Innovation & Future Watchlist 2021: Diese Gründer*innen solltet ihr im Bereich Marketing und Communication auf dem Schirm haben

Watchlist 2021: Diese Gründer*innen solltet ihr im Bereich Marketing und Communication auf dem Schirm haben

2020 hat wie kein Jahr zuvor die Chance für digitale Kommunikation aufgetan. Und diese zehn Menschen nutzen die neu entstandenen Möglichkeiten, um 2021 zu ihrem Jahr zu machen.

Platz 1: Lena Gerke, LeGer

Natürlich hätte Lena Gercke auch einfach mit dem weitermachen können, was sie in den vergangenen Jahren mehr als gut hinbekommen hat. Warum auch nicht? Nun, vielleicht weil man dann und wann dann doch einen anderen Grund braucht, jeden neuen Tag anzugehen. „Das hier fühlt sich alles so geil und so unwirklich an“, sagt Gercke – und meint damit, dass sie ihre eigene Marke ins Leben gerufen hat: LeGer.

Als Model, sagt sie, sei man vorher eine Art Dienstleister gewesen. Seit 2017 aber arbeitet sie kreativ und für sich selbst. „Das ist eine ganz andere Herangehensweise, ein ganz anderes Gefühl“, wie sie sagt. LeGer startete zuerst als Modemarke, die jährlich zweistellige Millionenumsätze reinholt, nun hat man diese Marke noch um eine Home-­Col­lection erweitert, die nach dem Start Ende dieses Jahres 2021 weiterwachsen soll.

„Die Leute kaufen die Sachen, die wir produzieren“

Bisher folgte LeGer als Personal Brand dem allseits bekannten Gang: Gercke war Gesicht und Spirit der Marke, sie war auf jedem Foto als Werbeträgerin zu sehen. Nun soll LeGer reifen und sich von der Person unabhängig machen können. Gerckes Schwangerschaft war der erste Testlauf, ob eine Marke ohne das Gesicht funktioniert. Erkenntnis: Es läuft tatsächlich. „Es ist schon toll zu wissen, dass die Leute die Sachen kaufen, die wir produzieren.“ Kunden sind also nicht bloß Fans, sondern überzeugte Käufer.

Bekannt wurde Gercke mit dem Gewinn der ersten Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ im Jahr 2005. Auf diesem Fundament hat sie im ersten Schritt eine Karriere als Model aufgebaut, danach ihre Bekanntheit für eine Laufbahn als Moderatorin genutzt. Später kamen dann unternehmerische Projekte hinzu. Zuletzt hat sie gemeinsam mit ihren Partnern About You und Otto an der Alster in Hamburg einen Christmas-Store eröffnet.

Gerade die Kooperation zwischen Gercke und About You hat sich als fruchtbar erwiesen. „In den nächsten Jahren wollen wir daraus eine internationale Brand machen“, sagt sie. Schon jetzt kämen 20 Prozent der Verkäufe aus anderen Ländern, obwohl LeGer hauptsächlich im DACH-Bereich tätig ist. Die Internationalisierung wird ein interessanter Test, ob man eine Marke in Regionen erfolgreich aufziehen kann, in denen Gercke weniger bekannt ist als auf dem

Home-Turf.

Für LeGer Home können direkt nach dem Start noch keine Umsätze genannt werden. Aber die Macherin dahinter ist zuversichtlich: „Das wird sich jetzt entwickeln“, sagt Gercke. Klar sei auch, dass das Kaufverhältnis ein komplett anderes sein werde: „Mode ist viel schnelllebiger. Ein Sofa kaufst du dir nicht jedes Jahr neu.“ Ziel sei aber natürlich, auf größere Zahlen zu kommen. Sie spricht von einem immensen „Zeitinvest“, den sie dazu betreibe.

Gercke ist in den einzelnen Schritten involviert. Auf dem Weg vom Model-Dasein bis hin zur Unternehmerin habe sie viele Schritte durchlaufen, sagt Gercke, sich mit Mustern, Schnitten, Stoffen und dem Einkauf beschäftigt. Allerdings auch mit den großen Fragen aus der Vogelperspektive. Etwa: Wie baut man überhaupt eine Kollektion auf? Gercke sagt: „Das war wie ein BWL-Crashkurs. Ich hab dabei so viel gelernt. Und lerne immer noch.“

Nach dem Start ins Weihnachtsgeschäft kann sie sich demnächst auch noch mit einem weiteren schön klingenden BWL-Begriff beschäftigen: nämlich dem der Skalierung.

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Jannis Johannmeier – The Trailblazers
Johannmeier will mit seiner 2020 in Bielefeld gegründeten Agentur The Trail­blazers Digitalisierung und Kommunikation zusammendenken: „Kommunikation ist für uns der Anfang und die Basis technologischen Wandels“, sagt der Gründer, der bereits in den vergangenen Jahren als PR-Manager der Founders Foundation den Aufbau eines großen Ökosystems mitgestaltet hat.
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Helen Fares – Wirtschaftspsychologin
Fares will an einer empathischen und gebildeten Gesellschaft mitarbeiten. Ihre Werkzeuge dabei sind soziale Medien, über die Fares ihre Bildungsarbeit zum Thema psychische Gesundheit veröffentlicht und dabei immer wieder aktuelle Themen und deren Auswirkungen in den Blick nimmt. 2021 will sie unter anderem das Format „Was macht die Psyche …“ ausbauen.
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Carolin Lessoued – Openers
Openers wollen „nur“ Europas Number-One-Agentur für Tech und Digitales werden. Dazu werden ein Netzwerk an Partneragenturen auf der ganzen Welt sowie neue Standorte in Europa wichtig. 2021 soll das erste Büro außerhalb Deutschlands eröffnen. Nebenziel: Openers wollen die negative Konnotation der Agenturwelt lösen und der Techbranche das geben, was sie braucht.
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Benjamin Diedering – BDX Media
Geht es nach Diedering, soll jeder zuerst an BDX Media denken, wenn es um Media-Production und -Konzeption geht. Der Leipziger denkt dazu über Standorte in den USA nach. Bis dahin stehen für 2021 aber erst mal der Release einer eigenen Kameragurt- und einer Mode-Linie an. „Aktuell sind wir auch mit einem großen Veranstalter über eine Netflix-Serie im Gespräch.“
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Sham Jaff – Newsletter
Mit ihrem Newsletter-Format „What happened last week“ will Sham Jaff neue Regeln der Informationsweitergabe im Spannungsfeld zwischen News, Kommunikation und künstlicher Intelligenz erarbeiten. Ihren Newsletter hat sie jüngst um ein Podcast-Format erweitert. Die Unterstützung dazu kommt mittlerweile über die Crowdfundingplattform Patreon rein.
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Marie Krutmann – Almost
„Almost“ startete 2018 als Magazin. Es entstand aus dem Lebensgefühl des Fast-30-Seins. Entwickelt hatte es Marie Krutmann, die zusammen mit ihrer Schwester die Agentur Almost gegründet hat. Gemeinsam bieten sie Verlagen und Brands Storytelling im Stil ihres Magazins an. Kommendes Jahr soll die vierte Ausgabe erscheinen, und die Agentur will große Kampagnen angehen.
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Anna Jona Koch – Workwing
Mit Workwing wollen die Gründerinnen Anna Jona Koch und Dorothea Metasch in Berlin einen Business-Playground schaffen, an dem sich Marken und Menschen miteinander vernetzen. Seit dem Start Anfang 2020 haben sie bereits zwölf Formate umgesetzt: vom Polit-Dinner bis hin zu Pop-up-Shows. 2021 nun soll das Konzept „ein First-Class-Update“ bekommen.
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Frank Theeg – Q-Hub
Theegs Heimatstadt Chemnitz leidet unter einer der ältesten Altersstrukturen in Deutschland. Genau diesen vermeintlichen Nachteil will der Gründer nutzen und Q-Hub als Multiplikator und Kommunikator in der Mitte eines Netzwerks der sogenannten Silver-Economy verankern. 2021 sollen zudem ein Age-Tech-Fonds und -Accelerator entstehen.
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Jon Hoekstra – Social Social
Mit Social Social will der Gründer Projekte kommunikativ begleiten, die „eine positive, menschliche Zukunft“ aufmachen. Social Media für soziale Veränderung. Von der Ausrichtung der Agentur kann ein zweistelliges Team leben. Anfang 2021 will Social Social eine Studie rausbringen, in der die Agentur analysiert, welcher Mix aus sozialen Medien wichtig für ein Social Biz ist.

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