Innovation & Future Bekommen wir bald ein „Home Office“-Gesetz, Herr Habeck?

Bekommen wir bald ein „Home Office“-Gesetz, Herr Habeck?

Rechtsanspruch auf Home-Office? Nachdem Arbeitsminister Hubertus Heil mit dem Ansinnen gescheitert ist, sinnt nun der Wirtschaftsminister über ein Gesetz nach, das Arbeitnehmern nicht helfen und Arbeitgeber zusätzlich belasten wird. Wer braucht das?

Will Robert Habeck seine Amtsbezeichnung in die des Wirtschaftsverhinderungsministers umgewidmet bekommen? Seine neueste politische Initiative lädt dazu ein. Es geht, diesmal unter dem Stichwort „Home Office“, um eine Gängelung von Unternehmern und Gründern ohne jeden Mehrwert für Arbeitnehmer. Habeck schlägt ein „Recht auf Arbeit im Home-Office“ vor – und begründet diesen künftigen Rechtsanspruch im „Handelsblatt“ mit dem Arbeiter- und Fachkräftemangel.

Dieser Arbeiter- und Fachkräftemangel ist ein reales Problem. Aber glaubt wirklich jemand, die Fachkräfte aus aller Welt rennen Deutschland die Bude ein, wenn sie in Aussicht gestellt bekommen, aus ihrer eigenen Wohnung heraus arbeiten zu dürfen? Jener Wohnung, die sie leider nicht finden werden, weil der Wohnungsbau massiv eingebrochen ist? Klar, sie könnten in die Provinz ziehen, von dort aus dem erschwinglichen Home-Office arbeiten – und nur die gelegentlichen Tage mit Anwesenheitspflicht im Büro werden schwierig, weil Züge entweder ausfallen oder bestreikt werden?

Amtsvorgänger Hubertus Heil (SPD) hatte bereits im Corona-Jahr 2020 einen Gesetzentwurf für ein Recht auf Home-Office vorgelegt. Mindestens 24 Tage lang sollten deutsche Arbeitnehmer demnach von daheim arbeiten dürfen. Aber Corona zeigte ja gerade, dass die deutschen Unternehmen mitsamt ihren Angestellten flexibel genug waren, um das Home-Office überall dort zuzulassen, wo es die Arbeitsabläufe nicht erschwerte. Für die meisten Arbeitnehmer war das Konzept gar nicht erstrebenswert. „Wenn der Rechtsanspruch auf Home-Office am Ende für drei bis fünf Prozent der Beschäftigten praktisch relevant wäre, wäre das schon viel“, zitierte seinerzeit die WELT Holger Bonin, Forschungsdirektor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA).

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