Green & Sustainability Naturkatastrophen 2020 in Zahlen: Die Munich RE zieht Bilanz

Naturkatastrophen 2020 in Zahlen: Die Munich RE zieht Bilanz

2020 war nicht nur durch die Corona-Krise ein hartes Jahr. Sondern auch wegen der zahlreichen Naturkatastrophen. Feuerstürme, Überschwemmungen und Erdbeben – die tragischen Bilder aus den Nachrichten hat der Rückversicherer Munich RE nun in Zahlen ausgedrückt.

Das Ergebnis: Die Naturkatastrophen von 2020 haben eine Gesamtschadenssumme in Höhe von 210 Milliarden Dollar verursacht. Ein Anstieg von rund 27 Prozent im Vergleich zu 2019, als die Gesamtschäden auf 166 Milliarden Dollar geschätzt wurden.

Amerika triffts am härtesten

Besonders hart getroffen wurde dieses Jahr Nordamerika. Hier wurden sechs von zehn der teuersten Naturkatastrophen aufgezeichnet, allen voran Hurricane Laura im August 2020, der mit einer Windgeschwindigkeit von 240 km/h im Westen von Louisiana wütete.

Den höchsten Einzelschaden 2020 verursachten die Überschwemmungen in China als Folge der starken Monsunregenfälle im Sommer. Besonders tragisch: Nur zwei Prozent der Schadenssumme waren dort versichert. Insgesamt waren im Schnitt 60 Prozent der Schäden versichert.

Beim Anteil der versicherten Schäden sieht man einen deutlichen Unterschied zwischen den reichen Industrieregionen wie den USA, Australien und Europa und den ehemaligen Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien. Letztere sind nur schlecht gegen Naturkatastrophen abgesichert und werden daher doppelt hart getroffen.

Quelle: Munich RE

Buhmann mal wieder: Die Klimakrise

Schuld an den Naturkatastrophen ist laut Ernst Rauch, Chief Climate and Geo Scientist bei der Munich RE, der Klimawandel. Zur F.A.Z. sagt er: „Der Klimawandel trägt zu Hitzeperioden und Dürren bei, schwere Waldbrände werden dadurch immer wahrscheinlicher. Außerdem beschleunigen sie den Klimawandel noch, weil durch das Verbrennen von Kohlenstoff noch mehr klimaschädliches Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gelangt.“

Was also tun? Rauch zufolge sei der Klimawandel nur durch die drastische Reduktion von CO₂-Emissionen in den Griff zu bekommen. Das Ziel müsse sein, bis 2050 klimaneutral zu werden. So will es auch das Klimaabkommen von Paris. Kurzfristig könnte laut Rauch helfen, in besonders waldbrandgefährdeten Regionen nicht mehr zu bauen. Zudem solle noch mehr in Feuerbekämpungsmaßnahmen und Frühwarnsysteme investiert werden.

Trotz der schwarzen Zahlen äußert sich der Klimaforscher Rauch optimistisch: „Viele Länder sind inzwischen auf dem richtigen Pfad und investieren in Erneuerbare Energien“, sagt er. „Dass sich jetzt auch China verpflichtet hat, bis zum Jahr 2060 klimaneutral zu werden, ist ein gutes Zeichen.“

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