Productivity & New Work Entscheider: Sollte man auf den Rat älterer Kolleg*innen hören?

Entscheider: Sollte man auf den Rat älterer Kolleg*innen hören?

Nein.

Nein. Nein. Nein. Sollte man nicht. Das ist die kurze Antwort. Eigentlich sollte sie auch reichen.

Aber, bitte, hier also die lange: Ältere Kolleg*innen mit ihren altersweisen Ratschlägen sind ein bisschen wie das Orakel von Delphi. Man pilgert hin, jung, frisch, unwissend. Und alles, was man bekommt, ist völlig kontextloses Geseier und Gestammel. Blicke nach vorne, die ihre Berechtigung aus Vergangenem nehmen – alte Ideen neu aufgekocht, wenn überhaupt.

Dass die Lady in Delphi stoned war, wissen wir. Und auch bei manchen Kolleg**innen kann das ein oder andere „Jäckchen“ um 12 Uhr schon dabei sein.

Gehe man doch einmal durch die Büros der Abteilungen, in denen sie sitzen, die altgedienten Kolleg*innen. Oder rufe man sich die Meetings und Konferenzen ins Gedächtnis, bei denen sie fragen: „Wie geht noch mal dieses Drag und Drop?“

Die Blicke auf die eigenen Hände, die versuchen, die Doppellackierung der Tischplatte abzukratzen – zu gleichen Teilen aus Wut und Scham. Ja, das sind sie, die älteren Kolleg*innen.

Die lieben das: Ratschläge verteilen, Ideen kritisieren, Kolleg*innen bewerten. Man hat ja alles schon gesehen, gehört, ausprobiert.

Nur was soll man von Leuten erwarten, die meinen, schon alles zu kennen? Einen Aufguss vom Aufguss vom Aufguss – nach vorne bringt das niemanden mehr.

Das bedient allerhöchstens noch den Wunsch derer Kolleg*innen, die eh in ein paar Jahren in den Ruhestand gehen, ein (noch) laufendes System nicht mehr zu verändern. Und damit natürlich potenziell zu gefährden. Oder schlimmer noch: dass sie sich anpassen und verändern müssen.

Arg. Dass dazu noch die ganzen guten Gehälter an diese Älteren gehen. Weil Boomer und gute Verträge und so, die sie bis auf die Bahre durchfüttern. Sei’s drum.

Also, zurück auf Anfang: Nein, nein, nein. Man sollte nicht auf ältere Kolleg*innen hören. (Außer es bringt einen dann doch nach vorn – heh.)

Bastian Hosan

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