Peloton-Launch in Deutschland: Ist der Hype um das High-Tech-Bike begründet?

Eigentlich muss man mehr Sport machen, aber dann sieht der Tag viel zu oft so aus: Im Office ist einiges los und die Führungsriege wartet auf die finale Keynote-Präse, wenn man abends dann Heim kommt, will man ein bisschen Zeit mit Freunden, Familie und Wein verbringen – da hat man selten auch noch Zeit, ins Fitness-Studio zu gehen und etwas für die Gesundheit zu tun. Vor allem nicht in der kalten und nassen Jahreszeit – no way.

Und genau an diesem Punkt setzt das neue Fitness-Accessoire des Live-Fitness-Anbieters Peloton Interactive an. Denn mit Peloton können sich alle Gym-Muffel das Fitti nach Hause holen, und zwar in Form eines High-Tech-Indoor-Cycling-Bikes mit einem fest installierten Screen, auf dem dazugehöriger Trainingscontent mit den weltbesten Elite-Trainer*innen per Livestream oder on demand abgerufen werden kann.

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Die Kurse lassen sich nach Dauer, Trainer*innen, Musikrichtungen und Kurstyp filtern. So kann man also zwischen Beginner- oder Profi-Spinning-Kursen, Yoga-Classes und Meditationseinheiten wählen, um nach einem stressigen Tag ein wenig runterzukommen. Über eine Rangliste können sich alle Kursteilnehmer*innen außerdem live miteinander messen, gegenseitig anspornen und motivieren. Der Community-Gedanke ist ein zentraler Faktor bei Peloton. International zählt die Peloton-Community bereits über 2 Millionen Mitglieder – seit November 2019 sind auch die Deutschen Teil davon.

Deutschland ist der größte Fitness-Markt in Europa, mit mehr als zehn Millionen Menschen, die regelmäßig ins Gym gehen.

Warum ist der deutsche Markt für das FitTech-Unternehmen so relevant? „Es gibt mehrere Gründe, warum es uns nun auch in Deutschland gibt. Zuerst ist Deutschland der größte Fitness-Markt in Europa, mit mehr als zehn Millionen Menschen, die regelmäßig ins Gym gehen. Wir wissen auch, dass die Deutschen allgemein eine hohe Affinität zu NewTech und zu Trainigskonzepten aus den USA haben. Das sind perfekte Rahmenbedingung für uns.“, sagt Martin Richter, Peloton Country Manager Germany.

Chefredakteurin Julia Berger im Gespräch mit Martin Richter, Peloton Country Manager Germany.

Gegründet wurde Peloton 2012 von dem heutigen Vorstandschef John Foley und vier Freunden. Nach einer erfolgreiche Kickstarter-Kampagne wurde dann das Produkt 2013 gelauncht. Innerhalb von ein paar Jahren entwickelte sich in Nordamerika dann ein regelrechter Hype um das Fitness-Bike: So musste u.a. Schauspieler Hugh Jackman seinen Nutzernnamen ändern, nachdem er über Instagram seine Ergebnisse geteilt hatte und plötzlich tausende von Mitglieder*innen sich mit ihm messen wollten. Ende 2019 ging das Unternehmen an die Börse – für 29 US-Dollar pro Aktie – und erhielt von Investor*innen rund 994 Millionen US-Dollar. 

Ist der Hype real?

Aber was macht das Bike so besonders als andere Indoor-Bikes und Heimtrainer, abgesehen von dem stolzen Preis von 2.290 Euro und einem monatlichen Abopreis, um die Kurse zu nutzen? Zum einen hat es Peloton verstanden, wie man den Community-Gedanken erfolgreich für sich nutzen kann. Die Tatsache, dass man sich während den Trainigs High-Fives geben kann, sich gegenseitig motivieren oder an gemeinsame Challenges teilnehmen kann, pusht beim Training und führt auch dazu, dass man das Bike nicht nach zwei bis drei Mal benutzen in die Ecke stellt. Auch das Design spielt eine große Rolle sowie die Stores und Apartments, die eröffnet wurden, um den Interessent*innen eine gelungene First-Experience zu bieten. Die Stores von Peloton gleichen Apple-Stores, alles ist clean und schick eingerichtet und vermittelt direkt ein Gefühl, dass man gerade wirklich Teil von etwas Großem ist.

Zum anderen hat Peloton zum Deutschland-Start ergänzend exklusiv deutschsprachige Trainer*innen unter Vertrag genommen, die ihre Kurse vom Londoner Studio aus geben werden. Mit Irène Scholz und Erik Jäger (auch bekannt als Hauptstadttrainer) wurden zwei bekannte Gesichter als Trainer*in gesignt, um Reichweite zu genieren, aber auch um deutlich zu zeigen, dass eben nur die Besten der Besten zum Core-Team von Peloton gehören können.

Und zuletzt ist ein klarer Vorteil, dass man nicht prokrastinieren muss, um vor oder nach der Arbeit noch ins Fitti zu gehen, sondern kann alles entspannt von Zuhause aus machen. „Wir möchten jedem Menschen ermöglichen, sich sportlich zu betätigen, ohne erst dafür ins nächste Fitnessstudio zu gehen, ohne an feste Zeiten gebunden zu sein oder anderen Reglementierungen – in den eigenen vier Wänden und ohne jeglichen Stressfaktor“, sagt Richter. Damit man eben direkt nach der Trainingseinheit Wein mit Friends & Family trinken kann, klar. In diesem Punkt sind wir uns alle einig, und können den Hype defo nachvollziehen.

Ein ausführliches Interview mit Martin Richter, Peloton Country Manager Germany, könnt ihr in unserem kommenden Heft 3/20 nachlesen.


Julia Berger

Julia hat irgendwas mit Literatur, Medien & Politik studiert – ist dann aber an der Bundespräsidentschaft knapp vorbeigestolpert. Die famosen Weltherrschaftspläne mussten deswegen erstmal verschoben werden und nach ein paar kleinen Kreativpausen in Asien, Südamerika und der Agenturlandschaft ist sie nun stets bemüht als Leiterin der Digital Redaktion von Business Punk unterwegs.

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