Entscheider: Sollte man auf den Rat älterer Kolleg*innen hören?

Ja.

Denn weißt du, du kannst noch so gut in deinem Job sein, es gibt immer einen, der schon länger dabei ist und deshalb mehr Erfahrung hat. Und – Überraschung! – meistens sind diese Kolleg*innen eben älter.

Also: Du wirst das Rad nicht neu erfinden. Es gibt (fast) keine Krise, die es noch nicht gegeben hat, durch die andere also schon mal gegangen sind. Und deswegen ist auch nichts dabei, wenn du dann und wann mal auf den Rat deiner erfahrenen Kolleg*innen hörst.

So oft, wie die sich schon mit ihren Chef*innen um Gehalt gefetzt haben, warst du noch nicht mal im Yogastudio.

Klar, die junge Kollegin, die frisch aus ihrem Software-Engineering-Studium kommt, bringt vielleicht eine völlig andere Ambition mit. Aber bringt einen das auch immer und in jeder Situation weiter?

Oder der neue Junior-Projektmanager mit seinem Design-Thinking-Ansatz, der die Arbeit jeden Tag ein kleines bisschen besser machen will. Es wird relativ lustig werden, wenn er an der Realität scheitert.

Und die sieht so aus: Am Anfang steht der Idealismus, die Ambition, der Wille, groß rauszukommen. Dann kommt die Einsicht: Deine Ideen hatten auch andere, oder sie sind gar nicht mal so gut, wie du das dachtest.

Also einreihen in das Heer der Mediokren, die es am Ende vielleicht in das mittlere Management einer*s mittelgroßen Mittelständler*in schaffen.

Du hättest auch gleich auf Hajo, Heike oder Heinz hören können, die alle schon mal diese Ochsentour gegangen sind. Die wissen daher, was einen erwartet – und auch wenn sich die (Arbeits-) Welt ändert, die Notebooks flacher und die Tweets schneller rausgehauen werden: Am Ende kommt es eben doch darauf an, wer weiß, wie es läuft.

Deshalb hör auf die, die das alles schon mal durchgemacht haben.

Positiver Nebeneffekt: So ein Talk darüber, wie das Arbeiten in den Neunzigern war, kann auch noch reichlich erheiternd sein.

Katharina Boecker


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