Warum arbeiten im Team nicht immer produktiver macht

Teams sind toll. Wirklich. Zumindest in der Theorie. Und deswegen überhäufen wir unsere Kalender mit Meetings, nehmen jeden Kollegen, den wir finden können mit in den Diskussionsloop und glauben fest an die Devise: Je mehr Gehirne, desto besser das Brainstorming. Blöd nur, dass das manchmal Schwachsinn ist und wir in Gruppen nicht unbedingt zum Genie, sondern gelegentlich zu richtigen Trotteln werden.

„Die Lieblinge vom Vorgesetzten, bei denen es mehr nach der Nase anstatt der Leistung geht, werden von ihm teilweise fanatisch hochgejubelt und der Rest des Teams wird als störend, fast schon als unnötig gesehen.“

Mitarbeiter von Biologische Heilmittel GmbH

 

Schleimspuren und Lorbeeren

Manchmal brauchen wir Teams. Wenn unser eigener Ideenspeicher leer ist zum Beispiel. Oder wenn wir bei Powerpoint-Präsentationen dem Vorgesetzten mit unseren bunten Bildern und Diagrammen nicht alleine ausgeliefert sein wollen. Manchmal sind Teams aber auch komplett kontraproduktiv. Doch weil sich Teamwork als Nonplusultra-Stempel auf Jobbeschreibungen und Bewerbungsbögen eingebrannt hat, will das kaum einer zugeben. Dabei kennt jeder von uns diesen einen Kollegen, der offensichtlich nichts zur Teamleistung beiträgt und trotzdem alle Lorbeeren einsacken darf. Als Trittbrettfahrer schmuggelt er sich ohne Eigenleistung in seinem Team an die Spitze – und das schafft er nur, weil er sich kleine Trottel-Effekte zu nutze macht.

„Es geht nicht um gute Leistung, sondern wer die längste Schleimspur hinterlässt.“

Mitarbeiter von Nike Österreich

Stumme Trottel

Viele von uns haben nämlich ein kollektives Harmonieproblem. Weil wir so darauf bedacht sind, die Gruppe als solches zusammenzuhalten und uns an dem zu erwartenden gemeinsamen Erfolg orientieren, kommen wir manchmal zu dem Schluss, unsere Meinungen lieber für uns zu behalten – zum Wohle der Allgemeinheit versteht sich.

Und weil wir leider so zum stummen Trottel der Gruppe werden, bleiben Ideen und Ansichten ungesagt, Gefühle werden unterdrückt und bis zum Projektende mitgeschleift. Und Überraschung, wer hätte das gedacht, wird sich diese ungute Stimmung auch in den Ergebnissen des Teams widerspiegeln.


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