Dieser Unternehmer verbringt seine Quarantäne in einer Geisterstadt und baut sie wieder auf

„I’m a ghost. Living in a ghost town. I’m going nowhere. Shut up all alone“ – Dieser Ohrwurm von den Rolling Stones spukt uns automatisch im Kopf herum, schauen wir uns Bilder von Brent Underwood an.

Der amerikanische Unternehmer hat im Jahr 2018 mit einem Freund die verlassene Kleinstadt Cerro Gordo in Kalifornien für 1,4 Millionen Dollar gekauft. Sie wurde 1865 in den Inyo Mountains gebaut und liegt in der Nähe von Los Angeles. Cerro Gordo ist historisch von Bedeutung. Die Stadt war einst der größte Silber- und Bleiproduzent in ganz Kalifornien, 4000 Menschen lebten dort.

Gegenstände vergessener Tage

Jetzt ist sie im Besitz von Brent Underwood und Jon Bier. Als vor ungefähr einem halben Jahr die Coronapandemie und mit ihr die Quarantänemaßnahmen losgingen, zog sich Underwood in die Geisterstadt zurück, um sich zu isolieren.

Eigentlich wollte er dort nur ein paar Wochen bleiben. Daraus wurden mittlerweile sechs Monate, in denen der Unternehmer Cerro Gordo und seine Minen erkundet und die 22 Gebäude, die dort stehen, wiederaufbaut.

Auf Social Media teilt er einige seiner Entdeckungen, die wahre Schätze für Fans von Lost Places sind. Als Underwood beispielsweise den Gemischtwarenladen ausmistete, fand er einen Aktenkoffer mit alten Dokumenten. Darunter: Bankauszüge, Schecks und Verträge über den Verkauf von Erz.

View this post on Instagram

I found this briefcase a few days when cleaning out the old general store at Cerro Gordo. It was neatly tucked under an old blanket, under a counter, behind piles of furniture and junk that hadn’t been touched in decades. The briefcase is made of paper that still shows bourbon at $0.69 a bottle.⁣ ⁣ I opened it to find hundreds of documents – bank statements, checks, mining claims, lawsuits over unpaid accounts, contracts to sell ore, contracts to buy land, and even a divorce from the Supreme Court that cited “extreme cruelty.” ⁣ ⁣ The highs and lows of former miners lives, all spelled out in faded ink and crumpled contracts. It’s strange going through a box like that. You’re hesitant to touch anything in fear you’ll damage history But as I sifted through the box I found records of three former miners – a Mr. Reynolds, Mr. Leary, and Mr. Carothers. All three miners that tried their hand at the American dream. ⁣ ⁣ In the bit of research I could do it seems Mr. Leary was born in 1881. Mr. Reynolds in 1884, and Mr. Carothers in 1893. They all were miners by trade. All staked their own mining claims and tried their hand at the American dream. The letters and lawsuits lay out the difficulty of that path. But in the other letters is an overwhelming sense of hope. A hope that the next drilling will bring the riches they’ve been searching for. The hope of a dreamer you can still feel today in Cerro Gordo.⁣ ⁣ Here is a few of the documents:⁣ ⁣ 1. briefcase showing the start of documents⁣ ⁣ 2. briefcase in old general store (not where it was found, but placed on shelf)⁣ ⁣ 3. checks from 1926 for $20 and $31.65 and a check from 1931 for $20⁣ ⁣ 4. a mining lease Mr. Leary took out in 1934⁣ ⁣ 5. a letter to Mr. Leary in 1934 from the Utah Junk Company offering to buy 200 tons of his zinc ore⁣ ⁣ 6. the final decree of divorce in 1939 for Mr. Reynolds citing “extreme cruelty” ⁣ ⁣ 7. a lawsuit from 1943 demanding Mr. Reynolds to pay $10.66 to Lone Pine Lumber⁣ ⁣ 8. Mr. Carother’s income tax return from 1945. He made $2,386.22. Occupation: Miner⁣ ⁣ 9. Mr. Carother’s bank statements from 1952. He had $89.70 in his Bank of America account.⁣ ⁣ 10. A letter to Mr. Carothers from a f

A post shared by Brent Underwood (@brentwunderwood) on

Bei seinen Minen-Touren fand Underwood außerdem alte Dynamit-Kisten, verrottete Waffen und Jeans-Kleidungsstücke.

Außerdem hat Underwood eine neue Wasserleitung gelegt, damit es in der Stadt überall wieder fließend Wasser gibt. Da er dafür tief in eine Mine hinunterklettern musste, was nicht ungefährlich ist, holte sich der Unternehmer Verstärkung zur Realisation des Projekts.

Auch Rückschläge musste Underwood in den letzten sechs Monaten hinnehmen. Im Juni brannte das „American Hotel“, das das Herzstück der Stadt war, nieder.

Ort für Tourismus

Dem Unternehmer auf Youtube zuzuschauen, wie er sich Step by Step den Ort erschließt, ist auf jeden Fall eine nette Abwechslung zum Netflix-Streamen.

Wir sind gespannt, wie sich Cerro Gordo in Zukunft entwickeln wird. Denn Bier und Underwood planen aus Cerro Gordo einen attraktiven Ort für Tourismus zu machen. Allerdings ist es ihnen dabei wichtig, alles möglichst originalgetreu zu erhalten.

„Unser Ziel ist es, den historischen Charakter des Anwesens zu erhalten und seine Geschichte zu respektieren“, sagte Underwood im Interview gegenüber NBC.


Nicole Plich

Nicole studiert den Klassiker „Irgendwas mit Medien” und hat noch den idealistischen Anspruch mit Wörtern die Welt zu bewegen. Wenn sie im Internet mal nicht nach lustigen Donald Trump-Memes sucht oder Fantheorien zu Game of Thrones liest, interessiert sie sich für Popkultur, Wirtschaft und was im Bundestag so vor sich geht.

Zum Autor

Das können wir Dir auch empfehlen

placeholder
placeholder
placeholder