Female Entrepreneurship F*cking good: Von Gleitgel-Kollektionen und besonderen Pitches

F*cking good: Von Gleitgel-Kollektionen und besonderen Pitches

Ein Startup, das von Frauen gegründet wurde, ist nicht automatisch auch für Frauen. Das ist die wohl wichtigste Message, die Katharina Trebitsch und Anna Kössel von Nevernot haben. Angefangen haben sie im vergangenen Jahr mit Soft-Tampons und richteten sich explizit an alle Menstruierenden. Nach Monaten der Produktentwicklung und Investor:innen-Findung verkünden sie stolz ihre zweite Produktlinie: Eine Gleitgel-Kollektion namens F*CKING GOOD. Diesmal adressieren sie alle Liebenden. Im Interview haben sie verraten, was Gleitgele mit Kosmetik zu tun haben, welche besondere Herangehensweise sie bei ihren Pitches hatten und was sie in Zukunft noch erreichen möchten.

Unser letztes Interview liegt neun Monate zurück, seitdem hat sich viel getan bei euch. Wollt ihr mal erzählen, was ihr so erlebt habt? 

Katharina: Wir haben unsere erste Finanzierungsrunde abgeschlossen und großartige Business Angels gefunden, die aus verschiedenen Bereichen kommen und uns seit Juli begleiten. Dadurch konnten wir auch unser Team vergrößern und wachsen immer noch weiter. Außerdem ist endlich unsere Gleitgel-Kollektion auf den Markt gekommen: F*CKING GOOD. In vier Wochen launchen wir schon die nächste Produktlinie und kurz darauf die Intimate Wellness Box 2.0.  

Anna: Das sind Produkte mit denen niemand rechnen wird, aber soviel kann ich verraten: Sie kommen direkt aus Frankreich. 

Was war euch bei den neuen Produkten wichtig?

Katharina: Unser Anspruch ist derselbe, den man mittlerweile auch in der Kosmetikbranche hat: gute Wirkstoffe und Transparenz. In den letzten Jahren wurden Plattformen wie Amorelie mehr als erfolgreich optimiert, dasselbe gilt für Toys – alle anderen Produkte in dem Sektor wurden jedoch links liegen gelassen. Intimate Wellness Produkte werden schon bald die gleiche Relevanz haben wie Hautcreme oder Lippenstift. 

Anna: Nevernot-Produkte sollen Spaß machen, dir gut tun und gleichzeitig so hochwertig sein, wie deine Gesichtspflege. 

Nevernot
Die unterschiedlichen Gleitgele von Nevernot.

In eurer Kollektion habt ihr drei Gleitgele rausgebracht, könnt ihr unseren Leser:innen die Unterschiede erklären? 

Anna: Die Kollektion heißt: F*CKING GOOD. Alle Gleitgele sind bio, vegan und fair. Die Verpackungen besteht aus recyceltem Material. Ein Gleitgel ist wasserbasiert. Man kann es zu einem großen Prozentsatz sehr natürlich herstellen, es macht keine Flecken und ist super angenehm. Dann haben wir ein weiteres Gleitgel auf Silikonbasis, was sich besonders gut für Analsex eignet, weil die Bestandteile nicht so stark von der Haut aufgenommen werden. So ist die Gleitfähigkeit besonders hoch. Das CBD-Gleitgel ist wohl am erklärungsbedürftigsten: CBD selbst hat ja nicht nur eine beruhigende und schmerzlindernde Wirkung, sondern erhöht auch die Blutzirkulation, was zu einer höheren Sensitivität führen kann. Manche sagen sogar, dass sie dadurch ein stärkeres Gefühl und intensivere Orgasmen haben. 

War auch vor oder nach dem Launch der Soft-Tampons bereits klar, dass ihr euer Sortiment eher breit aufstellen wollt?

Katharina: Das war uns relativ schnell klar, da wir mit dem Soft-Tampon direkt in zwei Märkte gegangen sind. Einmal in den Intimate Wellness-Markt und einmal in den Bereich Female Hygiene.

Anna: Der Intimate Wellness Markt hat enormes Potenzial. Und das, was wir mit Nevernot vorhaben, gibt es so in Europa noch nicht. Wir stecken schon Mitten in der Entwicklung neuer Produkte für 2022. 

Wie seid ihr dann die Suche nach Investor:innen angegangen? Habt ihr eher branchenspezifisch oder eher breit gesucht? 

Katharina: Anna und ich haben in der Vergangenheit beide Erfahrungen in der Startup-Welt gemacht  und haben durch unser Netzwerk viele Intros zu Business Angels bekommen. Aus jedem Gespräch haben  sich dann wieder neue Gespräche ergeben.

Anna: Wir haben bewusst darauf geachtet, die Kontrolle zu behalten und immer nur Teaser-Decks rausgeschickt. Im Pitch selbst hatten wir so noch etwas Neues zu erzählen und konnten verhindern, dass wichtige Punkte falsch verstanden werden und die Idee deshalb abgelehnt wird.

Das ist eine super spannende Herangehensweise, die total Sinn macht. Was habt ihr durch die Pitches auch nochmal über euch selbst gelernt? 

Anna: Es hat sich nochmal mehr herausgestellt, dass wir ein sehr gutes Team sind und uns wirklich aufeinander verlassen können. Investor:innen war nicht nur unsere Idee wichtig, sondern auch, dass wir als Team komplementär sind. 

Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Investor:innen aus? 

Anna: Wir haben ganz unterschiedliche Investor:innen. Im Grunde kann man sich zwei verschiedene Pools vorstellen. Der eine aus dem Frankfurter Kreis, rund um Manuel Müller, dem CEO und Günder von Emma Matratzen, und Michala Rudorfer von encourageventures e.V., der andere Kreis besteht aus den Investorinnen, die gemeinsam mit Tijen Onaran und Carolin Kebekus investiert haben. 

In den letzten Monaten habt ihr sicher viel über euer Startup gelernt. Wie würdet ihr eure Mission erklären? 

Katharina: Nevernot soll deine Go-to-Brand für Intimate Wellness werden. Während viele herkömmliche Marken damit beschäftigt sind, Tabus zu brechen, die schon lange nicht mehr polarisieren, gehen wir einen Schritt weiter und integrieren die Intimate Health-Welt in unsere Well-Being Routinen: Yoga, Meditation, Me-Time, Masturbation und Sex. Außerdem sollen sich alle Menschen, die Sex haben – was übrigens auch alleine sein kann – mit Nevernot wohlfühlen, sich selbst und die richtigen Produkte für seine Bedürfnisse entdecken. 

Was wollt ihr in Zukunft noch erreichen?

Katharina: Unser Anspruch ist, dass wir nur Dinge rausbringen, die wir selbst auch verwenden würden. Gleichzeitig muss man sagen, dass unser Startup zwar von Frauen gegründet wurde, sich allerdings an alle Liebenden richtet. Am Ende ist Nevernot eine Brand “for people who love to make love”.

Anna: Nevernot ist zwar eine D2C Brand, aber in naher Zukunft werden wir einen weiteren großen e-Commerce Partner verkünden können – seit Kurzem sind wir deutschlandweit bei Gorillas erhältlich und jetzt gerade findet man uns im Amorelie Adventskalender. 

Wir dürfen uns also regelmäßig auf News freuen. Vielen Dank für eure Zeit und das Interview.

Das könnte dich auch interessieren

„Wenn man resilient ist, kann man das Machbare vom Unmöglichen unterscheiden“ Female Entrepreneurship
„Wenn man resilient ist, kann man das Machbare vom Unmöglichen unterscheiden“
Unsere Themenwoche und ein paar Worte zum Weltfrauentag Female Entrepreneurship
Unsere Themenwoche und ein paar Worte zum Weltfrauentag
Frau kontert sexistische Jobabsage mit perfektem Level an Sarkasmus Female Entrepreneurship
Frau kontert sexistische Jobabsage mit perfektem Level an Sarkasmus