Große Pläne, aber kein Cash? Unternehmensfinanzierung für Dummies

Ein Gastbeitrag von Michelle Sobota

Unternehmer stehen häufig vor einer Herausforderung: Sie finden keine passende Finanzierung. Das ist keine Startup-Krankheit, sondern betrifft auch etablierte und gut laufende Mittelständler, Agenturen und Selbstständige. Die Gründe können dabei so bunt gemischt wie die Branchen selbst sein: Fehlende Sicherheiten, wenig Eigenkapital oder die Idee ist so zukunftsorientiert, dass ein möglicher Investor oder Banker sie sich nicht vorstellen kann. Gerade bei Wachstumsunternehmen, die bereits Kredite bei ihrer Hausbank haben, lehnt die Bank auch aus Zwecken der Risikominimierung ab. Dann heißt es: Neue Wege gehen.

Weniger ist nicht immer mehr

Unter jungen Unternehmern hält sich häufig die Annahme, dass man lieber weniger Kapital anfragen sollte: „Eine geringere Summe erhält man einfacher bewilligt als eine, die doppelt so hoch ist.“ Klingt erstmal schlüssig, ist jedoch in den meisten Fällen falsch und kann beim Banker sogar schlecht ankommen. Denn er bewertet nicht nur, ob ein Unternehmen sich die Summe leisten kann. Er prüft auch, ob das Vorhaben mit der angefragten Summe überhaupt umgesetzt werden kann. Denn weniger Kapital heißt auch weniger Handlungsspielraum. Ist der Banker der Meinung, dass das Vorhaben mit der angefragten Summe nicht umgesetzt werden kann, wird eine Finanzierung schlicht und ergreifend abgesagt. Dieser Umstand gilt sowohl für das Startup auf der Suche nach einem Investor als auch für den jungen Unternehmer, der eine Finanzierung bei seiner Bank einholt.

Das Finanzierungsvorhaben bewertet der Banker oder Investor anhand eines ausgereiften Businessplans. Darin sollte auch eine solide Finanzplanung vorhanden sein. Denn nur so versteht ein möglicher Finanzpartner, was mit seinem Geld passieren soll.

Muss es immer der Investor sein?

Für Gründer gilt: Sie brauchen in vielen Fällen Startkapital. Dies kann die Hausbank oder ein Investor liefern. Für junge Unternehmen kommen für das Wachstum aber auch alternative Finanzierungen wie zum Beispiel Factoring in Frage.

Beim Factoring werden Forderungen an die Factoringgesellschaft verkauft. Dem jungen Unternehmen wird direkt die Liquidität aus den gestellten Rechnungen zur Verfügung gestellt. Auch weiterem Wachstum steht nichts im Wege: Je mehr Rechnungen geschrieben werden, desto mehr Liquidität erhält das Unternehmen. Zusätzlich kümmert sich die Factoringgesellschaft auch um die Debitorenbuchhaltung, das Mahnwesen und Inkasso – falls erwünscht.

Tipp für Startups: Fördermittel

Eins sollten sich Gründer vor allem nicht entgehen lassen: Fördermittel. Sie sind die beste Chance, bares Geld bei der Gründung einzusparen. Doch nicht jede Hausbank bietet Fördermittel direkt mit an. Hier ist also auch mal Nachfragen angesagt. Eine andere, weitaus bequemere und einfachere Möglichkeit sind Online-Finanzportale. Dort wird der Fördermittel-Check vollautomatisch und digital durchgeführt. Kein langes Suchen auf Webseiten unterschiedlicher Banken.

Online-Plattformen bieten außerdem einen weiteren Bonus: den Vergleich von Finanzierungsangeboten. Denn wer will heutzutage schon das Erstbeste? Auch junge Unternehmer sollten diesen Leitsatz beibehalten. Schließlich haben sie ihr Unternehmen gegründet, um etwas zu verändern, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Da sollten sie selbst nicht auf Service verzichten – auch wenn es um das Thema Geld geht.


Michelle Sobota ist Teamleiterin in der Firmenkundenberatung beim Finanzportal Compeon.


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