Startup entdeckt fast vergessenes Enzym wieder, das Plastik effizient recycelt

Laut WWF hat die Menschheit bisher weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoffe hergestellt, von denen mehr als die Hälfte auf Deponien oder in der Umwelt gelandet sein sollen Wenig überraschend sorgen sie dort für erhebliche ökologische Schäden. Das französische Recyclingunternehmen Carbios will sich dieses Problems nun annehmen: mithilfe eines Enzyms.

Das Enzym soll innerhalb von etwa zehn Stunden eine Tonne Plastikmüll in seine Bestandteile zerlegen können. Bei herkömmlichen Recyclingmethoden wie dem Schmelzen leidet die Plastikqualität. Anders ist das jetzt bei dem biologischen Verfahren mithilfe des Enzyms. Dadurch wird das Recycling effektiver, da das Plastik im Anschluss für mehrere Zwecke wiederverwendet werden kann. Das neue Verfahren soll somit den Übergang in eine Kreislaufwirtschaft einleiten.

Das Enzym wurde bereits 2012 entdeckt, sei dann aber leider „völlig in Vergessenheit geraten“, so Professor Alain Marty von der Universität Toulouse und wissenschaftlicher Leiter von Carbios im Interview mit dem Guardian.

Carbios wurde 2011 von Truffle Capital gegründet und arbeitet an industriellen Prozessen des biologischen Abbau und Recyclings von Polymeren. Um die Forschung zu beschleunigen, erhielt das Unternehmen Unterstützung von L’Oreal, Nestlé und Pepsi. Bis 2025 will das Recyclingunternehmen soweit sein, um das Enzym im „industriellen Maßstab“ einzusetzen.

Zusammen mit dem Biotechnologie-Institut in Toulouse veröffentlichte man den Durchbruch kürzlich im renommierten Wissenschaftsmagazin Nature.

Ob Bakterien, die Plastik in Wasser umwandeln oder Plastikalternativen aus Fischabfällen: Die Forschungen im Bereich Rund um das Thema Plastik nehmen immer weiter Fahrt auf. Scheint also nur eine Frage der Zeit, bis wir der Plastikflut etwas entgegen setzen können.


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