Leadership & Karriere Blue Farm bringt das Konzept des Milchmanns zurück – zeitgemäß und vegan

Blue Farm bringt das Konzept des Milchmanns zurück – zeitgemäß und vegan

Das Berliner Startup Blue Farm hat die Oat Base entwickelt – ein Pulver, mit dem man Hafermilch selbst herstellen beziehungsweise anrühren kann. Die Gründer*innen Philip von Have und Katia Helf haben im Interview erklärt, wie man so eine Produktentwicklung angeht, was sie sich für die Zukunft wünschen und welches Produkt neben der Oat Base bald erhältlich sein wird.

Wie kam es zu der Idee von Blue Farm?

Philip: Ich habe hier in Berlin ein Kaffee-Startup gegründet. Da hatte ich sehr viel mit Milch zu tun und hab gesehen, wie sich der Milchmarkt entwickelt hat, und hatte dann die Idee für Blue Farm. 2019 habe ich das Projekt angeschoben und im Frühling 2020 kam Katia auch mit an Bord.

Katia: Phil und ich sind schon seit langer Zeit miteinander befreundet. Ich wusste immer, dass Phil fleißig im Startup-Bereich tätig war. Ich selbst hatte auch immer großes Interesse am Gründen, aber was mit Impact sollte es immer sein, ich wollte nie nur gründen, um zu gründen.

Was war dann eure erste gemeinsame Amtshandlung bei Blue Farm?

Katia: Die richtig offizielle Amtshandlung war natürlich der Weg zum Notar. Ich glaube, was uns aber zugutekam, war der erste Lockdown, weil man ja freizeitmäßig nicht viel machen konnte, sodass wir uns intensiv mit Blue Farm und unseren Möglichkeiten als Team auseinander gesetzt haben.

Philip: Stimmt, das war eigentlich das Erste. Wir haben einfach super offene Gespräche geführt. Das Coole ist ja, wenn man mit Anfang 30 im Vergleich zu mit Anfang 20 gründet, dann weißt du einfach schon viel mehr über deine Stärken und Schwächen, und wir haben uns dazu einfach sehr offen ausgetauscht. Dann haben wir gemerkt, dass wir einfach wahnsinnig komplementär sind. Das waren so unsere ersten Wochen.

Was war denn rückblickend betrachtet das Leichteste und das Schwierigste während der Gründung?

Philip: Das Leichteste war definitiv, dass die Resonanz auf die Idee einfach wahnsinnig positiv war. Das hat uns sehr getragen. Alle fanden die Brand, also Blue Farm, und das Farmhaus-Logo cool. Das hat uns sehr viele Türen geöffnet. Ich habe ja den Vergleich zu meinen beiden Projekten davor – die Investor*innen waren zwar teilweise skeptisch, da es so ein neues Konzept war, aber auch engagiert und interessiert.

Katia: Fast alle Investor*innen haben uns direkt neue Intros gemacht, weil sie das Thema gut fanden. Die Idee hat alle von vornherein begeistert und mitgerissen.

Philip: Das Schwierigste war leider, dass uns der erste Corona-bedingte Lockdown während der Produktentwicklung erwischt hat, was dann den Launch um einige Monate verzögert hat, da wir das Labor erstmal drei Monate schließen mussten.

Katia: Und diese Verzögerung hat nicht nur die Produktentwicklung, sondern auch das Fundraising beeinflusst. Viele Investor*innen wollten natürlich probieren. Es gab allerdings auch solche, die auch ohne Probe investiert haben.

Wann habt ihr das Pulver denn zum ersten Mal selbst probiert?

Philip: Wir hatten im Frühling mal so einen Prototypen, der zwar noch nicht vergleichbar war mit dem Endprodukt, aber man konnte eine Idee bekommen, wo die Reise hingeht.

Katia: Den ersten richtig guten Prototypen gab es dann im August. Leider immer nur in Mini-Proben aus dem Labor, die wir dann ganz selektiv an potenzielle Investor*innen verteilen konnten.

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