Leadership & Karriere Gastbeitrag: Mit diesem Werkzeug entkommt ihr der Falle eurer Neujahrsvorsätze

Gastbeitrag: Mit diesem Werkzeug entkommt ihr der Falle eurer Neujahrsvorsätze

von Rayk Hahne, Berater, Coach, Podcaster und Keynotespeaker

In diesem Jahr werde ich: im Business endlich durchstarten, mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen, regelmäßig Sport machen, ganz viel in mich selbst investieren.

Sobald der Großteil der Feuerwerksleichen vom Gehweg verschwunden und der Neujahrskater nur noch dumpf-pochend merkbar ist, geht es wieder los. Laut einer Umfrage von Statista schaffen zwei Drittel der Menschen nicht, ihre guten Vorsätze langfristig einzuhalten. Bei 27 Prozent halten diese immerhin mehr als zwei Monate an. Nur 20 Prozent sagen, dass sie ihre guten Vorsätze langfristig einhalten.

Ich nenne dieses Phänomen gerne die Falle der Neujahrsvorsätze und beschäftige mich seit einigen Jahren mit der Frage, wie Unternehmer:innen auf ihre großen Zielen und Visionen auch wirklich Ergebnisse folgen lassen können.

Warum scheitern wir an unseren Neujahrsvorsätzen?

Der Januar ist für Viele wie ein weißes Blatt Papier in einem neuen Kapitel des eigenen Lebenswerks. Der Start des Jahres ist wunderbar weiß, rein von altem Gekritzel und löst in dem Schreibenden eine „Alles-ist-möglich-Reaktion” aus. Voller Tatendrang stürzen wir uns in das neue Fitnessprogramm, die neue Diät oder die neuen – unfassbar vielversprechenden – Geschäftspläne für den ganz großen unternehmerischen Erfolg.

Aber schon nach ein paar Tagen schleicht sich die Neujahrsträgheit ein und die Motivation für die eigens gesetzten Ziele nimmt mehr und mehr ab – bis sie ganz in der Versenkung verschwinden.

Warum ist das so? Die Frage habe ich mir auch gestellt und über die letzten Jahre in der Zusammenarbeit mit meinen Kund:innen auf drei wesentliche Punkte herunterbrechen können.

Erstens: Deine Vorsätze sind nicht attraktiv genug

Man würde meinen, dass die Aussicht auf ein gesünderes Leben uns Motivation genug sein sollte, um unsere guten Vorsätze auch langfristig konsequent umzusetzen. Das Problem: Oft sind diese selbst gesetzten Ziele („jeden Tag kalt duschen”) zwar gesellschaftlich als erstrebenswert anerkannt, für die Person selbst aber nicht wichtig genug. Vielmehr müssen wir das „Warum“ hinter unserem Vorsatz erkennen und dieses als Motivation nutzen.

Zum Beispiel: Ich werde jeden Morgen mindestens zwei Minuten lang kalt duschen, damit mein Immunsystem abgehärtet wird und ich in diesem Jahr weniger krankheitsbedingt ausfalle. Ich werde morgens voller Energie aufstehen und bereit sein, jede Herausforderung des Tages mit Leichtigkeit zu lösen.

Zweitens: Deine Vorsätze sind nicht konkret genug

Mindestens genauso wichtig wie die Attraktivität des Vorsatzes ist wie konkret wir ihn definieren. „Fit werden”, „gesünder ernähren”, „mehr Zeit mit der Familie verbringen” sind zwar tolle Vorsätze, aber leider so unkonkret, dass wir sie schnell vergessen. Je spezifischer, messbarer und genauer unsere Vorsätze sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass wir sie einhalten.

Zum Bepsiel: Um mich gesünder zu ernähren, werde ich am Sonntagabend vier von fünf Mahlzeiten für die Woche vorkochen und diese als Mittagessen mit ins Büro nehmen. Ich achte dabei auf fleischfreie und leicht verdauliche Zutaten, die meine Energielevel über den Tag aufrecht erhalten.

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