Innovation & Future KI bewertet nicht nur Persönlichkeit bei Bewerbungsgespräch

KI bewertet nicht nur Persönlichkeit bei Bewerbungsgespräch

Der Einsatz von Machine Learning und künstlichen Intelligenzen im Bereich von Recruiting ist für Startups ein lukratives Feld. Algorithmen sollen die Suche nach den richtigen Bewerber*innen objektiver und schneller gestalten.

Sie können eingesetzt werden, um Personaler*innen zu unterstützen, indem sie Mimik, Gestik und Wortwahl der Bewerber*innen analysieren oder sie fungieren als Chatbot, um einfache Fragen zu beantworten.

Doch so voreingenommen?

Menschen sind voller Vorurteile, Maschinen nicht? Falsch. In der Wissenschaft ist bereits seit Jahren bewiesen, dass Algorithmen nicht objektiv sind. Sie lernen anhand Daten, die von Menschen ausgesucht werden. Da schließt sich der Kreis.

Dass das auch KI-Systeme betrifft, die sich auf die Bewerbungsgespräche spezialisieren, hat eine ausführliche Recherche des Bayrischen Rundfunks gezeigt. Die Rundfunkanstalt hat eine Software eines Startups aus München getestet. Eine Schauspielerin beantwortete Bewerbungsfragen, die auf ihre Persönlichkeitseinschätzung abzielen.

Das Ergebnis? Ist alles andere als von Fairness geprägt. Trug sie eine Brille verschlechterten sich die Ergebnisse der KI in Hinblick auf die Paramter Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion und Verträglichkeit. Nur bei Neurotizismus konnte die Brille ein paar Extrapunkte rausschlagen.

©Screenshot/Bayrischer Rundfunk 24

Trug die Schauspielern ein Tuch, verbesserten sich die Werte. „Die KI schätzt sie jetzt offener, gewissenhafter und weniger neurotisch ein. Bis zu 20 Punkte unterscheiden sich die Ergebnisse im Vergleich zum Originalvideo“, heißt es auf der Webseite der Recherche vom Bayrischen Rundfunk.

Auch der ausgewählte Hintergrund spielen eine Rolle, wie die KI Beweber*innen wahrnimmt. Hängt ein Bild an der Wand oder sitzt man gar vor einem Bücherregal, wertet der Algorithmus das positiv und man sammelt paar Extrapunkte. Und auch die Helligkeit des Videos spielt eine Rolle. Ist es heller, fallen die Persönlichkeitsmerkmale positiver aus. Noch werden derartige Softwares in Deutschland nicht viel genutzt. Hier geht es zur gesamten Recherche.

©©Screenshot/Bayrischer Rundfunk 2

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