Productivity & New Work Warum organisiertes Chaos das Geheimnis für radikale Innovationen ist

Warum organisiertes Chaos das Geheimnis für radikale Innovationen ist

Ein Gastbeitrag von René Mauer

Was haben Viagra, Teflon und Post-it gemeinsam? Sie alle haben ihren Erfolg dem Zufall zu verdanken. 

Beispiel Viagra: Ursprünglich als Mittel gegen Herzerkrankungen gedacht, zeigte der Wirkstoff Sildenafil unerwartetes Potenzial bei Erektionsstörungen – und entwickelte sich zu einem Kassenschlager. 

Bei Teflon führte eine unerwartete chemische Reaktion bei Kältemitteln zu Polytetrafluorethylen (kurz: PTFE), das heute bei den Pfannensets in unseren Küchen kaum mehr wegzudenken ist. Ähnlich zufällig liest sich die Geschichte des Post-its, dem ein Kleber, der nicht recht kleben wollte, vorausging. 

Drei völlig unterschiedliche Produkte, drei völlig unterschiedliche Branchen. Und doch haben sie dem Zufall viel zu verdanken. Ohne die unterschiedlichen Abzweigungen, die diese Entwicklungen in ihrer Entstehung genommen haben, wären aus ihnen nie die Erfolgsprodukte geworden, die sie heute sind. Ein schöner Zufall, toll für die beteiligten Unternehmen. Aber was habt ihr Leser:innen dieses Texts nun davon?

Denn immerhin liegt es in der Natur des Zufalls, das dieser sich nicht steuern lässt. Doch die Forschung zeigt, dass es eine zentrale Notwendigkeit gibt, damit der Zufall zuschlagen und zu wirklich neuen, also radikalen Innovationen führen kann: Man muss ihm die Chance dazu geben. Und das funktioniert am besten in einem Zustand des organisierten Chaos’.

Schritt für Schritt klappt bei radikalen Innovationen nicht

Das Gegenteil des organisierten Chaos’ ist der Stage-Gate-Prozess, der in vielen Unternehmen praktiziert wird. Dabei handelt es sich um einen Ideen-Funnel, in dem eine Idee Stufe für Stufe weiterentwickelt wird, sofern sie den festgelegten Qualitätskriterien genügt. Am Ende steht dann die Markteinführung. Das Problem dabei: Dieser Prozess mag zwar für auf Bestehendem aufbauende Innovationen wie Updates oder Verbesserungen funktionieren; denn dafür lassen sich im Vorfeld klare Qualitätskriterien und Zielsetzungen festlegen. 

Doch für wirklich radikale Innovationen gibt es keine Checkliste, nach der sich Schritt für Schritt vorgehen ließe. Damit eine Innovation radikal ist, muss sie so unvorhersehbar, so neu sein, dass wir ihre Kriterien im Vorfeld nicht festlegen und am Reißbrett planen können. Sie braucht den Zufall. Und der Zufall braucht Menschen.

Gastautor René Mauer (Fotocredits: Yvonne Ploenes)

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