Warum die Online-Plattform Ankorstore den stationären Einzelhandel umkrempeln will

Wer sich noch nicht komplett dem Online-Shopping verschrieben hat und durch die Straßen zieht, wird bemerkt haben, dass viele private Einzelhändler*innen ihr Geschäft dichtmachen mussten.

Die Online-Plattform Ankorstore möchte das verhindern und hat sich zur Aufgabe gemacht, den Einzelhandel zu bestärken.

Im Interview erzählt Deutschlandchef Mateusz Witjes, was sich im Einzelhandel ändern muss, welche Vorteile Ankorstore für die Konsument*innen hat und gibt gute Gründe, warum wir überhaupt noch analog shoppen gehen sollten.

Herr Witjes, können Sie kurz skizzieren, wie es momentan um den Einzelhandel steht? 

Der Einzelhandel kämpft seit einigen Jahren mit enormen Herausforderungen. Insbesondere die starke Online-Konkurrenz stellt ein ernstzunehmendes Problem dar. Durch die Corona-Krise wurde die ohnehin schon schwierige Situation nochmals verschärft.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Trends mit zunehmender Geschwindigkeit verändern. Händler*innen müssen ihr Sortiment daher mit höherer Taktzahl aktualisieren und stets für Abwechslung sorgen. All dem steht oftmals jedoch eine angespannte Liquiditätssituation gegenüber.

Allerdings gibt es auch Lichtblicke für die Branche. So beobachten wir derzeit einen stärker werdenden Wunsch der Kundschaft, regional und nachhaltig einzukaufen.

Warum muss sich der Einzelhandel verändern? 

Der traditionelle Einzelhandel benötigt neben dem stationären Verkauf dringend ein zweites Standbein: den Online-Handel. Dies zeichnet sich schon seit Jahren ab. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist es jedoch unstrittig, dass die vollständige Abhängigkeit von Laufkundschaft ein hohes Risiko darstellt.

Es ist nicht mehr sinnvoll, nur auf dem Kernsortiment zu beharren. Vielmehr gilt es, Bedürfnisse bestehender Zielgruppen stetig zu überprüfen, neueste Trends aufzuspüren und nach passenden Produkten zu suchen.

Die dritte Herausforderung besteht darin, ein attraktives und abwechslungsreiches Produktangebot zu realisieren, ohne hierbei jedoch den Cashflow zu beeinträchtigen. Dies wiederum erfordert neue, flexiblere Lösungen im Wareneinkauf.

Warum ist Ihnen so viel daran gelegen, mit Ankorstore den Einzelhandel zu unterstützen? 

Wir glauben, dass Faktoren wie Regionalität, Nachhaltigkeit, Qualität, gute Beratung und Unabhängigkeit wieder mehr Bedeutung erhalten müssen.

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, muss der lokale Einzelhandel erhalten und gestärkt werden. Aus diesem Grund haben wir Ankorstore geschaffen. Der B2B-Marktplatz ermöglicht es den Händler*innen, auf das Portfolio zahlreicher vertrauenswürdiger Produkthersteller*innen zurückzugreifen.

Mateusz Witjes ist Deutschlandchef von Ankorstore, Europas führendem B2B-Digitalmarktplatz, der die Verbindung von Marken, Herstellern und dem unabhängigen Einzelhandel erleichtert. © Ankerstore

Warum sollte man überhaupt noch analog shoppen gehen?

Zunächst einmal besteht natürlich ein enormer Unterschied in der Haptik. In einem traditionellen Ladengeschäft wird der Einkauf zu einem besonderen Erlebnis. Die Waren sind speziell in Szene gesetzt. Man kann sie rundum begutachten, berühren und sogar daran riechen. Und besonders im Fachhandel ist bei Fragen stets eine professionelle Beratung gewährleistet. 

Gerade die großen E-Commerce-Plattformen sind außerdem sehr gut darin, ein personalisiertes, von Algorithmen gesteuertes Angebot zu präsentieren. Hierdurch wird das Einkaufsverhalten mittlerweile gezielt in eine bestimmte Richtung gesteuert.

Anders stellt sich die Situation beim analogen Shoppen dar. Hier sind Käufer*innen nach wie vor frei in ihrer Informationsbeschaffung und ihrer Kaufentscheidung.

Welche Vorteile bietet Ankorstore für die Einzelhändler*innen? 

Ankorstore eröffnet nicht nur den Zugang zu einem breiten Produktportfolio mit günstigen Konditionen. Es bietet auch den Vorteil sehr niedrig angesetzter Mindestbestellmengen. So beträgt unser Mindestbestellwert lediglich 100 Euro. Einzelhändler*innen sind hierdurch in der Lage, mehr Vielfalt zu schaffen und neue Produkte ohne Risiko zu testen.

Außerdem gestaltet sich die Bestellabwicklung über Ankorstore besonders einfach. Mit nur einem Einkaufsvorgang können Händler*innen dank Multishop-Checkout bei beliebig vielen Marken gleichzeitig bestellen.

Der dritte Vorteil liegt in dem großzügigen Zahlungsziel. Einzelhändler*innen müssen die Rechnung erst nach 60 Tagen begleichen. In diesem Zeitraum haben sie in der Regel einen Großteil der Ware bereits abverkauft. Der Cashflow lässt sich hierdurch deutlich verbessern.

Welche Vorteile hat das für die Kundschaft? 

Ankorstore wirkt sich in mehrerlei Hinsicht positiv auf die Endkundschaft aus. Zunächst profitiert sie von einer größeren Auswahl und von mehr Abwechslung in ihren lokalen Einzelhandelsgeschäften.

Außerdem kann sie die neuesten Trends entdecken, ohne sich hierfür in die „Online-Welt“ begeben zu müssen.

Doch auch hybride Shopping-Modelle werden dank Ankorstore künftig häufiger verfügbar sein. Kund*innen können dann situativ entscheiden, welchen Kanal sie nutzen möchten.

Wie sucht ihr die Marken für Partnerschaften aus?

Ankorstore will als selektive Plattform nur mit absolut authentischen Marken zusammenarbeiten. Heute werden lediglich 20 Prozent der Markenbewerbungen bei uns angenommen, sodass wir die guten Beziehungen und Partnerschaft mit unseren Marken aufrecht erhalten können.

Viele Produkte testen wir sogar persönlich vor dem Live schalten. Wir wollen Marken, mit deren Hilfe sich der Einzelhandel von seiner On- und Offline Konkurrenz unterscheiden sowie differenzieren kann. 

Wie sieht der Einzelhandel der Zukunft aus? 

Ich gehe davon aus, dass wir zukünftig mehr Spezialist*innen als Generalist*innen haben werden. Ebenso werden auch Anbieter*innen, die nur in einer bestimmten Region vertreten sind, in ihrer Nische bestehen können.


Nicole Plich

Nicole studiert den Klassiker „Irgendwas mit Medien” und hat noch den idealistischen Anspruch mit Wörtern die Welt zu bewegen. Wenn sie im Internet mal nicht nach lustigen Donald Trump-Memes sucht oder Fantheorien zu Game of Thrones liest, interessiert sie sich für Popkultur, Wirtschaft und was im Bundestag so vor sich geht.

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