadership & Karriere Diese Farben verhelfen eurem Branding zum Durchbruch

Diese Farben verhelfen eurem Branding zum Durchbruch

Farben transportieren Signale. Das beste Beispiel: Man muss sich den Biss in eine gelbe Zitrone nur vorstellen und schon wird der Speichelfluss im Mund angeregt. Die Grundlagen der Farbpsychologie bestimmen bis heute unseren Alltag. Dabei gelten sie nicht nur in unserem Privatleben, sondern auch in der Business-Welt. Die richtigen Logo- und Brandingfarben können für das Überleben einer bestimmten Marke unter vielen sorgen. Der Grund: Farben erreichen das Gehirn wesentlich schneller als Bild oder Typografie und vermitteln somit direkt, was der Kunde zu erwarten hat. Doch wie können Unternehmen von diesen Erkenntnissen profitieren?

Die richtige Farbe fürs Branding

Eine weltweite Umfrage unter 500 Kunden der internationalen Kreativplattform 99designs kam zum überraschenden Ergebnis: Viele Entrepreneure machen sich die Erkenntnisse der Farbpsychologie nicht für ihr Branding zunutze. Stattdessen wird bei der Wahl der passenden Logo- und Brandingfarben oft mit großer Unwissenheit und Sorglosigkeit agiert. So gaben 65 Prozent aller Befragten an, Farben hauptsächlich aufgrund ihres „persönlichen Geschmacks“ auszuwählen. Fast die Hälfte bekannte außerdem, sich nicht zuvor über die potenzielle Wirkung der Farben informiert zu haben. Doch genau hier liegt der Fehler. Denn in der Kreation einer Markenidentität geht es um die Vorlieben, Erwartungen und Assoziationen des Kunden. Untersuchungen der US-amerikanischen Internet-Marketing-Agentur WebFX zufolge ist für rund 85 Prozent der Konsumenten die Farbe eines Produkts häufig einer der Hauptgründe, ein bestimmtes Produkt zu kaufen. Persönliche Vorlieben sollten daher einer wissenschaftlichen Herangehensweise weichen.

Farbpsychologie: Eine kurze Einführung

Beginnen wir mit den Grundlagen – einem kurzen Einblick in die Farbpsychologie und die Wirkung der Farben auf das menschliche Gehirn. Wie bereits erwähnt, haben Farben einen bedeutenden Einfluss auf unsere Stimmung, unser Denken und Handeln und sogar auf unseren Körper. Denken wir nur an die Wirkung der gelben Zitrone auf den menschlichen Speichelfluss oder die beruhigende Wirkung des Anblicks grüner Wälder auf die menschliche Psyche. Betrachten wir die einzelnen Farben einmal im Detail:

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Rot – die Signalfarbe schlechthin

In der Natur steht Rot für eine deutliche Warnung, damit wir nicht ins Feuer fassen oder die falschen Beeren essen. Aber auch in unserem urbanen Umfeld zeigt sie Wirkung. Die auffällige Farbe ist ein Zeichen für Aufregung und Wut, aber auch für Leidenschaft und Liebe. Wer als Marke laut, verspielt oder modern wirken will, liegt mit der Logofarbe Rot also genau richtig. Rot eignet sich besonders gut für den Einzelhandel, denn hier geht es darum, Kunden aktiv anzulocken. Für eher konservative Firmen ist die Farbe hingegen ungeeignet.

Media Source: Rotes Logodesign von green_in_blue
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Orange – Energie bringende Aufmerksamkeit

Ähnlich wie Rot ist Orange eine Farbe, die wir mit Feuer und Wärme verbinden. Orange wirkt deshalb energetisierend, ausgleichend und fördert die mentale Aktivität. Im Gegensatz zu Rot ist Orange durch den höheren Gelbanteil weniger alarmierend und aggressiv. Das heißt aber nicht, dass sie kein Blickfang ist. Als eine warme und trotzdem erfrischend verspielte Farbe ist sie bestens für alle geeignet, die sich von der breiten Masse abheben wollen. Genau wie Rot kann auch Orange besonders im Einzelhandel empfohlen werden, ist aber als Akzentfarbe für jede Branche geeignet.

Media Source: Ein orangefarbenes Logodesign von Cross the Lime
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Gelb – Wärme, Jugendlichkeit und Optimismus

Gelb verbinden wir mit der Wärme und Helligkeit der Sonne. Es ist eine zugängliche und fröhliche Farbe, die Marken eine jugendliche Energie ausstrahlen lässt. Man sollte bei der Verwendung von Gelb jedoch auch Vorsicht walten lassen, denn zu intensive Töne können beim Betrachter Unruhe auslösen. Hellere, mit Weiß gemischte Schattierungen hingegen strahlen Optimismus und Vertrauen aus. Sanfteres Gelb eignet sich daher besonders gut für die Gesundheitsbranche. Für seriöse Buchhaltungsfirmen ist Gelb hingegen wenig geeignet.

Media Source: Mobile App-Logo von HeART für centbee
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Grün – die Farbe des Gedeihens

Grün wird hauptsächlich mit Natur, Gesundheit und Glück assoziiert. Der Anblick grüner Wiesen versetzt Geist und Körper in einen Zustand der Ruhe und Glückseligkeit. Da Grün auch ein Symbol für Wachstum ist, ist diese Farbe vor allem für Firmen aus dem Bereich Finanzen bedeutend. Durch ihre Assoziation mit der Natur ist sie aber auch für die Landwirtschafts- und Gartenarbeitsbranche bestens geeignet und wird dort gerne verwendet.

Media Source: Ein Logo samt Verpackungsdesign von zenefashions für ZEN STATE
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Blau – seriös und beliebt

Ein wahrer Klassiker unter den Farben. Blau ist in der Studie von 99designs in mehr als der Hälfte aller Logos wiederzufinden. Es ist aufgrund seiner beruhigenden und vertrauenswürdigen Aura eine Farbe, auf die alle Branchen gerne bauen. Wie ein langer Blick aufs Meer hilft der Anblick der Farbe dem menschlichen Organismus dabei herunterzuschalten und kann sowohl Puls als auch Blutdruck senken. Wer seiner Marke Ernsthaftigkeit verleihen und lieber kein Experiment eingehen will, für den ist Blau genau das Richtige.

Media Source: Ein blaues Logodesign von Sava Stoic für KuberDock
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Lila – ein Hauch von Luxus

Wer Lila für sein Branding wählt, der weiß, was er hat und kann. Schon im Alten Rom war Purpur dem Kaiser vorbehalten und auch im Mittelalter war Lila die Farbe des Adels, da der Herstellungsprozess recht aufwendig war: Purpur wurde nämlich aus der gleichnamigen Purpur-Schnecke gewonnen. Lila strahlt auch heute noch Luxus mit einem Touch von Mystik aus. Es wirkt aber trotzdem modern, stark und in jedem Fall weiblich. Diese Assoziation ist für die meisten großen Branchen eher ungeeignet. Wer sich jedoch gerne luxuriös und weiblich geben will, dem sei Lila wärmstens empfohlen.

Media Source: Ein Logo für eine Hautpflegereihe von Allyna für Julian Arber
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Pink – der junge Alleskönner

Auffallend, jung, mädchenhaft – das sind Attribute der Farbe Pink. Dabei ist nicht zu unterschätzen, wie vielseitig Pink in seinen Tönen ist. Von blass bis „into your face“ kann Pink von jung bis alt, von schrill bis luxuriös fast alles. Wer einen pragmatischen und traditionellen Ansatz verfolgt, wie z. B. Unternehmen aus der Finanzbranche, Marketingagenturen und Landwirtschaftsunternehmen, der sollte Rosa und Pink eher meiden. Tatsächlich könnte ein sanftes und einladendes Rosa jedoch eine Empfehlung für die Gesundheitsbranche sein.

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Braun – geerdet und exklusiv

Braun ist die Farbe von Holz und Erde: natürlich, verlässlich und entspannend, männlich und standfest. Das alles verbindet man mit Braun. Keine Frage also, dass Braun besonders gut zu landwirtschaftlichen Unternehmen passt. Als Logofarbe bislang unterschätzt, könnte diese Farbe aber auch für andere Sparten die Chance sein, aus der Masse herauszustechen. Es sei denn, man hat ein Gesundheitsunternehmen. Diesen ist von Braun aufgrund der Verbindung mit Schmutz und Dreck als Logofarbe abzuraten.

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Schwarz – die Statement-Farbe

Schwarz ist eine Statement-Farbe und strahlt Kraft und Eleganz aus. Wer Schwarz in seinem Logo nutzt, wirkt luxuriös und modern. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Schwarz ist nichts für die lauten und bezahlbaren Marken dieser Welt. Und zu viel Schwarz wirkt auch immer etwas unnahbar. Trotzdem ist Schwarz ein Alleskönner, der gerne über die Branchen hinweg verwendet wird.

Media Source: Minimalistisches Logodesign von Coss™ für jasonRMG
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Weiß – frisch, neutral und einfach

Die Farbe Weiß steht für Einfachheit und Reinheit. Der aktuelle „Simplicity“-Trend hat die neutrale Farbe wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Darüber hinaus setzen auch frische und sparsam wirkende Marken auf diese Logofarbe. Weiß ist neutral und als Akzent nahezu überall einsetzbar.

Media Source: Ein weißes Logodesign von KreatanK
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Grau – professionelle Reife

Grau ist die Farbe der Erfahrung. Wer seriös, professionell und anspruchsvoll wirken möchte, dem sei zu Grau geraten. Es passt deshalb gut zu Firmen aus den Bereichen Buchhaltung und Finanzen, Marketing und PR sowie dem Rechtswesen. Die Schattierung macht hierbei den Unterschied: Hellgrau wirkt offener, eine dunkle Schattierung webt eine mysteriöse Aura um die Marke. Wer das Farbspektrum seines Logos zurückhaltend gestalten möchte, sollte übrigens auf Grau verzichten. Zusammen mit einem anderen Farbton verwendet, kann Grau diesen nämlich sogar noch weiter hervorheben.

Unter der Lupe: Branchen und ihre Logofarben

Jetzt kennen wir die Grundlagen der Farbwirkung. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Die folgende Analyse von Beispielen aus den Branchen Marketing/PR und Technologie zeigt es.

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