Staff-Picks: Inspirierende Netflix-Serie über die erste Selfmade-Millionärin der USA

Die Vereinigten Staaten, Anfang des 20. Jahrhunderts, kurz nach Ende der Sklaverei: Sarah Breedlove lebt in ärmlichen Verhältnissen. Um über die Runden zu kommen, arbeitet sie als Wäscherin. Wegen Arbeitsstress und einer Kopfhauterkrankung fallen ihr die Haare aus. Die afroamerikanische Frau ist am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen, als plötzlich Addie Munroe vor ihrer Tür steht, die Haarpflegeprodukte verkauft.

Die Frauen schließen einen Deal: Sarah wäscht Addies Wäsche und diese frisiert und pflegt im Gegenzug ihre Haare. Im Laufe der Zeit bemerkt Sarah, dass sie zu mehr in der Lage ist, als nur dreckige Klamotten zu schrubben. Sie bietet Addie an, als Verkäuferin für sie zu arbeiten. Schließlich verstehe sie die Haarprobleme Afroamerikanerinnen besser als jede andere und wisse, wie die Pflegeprodukte ihnen helfen könnten. Doch Addie lehnt ab und verspottet Sarah: Sie sei nicht hübsch genug. Keine Frau wolle so aussehen wie sie. Aus ihr werde niemals eine erfolgreiche Verkäuferin werden.

Mehr American Dream geht nich

Das ist der Moment, in dem Sarah an ihren eigenen Produkten arbeitet und die Karriere der ersten Selfmade-Millionärin der Vereinigten Staaten beginnt, die die Miniserie „Self Made“ auf Netflix erzählt. Sarah Breedlove, später Madam C. J. Walker, weiß genau, was sie möchte. Sie ist die Einzige, die in ihrer Firma das Sagen hat und lässt sich von ihrer Vision des stetigen Wachstums ihres Unternehmens nicht aufhalten – weder von ihrem eigenem Mann noch von anderen.

Madam C. J. Walker ist mutig, selbstbewusst und eine der wenigen Frauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts finanziell unabhängig waren. Sie ist eine strenge Führungskraft und nicht bei all ihren Mitarbeiter*innen beliebt, aber sie besitzt großes Empathievermögen. Ihre Mission ist nicht das große Geld, sondern anderen afroamerikanischen Frauen einen Arbeitsplatz zu geben, ihnen Unabhängigkeit zu ermöglichen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

„Self Made“ ist die Geschichte einer Unternehmerin, die sich mit der Konkurrenz, sexistischen Investoren und auch mit der Liebe rumschlagen muss. Wenn man sieht, wie sich Madam C. J. Walker in einer männerdominierten Welt durchsetzen musste, so fühlt sich die Serie erschreckend aktuell an. Aber: „Self Made“ macht auch Mut, denn die Frau hat es geschafft. Bitte mehr von solchen Serien!


Nicole Plich

Nicole studiert den Klassiker „Irgendwas mit Medien” und hat noch den idealistischen Anspruch mit Wörtern die Welt zu bewegen. Wenn sie im Internet mal nicht nach lustigen Donald Trump-Memes sucht oder Fantheorien zu Game of Thrones liest, interessiert sie sich für Popkultur, Wirtschaft und was im Bundestag so vor sich geht.

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