Innovation & Future 2,2 Sterne: Dieses Kinderbuch wurde mit KIs geschrieben und illustriert

2,2 Sterne: Dieses Kinderbuch wurde mit KIs geschrieben und illustriert

Ammaar Reshi ist ein Produktdesigner aus San Francisco und seit ein paar Tagen außerdem Kinderbuchautor und -illustrator. Oder, Moment mal… Sein Werk „Alice and Sparkle“ haben verschiedene Algorithmen für ihn erstellt. Dass auf dem Cover sein Name steht, was heißt das jetzt eigentlich noch?

KI-Programme spucken heute innerhalb weniger Sekunden Texte und Bilder aus. Reshi nutzte das Programm ChatGPT fürs Schreiben und gab die dort generierten Texte in Midjourney ein, für die Bilder.

Auch das Thema des Buches ist KI-bezogen. Es handelt von einem Mädchen, das sich mit einer KI anfreundet. Die heißt Sparkle und hat die Gestalt eines Roboters.

Der Einstieg orientiert sich an klassischen Märchen: „Es war einmal: In einem weit, weit entfernten Land gab es eine Gruppe magischer Wesen, bekannt als künstliche Intelligenz. Diese KI waren unglaublich schlau und konnten allerlei wunderbare Dinge tun“ Nun ja, ein bisschen holprig sind die Sätze schon noch (das liegt nicht nur an der Übersetzung).

Nur zwei Sterne

Die Reaktionen sind zu großen Teilen ausgesprochen negativ. Schon auf Twitter wurde die Kritik laut, dass es sich um eine Art Diebstahl handelt. Denn die Algorithmen werden mit den Texten und Bilder echter Menschen trainiert. Die bekommen dafür keine Gegenleistung.

Das Buch hingegen ist nicht gratis, sondern kostet als E-Book sechs und als gedrucktes Buch acht Dollar. Es hat auf Amazon eine durchschnittliche Bewertung von nur 2,2 Sternen.

„Man könnte etwas im 1-Dollar-Laden finden, das in jeder Hinsicht überlegen wäre“, schreibt ein:e Kund:in.

Amazon-Kunde Dustin Hansen findet: „Dieses Buch hat keine Richtung. Es gibt den Hauch einer Moral, aber der Autor hatte nicht die Fähigkeiten, das zu Ende zu bringen.“

Einige Rezensionen vergeben aber auch fünf Sterne und loben, dass man Kindern mithilfe des Buches das Konzept KI nahebringen könne. KI als niedlichen Roboter darzustellen ist allerdings eher irreführend. Expert:innen kritisieren regelmäßig, dass man KI nicht vermenschlichen solle.

So sagte etwa Signal-Präsidentin Meredith Whittaker: „Das ist doch eine Beleidigung des Konzepts von Bewusstsein, von Menschlichkeit: Wenn man sagt, das System hat mich hereingelegt, es muss also Bewusstsein haben.“

Die Geschichte von Alice und Sparkle ist letzten Endes wieder ein Beispiel dafür, dass die aktuelle Generation von KI-Programmen sehr gut darin sind, menschliche Leistungen zu imitieren. Aber das was den Kern einer guten Story oder Illustration ausmacht, eine originelle Idee, das fehlt.

Wichtig zu wissen ist auch: Ammaar Reshi nutzte die KIs eher als kreative Werkzeuge und verfeinerte die Ergebnisse immer weiter. Also mit seiner menschlichen Intelligenz.

Der Newsletter Garbage Day kommentiert: Wahrscheinlich werden derartige KIs nicht traditionelle Kunst ersetzen, sondern etwas Neuartiges erschaffen. Etwas, das Menschen mögen, ohne zu wissen warum… Wie ASMR oder Schleim-Videos.

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