In Kenia versorgen jetzt Internet-Ballons die Menschen mit einem Mobilfunknetz

Das mit dem mobilen Netz ist so eine Sache. Während in manchen Ecken der Welt der Turbo-Ausbau von 5G läuft, haben Menschen an anderen Orten nicht mal einen Netz-Zugang. Und wir meinen damit nicht das kurze Funkloch, in das ihr mal geratet, wenn ihr mit dem Zug quer durch Deutschland fahrt. Die Rede ist von Teilen der Erde, wo es flächendeckend einfach gar kein Netz gibt. Wie in Kenia zum Beispiel. Vor allem in den isolierten ländlichen Gebieten rund um die Hauptstadt Nairobi leben viele Einwohner*innen ohne Empfang.

Das Projekt „Loon“ vom Google-Mutterkonzern Alphabet will das ändern: Betroffene Gebiete sollen jetzt mit Internet versorgt werden. Und das nicht wie gewohnt über Sendemasten oder Satelliten, sondern über Heliumballons.

In 20 Kilometern über dem Boden

Entwickelt wurden die 35 Hightech-Ballons im Silicon Valley. Von dort aus werden sie auch gesteuert. Von einer Software, die mit Künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. Außerdem besitzen die Ballons einen Solarpanel und eine Batterie, mit der sie 20 Kilometer über dem Boden schweben können. Die Besonderheit: Aus dieser Höhe können die 35 Ballons eine Fläche von rund 50.000 Quadratkilometern mit einem 4G und LTE-Mobilfunknetz versorgen.

Momentan bringt der Zugang aber nur den Einwohner*innen etwas, die Kunde bei Telkom Kenya sind. Denn das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Telekommunikationsunternehmen und Alphabet. Voraussetzung für die Nutzung ist darüberhinaus erstmal, dass man sich überhaupt ein 4G-Gerät leisten kann. Deshalb steht das Projekt auch in der Kritik.

Es ist das erste Mal, dass die Ballons kommerziell genutzt werden. Zuvor hatte Alphabet sie schon in Krisengebieten eingesetzt, wie 2017 in Puerto Rico, als der Netz-Zugang durch einen Hurrikan zerstört wurde. Durch die Internet-Ballons konnten nach dem Unglück über 200.000 Menschen wieder miteinander vernetzt werden.


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