Green & Sustainability Nachhaltigkeit im Büro: So arbeiten wir in Zukunft klimaneutraler

Nachhaltigkeit im Büro: So arbeiten wir in Zukunft klimaneutraler

Ein Gastbeitrag von Julius Bolz

Über ein Jahr Homeoffice liegt mittlerweile hinter uns. Bei all dem Positiven, was uns das Arbeiten von Zuhause beschert hat (wie zum Beispiel stark verkürzte Arbeitswege und mehr Flexibilität), freuen sich viele Menschen mittlerweile doch auch auf die Rückkehr ins Büro. Dieses hat sich in den letzten Monaten zu einem Ort der Sehnsucht entwickelt, an dem man sich mit Kolleg:innen treffen und seinen eigenen vier Wänden entfliehen kann. Denn nicht nur die Büropflanzen litten unter den mittlerweile über zwölf Monaten Homeoffice, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiter:innen. 

Gleichzeitig ist klar: Homeoffice wird bleiben, zumindest zum Teil: Ein Großteil der Arbeitnehmer:innen in Deutschland wünscht sich, auch nach der Pandemie zumindest teilweise weiterhin von zu Hause aus zu arbeiten. Somit wird die Zukunft der Arbeitswelt ein Hybridmodell, das heißt Mitarbeitende arbeiten teilweise von zu Hause, teilweise aus dem Büro. Ein solches Modell kombiniert das Beste aus beiden Welten. Das Homeoffice spart viel Zeit durch den wegfallenden Arbeitsweg und ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Büro hilft, soziale Kontakte aufrecht zu halten, und bietet Ruhe und Arbeitszonen, wenn sie benötigt werden (zum Beispiel wenn aufgrund der Kinder zu Hause nicht gearbeitet werden kann). 

In einem solchen Hybridmodell steckt auch viel Potential für die Nachhaltigkeit unserer zukünftigen Arbeitswelt. Eine vollständige Rückkehr ins Büro würde klimatechnisch einen Rückschritt bedeuten, denn während des Homeoffice haben wir nicht nur auf ständiges Drucken verzichtet, sondern auch auf den Arbeitsweg im Auto oder die vielen Geschäftsreisen. Das letzte Jahr hat uns gezeigt, dass wir diese vielen Klimasünden gar nicht wirklich brauchen. Vieles lief insgesamt nachhaltiger im Lockdown. Doch wie kann man diese positiven Entwicklungen im wiederkehrenden Büroalltag implementieren – welche drei Trends werden bleiben, die uns helfen, klimaneutraler zu arbeiten?

Büroräume werden anders genutzt und erlauben mehr Nachhaltigkeit

Remote Work wird langfristig ein Bestandteil unseres Arbeitsalltags bleiben. Wenn Unternehmen und Arbeitgeber:innen sich darauf einlassen, können sie nicht nur für ihre Mitarbeiter:innen einen Benefit bieten (die Wahl zum Homeoffice) und auch selbst davon profitieren durch gesteigerte Produktivität des Teams, sondern einen großen, nicht zu unterschätzenden Teil für die Umwelt tun! Denn wenn Remote Work erlaubt ist und sich sogar dauerhaft standardisiert, werden nicht mehr alle Mitarbeiter:innen täglich den Weg ins Büro suchen und zumindest ab und zu von zu Hause arbeiten. Durch den dadurch vielfach wegfallenden Arbeitsweg würden viele Fahrten mit dem Auto, Bus oder der Bahn eingespart werden – und damit auch enorme Mengen an CO₂-Ausstoß.

Außerdem wird sich durch die Hybridmodelle und die Tatsache, dass immer ein paar Mitarbeiter:innen zu Hause arbeiten und niemals alle gleichzeitig im Büro sind, auch die Rolle des Büros verändern. Es wird dann nicht mehr in erster Linie darum gehen, für alle Arbeitskräfte genügend Platz bereitzustellen, sondern die vorhandene Fläche und deren Nutzung umzudenken. Statt primär als Arbeitsplatz zu dienen, wird sich das Büro zu einem Ort der Begegnung für die Kolleg:innen entwickeln. Die Räume werden insgesamt in ihrer Nutzung flexibler, um beispielsweise sowohl als Arbeitsplatz aber auch als Fläche für Kultur- und Meetingräume genutzt werden zu können – je nach aktuellem Gebrauch.

Um dieser Flexibilität auch wirklich gerecht werden zu können, bietet es sich für Unternehmen bezüglich der Einrichtung beispielsweise an, auf ein Miet-Modell zurückzugreifen. Denn das bietet genau die Flexibilität, die im Büro der Zukunft gebraucht wird. Gleichzeitig können die Unternehmen hier aber auch einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gehen. Allein durch durch das Mietmodell als Alternative zum Kauf können viele Ressourcen gespart werden – denn die Mehrfachnutzung des Inventars verlängert dessen Lebenszyklus erheblich. So können jährlich unzählige Tonnen Müll vermieden werden. Zusätzlich können Unternehmen darauf achten, die Büroeinrichtung und -ausstattung von einem Anbieter zu mieten oder zu kaufen, der klimaneutral arbeitet. 

Geschäftsreisen fallen weg und der Talente-Pool wächst 

Ein weiterer Trend, der sich abzeichnet und von dem die Umwelt profitiert, ist der Verzicht auf Geschäftsreisen. Denn die letzten Monate haben gezeigt: Es geht auch ohne! Sicherlich wird zukünftig und in einer Zeit nach der Pandemie nicht weiterhin vollständig darauf verzichtet werden, aber wir haben gemerkt, dass Meetings und Konferenzen auch digital sehr gut funktionieren. Indem Unternehmen das einsehen, sich darauf einlassen und zumindest teilweise auf Geschäftsreisen verzichten, können sie auch auf diese Weise nicht nur viel Zeit und ebenfalls Geld einsparen, sondern auch hier sehr viel CO2.

Durch die Möglichkeiten, die die Digitalisierung und Remote Work der Arbeitswelt bringen, ergibt sich gleichzeitig eine weitere und sehr große Chance für Unternehmen. Wenn Arbeitgeber:innen einsehen, dass Geschäftsreisen entbehrlich sind und Homeoffice viele Vorteile mit sich bringt, dann eröffnet sich ihnen die Option, Mitarbeiter:innen von überall auf der Welt einzustellen. Dadurch vergrößert sich der Pool an Talenten und möglichen Arbeitskräften enorm: Unternehmen müssen nicht nur in der gleichen Stadt geschweige denn im gleichen Land oder gar Kontinent nach passenden Kandidat:innen suchen, sondern können die Suche auf die ganze Welt ausweiten. 

Sharing-Konzepte werden beliebter werden

Zuletzt ist davon auszugehen, dass sich Sharing-Konzepte, die im B2C-Bereich schon seit Längerem erfolgreich sind – wie beispielsweise Car Sharing oder die monatliche Zahlung von Software-Lizenzen statt der Kauf dieser – auch mehr und mehr in der Unternehmenswelt etablieren werden. Wenn Unternehmen diesen Schritt mitgehen und vermehrt auf Sharing-Konzepte zurückgreifen, können sie nicht nur ihr gebundenes Kapital reduzieren und somit finanziell flexibler werden, sondern auch die eigene Nachhaltigkeit fördern.

Daher lohnt es sich für Firmen, weniger zu besitzen und stattdessen für die Benutzung zu zahlen – und so klimaneutraler zu werden. Wie schon oben erwähnt, bietet sich ein solches Modell beispielsweise für die Büroausstattung an, die durch Pay-per-Use simpel zurückgegeben werden und von anderen Firmen problemlos wiederverwendet werden kann. Durch diese Art und Weise der Nutzung wird zum einen weniger Ausstattung neu produziert und zum anderen weniger Einrichtungsgegenstände und Equipment entsorgt. 

Julius Bolz ist Gründer von Lendis. Lendis stellt Unternehmen Arbeitsausstattung bereit für das Büro oder Home Office – alles in einem simplen, monatlich kündbaren und nachhaltigen Abo-Modell. Zudem bietet Lendis Unternehmen die Möglichkeit, alle Prozesse der Bereitstellung der Arbeitsausstattung digital abzubilden. 

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