Leadership & Karriere “Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg”: Hanna Bachmann über Selbstwert und gute Führung 

“Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg”: Hanna Bachmann über Selbstwert und gute Führung 

Gastbeitrag von Hanna Bachmann, Mitgründerin von hepster.

Was macht eine erfolgreiche Gründerin und eine wirksame Führungskraft aus? Hanna Bachmann hat die Antwort darauf für sich gefunden. Die Mitgründerin und CRO (Chief Revenue Officer) des InsurTechs hepster kennt die Hürden, denen aufstrebende Frauen oft begegnen. Doch sie hat gelernt, damit umzugehen – und sie hat ihren Ansatz gefunden, den sie anlässlich des Frauentags teilt.

Auf dem Weg zum Erfolg gibt es keine Abkürzungen. Eigene Erfahrungen zu sammeln und aus eigenen Fehlern zu lernen, ist unerlässlich. 

Weshalb sind beispielsweise Seriengründer*innen so erfolgreich? Sie haben mindestens zweimal ein Unternehmen von Grund auf aufgebaut. Spätestens nach dem zweiten Mal wissen sie, wie man ein Produkt auf den Markt bringt, wie man Investoren von sich überzeugt und wie man sein Team abhängig von der jeweiligen Gründungsphase zusammenstellt. Sie wissen, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist, einen bestimmten Prozess zu starten, und wie man Konflikte richtig einschätzt.

Menschen mit viel Berufserfahrung sind meistens entspannter im Umgang mit Krisen und Konflikten. Sie können diese einordnen und wissen, wie mit ihnen umzugehen ist. Um solch ein Wissen zu erlangen, braucht es nun einmal Erfahrung.

Gibt es einen Shortcut für Erfolg? Jein. Erfahrungen und Fehler muss man machen, um aus ihnen zu lernen. Man kann aber auch von anderen lernen. Und darin liegt meines Erachtens der Schlüssel zum Erfolg.

Und was hat das alles mit „Female Empowerment“ zu tun? Viel. Ich habe mit 26 Jahren mein erstes (und bisher einziges) Unternehmen gegründet. Nicht allein, sondern gemeinsam mit zwei Herren. Es gab Situationen, in denen ich als kaum 30-Jährige junge Frau mit Doc Martens und wirrem Lockenkopf nicht ernst genommen wurde. In Bewerbungsgesprächen wurde ich gefragt „Und DU bist dann meine Chefin?“, in Sales-Meetings wurde ich gefragt, wann denn mein Vorgesetzter käme, in Gesprächen mit VCs wurde durchaus auch mal deutlich gemacht, dass man mir die Führung und den Ausbau einer 50 Mio. ARR Revenue Organisation nicht wirklich zutraut.

Entschärfen konnte ich Situationen dieser Art meist mit einer einzigen Waffe: Wissen. Das Wissen darum, wie man Menschen führt, wie man mit Konflikten umgeht, wie man eine skalierbare Vertriebsmaschinerie aufbaut, habe ich mir selbst angeeignet. Bücher, Online-Kurse, Mentoren, Artikel, Recherche und die tägliche praktische Anwendung von allem Gelernten haben am Ende das nötige Selbstvertrauen geschaffen, so dass ich mich heute kaum noch in ähnlichen Situationen wiederfinde.

Selbstvertrauen und Wissen, das ist die Kombination, die die Grundlage für Erfolg bildet – vor allem für Frauen. Wer genau weiß, was er tut, macht sich nicht angreifbar. Und wer sich nicht angreifbar macht, meistert schwierige Situationen bedeutend gelassener.

Das Fachwissen allein macht Frau jedoch nicht zu einer kompetenten Führungskraft. Zum Erfolg zählt auch, die nötigen Softskills zu beherrschen. Dazu gehört gute Führung ebenso wie klare Kommunikation, der richtige Umgang mit Krisen und Konflikten, eine effektive und selbstbewusste Verhandlungsführung, eine gesunde Feedbackkultur sowie eine kreative Lösungsfindung.

Es gibt heutzutage eine nahezu unerschöpfliche Quelle an kostenlosen Weiterbildungsmöglichkeiten und günstigen Inhalten zu jedem Fachgebiet – auch zu den Softskills, die eine gute Führungskraft ausmachen. Egal, welcher Profession man nachgeht und welche Ambitionen man auf der horizontalen oder vertikalen Karriereleiter verfolgt, das Rezept für Erfolg lautet, sich konstant Wissen anzueignen.

Speziell für „Female Leadership“ ist es darüber hinaus im Sinne des Unternehmens unabdingbar, Personalentscheidungen nach Qualifikation, kultureller Einstellung, Motivation und Teamfähigkeit zu treffen. Diversität ist für den Erfolg von Teams eine ebenso unverzichtbare Zutat wie Erfahrung, Neugier und Lösungsorientiertheit.

In der Führung von Frauen gegenüber der von Männern ist meiner Erfahrung nach nur ein einziger Unterschied relevant: vielen – nicht allen! – Frauen muss man als Führungskraft sehr viel stärker ihre Potenziale und Fähigkeiten aufzeigen. Man muss ihnen deutlicher signalisieren, was man ihnen zutraut, und sie darin bestärken, was sie leisten können. Das ist Führungsaufgabe und auch hier hilft die Ermunterung und das Angebot kontinuierlicher Weiterbildung.  

Das könnte dich auch interessieren

Warum jetzt der perfekte Zeitpunkt für den beruflichen Neustart ist Leadership & Karriere
Warum jetzt der perfekte Zeitpunkt für den beruflichen Neustart ist
Die Wirkung von Führung auf die Arbeitsmoral: Neue Erkenntnisse einer aktuellen Studie Leadership & Karriere
Die Wirkung von Führung auf die Arbeitsmoral: Neue Erkenntnisse einer aktuellen Studie
Arbeiten ohne Chef: Der neue New Work Trend? Leadership & Karriere
Arbeiten ohne Chef: Der neue New Work Trend?
Sensibilität und Beruf: Wie passt das zusammen? Leadership & Karriere
Sensibilität und Beruf: Wie passt das zusammen?
Gen Z: Erwartungen und Karrierewünsche einer globalen Generation Leadership & Karriere
Gen Z: Erwartungen und Karrierewünsche einer globalen Generation