Innovation & Future Business Punk goes Tegernsee Summit: Ludwig-Erhard-Gipfel 2024 live

Business Punk goes Tegernsee Summit: Ludwig-Erhard-Gipfel 2024 live

Prominente Köpfe aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien: Die Top-Entscheider treffen sich von 17. bis 19. April beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee. Und ein paar unserer 100 Köpfe der #BusinessPunkWatchlist2024 sind auch dabei!

Mehr als 100 Speaker beim Jubiläum

Gastgeber der dreitägigen Konferenz ist die Verlagsgruppe WEIMER MEDIA GROUP, Co-Veranstalter des ersten Tages ist die Bayerische Wirtschaft vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. & bayme vbm. Der Gipfel feiert in diesem Jahr seine zehnte Auflage. Zum Jubiläum sind mehr als 100 Speaker auf der Bühne zu hören, über 1000 Gäste werden täglich erwartet. Die komplette Veranstaltung ist via Live-Stream auf www.leg-live.de verfolgbar.

Tag 3: 19. April 2024

Die große TV-Arena der Parteichefs

18.28 Uhr: „Ich war selten so vollkommen sprachlos“, sagt Kubicki. Die meisten Probleme, vor denen wir heute stehen, seien alter Natur. „Der Atomausstieg wurde von einer früheren Regierung beschlossen, wo war da der Netzausbau?“ Er bemängelt das Zuviel an Themen: „Viele Projekte halte ich für unrealistisch“, sagt Kubicki beispielsweise über das Vorhaben bis 2023 genug Ladestationen zu installieren. „Setzen wir uns mal realistischere Ziele und lassen dann die Kreativen ans Werk“ – statt alles vorzugeben. Esken hält dagegen, dass der Staat Regulatorien vorgeben müsse, insbesondere für die Industrie.

18.17 Uhr: Laut ntv-Moderator Nikolaus Blome haben zuletzt „die dunklen Töne überwogen“. Er bittet die Parteichefs, in einem Wort die  Lage der deutschen Wirtschaft zu beschreiben. Merz nennt sie „sehr angespannt“, Lang „sehr herausfordernd“, Kubicki „herausfordernd schlecht“ und Esken „sorgenvoll“. „Braucht es einen großen Ruck, einen großen Wumms?“, will Blome wissen. Es fehlt laut Merz ein Indikator, der die Sorgen der Bevölkerung dokumentiert. „Der Sense of Emergency ist nicht bei der Bevölkerung sichtbar wie bei der Wirtschaft“, sagt er.

18.15 Uhr: Die große TV-Arena mit den Parteichefs von CDU, SPD, Grünen und FDP beginnt. Der Debatte stellen sich Saskia Esken, SPD-Bundesvorsitzende, Friedrich Merz, CDU-Bundesvorsitzender, Wolfgang Kubicki, Stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender und Ricard Lang, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.

17.22 Uhr: Was kann man daraus lernen? Ein Blick in andere Länder wie Spanien, Belgien und Island zeigt gemäß Reinhardt, dass die Vier-Tage-Woche funktioniert. Auch eine Oxford-Studie belegt Vorteile wie weniger Burn-Outs, mehr Produktivität und weniger Fehltage. Potenzial für die Vier-Tage-Woche besteht durchaus: „Zwei Stunden durchschnittlich pro Tag verbringt ein deutscher Arbeitnehmer pro Tag nicht produktiv.“

17.13 Uhr: 92 Prozent der bei einer Studie Befragten wünschen sich eine offene und klare Kommunikation. „Die Bürger wünschen sich mehr Ehrlichkeit von den Entscheidungsträgern in Deutschland“ sagt Reinhardt. 91 Prozent sehen eine Kluft zwischen Arm und Reich. 46 Prozent sehen das bedingungslose Grundeinkommen als Lösung dessen. Neue Jobs durch neue Technologien sehen 66 Prozent der Befragten. Frauenpower auf dem Arbeitsmarkt erkennen 72 Prozent, es gebe jedoch ein Nachholbedarf bei Frauen in Führungskräften. Die Vier-Tage-Woche halten insbesondere die bis 35-Jährigen für gut, anders als die Über-55-Jährigen. „Für die jüngere Generation ist Arbeit nicht nur Geldverdienen, sondern auch Selbstverwirklichung, zudem lebe diese im Hier und Jetzt“, erklärt Reinhardt.

17.12 Uhr: Nächster Programmpunkt ist der Impulsvortrag mit Buchvorstellung „So tickt Deutschland“ von Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen. „Wer von Ihnen steht Veränderung grundsätzlich einmal offen gegenüber?“, fragt er das Publikum. Die meisten im Saal heben die Hand. Reinhardt wird den Gästen allerdings gleich Veränderungen vorstellen, die von manchen als falsch angesehen werden, kündigt er an.

16.57 Uhr: Weimer fragt die SPD-Chefin, wie sie es mit der Unterstützung der Ukraine hält, schließlich sei die SPD in der Frage ja zweigeteilt. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sprach sich jüngst für ein Einfrieren des Konflikts aus, Verteidigungsminister Pistorius steht klar zu weiteren Waffenlieferungen. Sie sehe keinen Widerspruch in den beiden Polen, erklärt Esken. „Wir müssen wehrhaft sein und die Wehrhaftigkeit der Ukraine unterstützen.“ Gleichzeitig müssten selbstverständlich alle Möglichkeiten, um Frieden zu erhalten, ausgelotet werden.

16.52 Uhr: Verleger Wolfram Weimer spricht „Klartext“ mit der SPD-Parteivorsitzenden Saskia Esken. In Umfragewerten steht die SPD aktuell nicht gut da. Bei der Europawahl könnte die AFD mehr Wählerstimmen bekommen als die Sozialdemokraten. Sollte die SPD zumindest zur Bundestagswahl im kommenden Jahr reagieren und Boris Pistorius zum Kanzlerkandidaten machen? Der Verteidigungsminister ist in Umfrage aktuell der beliebteste deutsche Politiker. Esken erteilt der Idee von Weimer wenig überraschend eine Absage: Olaf Scholz mache gerade in der aktuellen geopolitischen Lage auf internationaler Bühne und bei internationalen Fragen eine gute Figur, meint Esken. „Ich halte Olaf Scholz für den richtigen Bundeskanzler und auch den richtigen Kanzlerkandidaten“.

Sportikonen-Talk mit den Neureuthers

16.48 Uhr: Angesprochen auf die Kampagne zur Bewerbung für mögliche Olympische Winterspiele 2038 in München antwortet der ehemalige Alpin-Skifahrer, dass er diese unterstützt. „Ich glaube, dass es wichtig wäre, dass wir in Deutschland wieder so ein Großereignis bekommen. Es wäre eine riesengroße Chance für unser Land. Aber wir müssen die Bevölkerung dahinter bekommen.“ Man müsse die Spiele nachhaltig aufstellen, sodass nicht wieder der Kommerz im Fokus steht. Zunächst einmal solle man die Fußball-EM diesen Sommer im eigenen Land abwarten. „Dass die Welt positiv nach Deutschland schaut, das sollten wir wieder schaffen.“

16.45 Uhr: „Gefühlt verliert Deutschland auch im Sport an Leistungsfähigkeit“, sagt Weimer. Woran liegt’s? Miriam Neureuther ist der Meinung, dass „andere Nationen wahnsinnig aufgerüstet haben“ und „wir schnell statt und zufrieden sind“. Andere Länder wie die Norweger machen es uns laut Felix Neureuther vor, wie ein guter Umgang mit Natur und Bewegung aussehen kann. „Wir müssen die Kehrtwende schaffen, wieder positiv nach vorne zu sehen“, sagt er. Und das fange bei den Kindern an.

16.41 Uhr: „Was kann man konkret von der Politik fordern?“, interessiert Moderator und Journalist Valentin Weimer. „Die kreativen Fächer sollten einen höheren Stellenwert erhalten“, findet Felix Neureuther. Auch bei diesen Fächern sollte man wieder mehr einen Leistungsgedanken reinbringen. „Eine Abschaffung der Bundesjugendspiele fördert so etwas nicht.“ Ernährung als neues Schulfach, wie von Weimer vorgeschlagen, wäre eine tolle Idee, findet Miriam Neureuther. Die Eltern müssten ihren Kindern laut Felix Neureuther allerdings auch einen guten Umgang mit Ernährung, Bewegung und der Natur vorleben.

16.36 Uhr: Mit seiner Felix-Neureuther-Stiftung hat er das Programm „Beweg dich schlau“ entwickelt, ein Bewegungsprogramm für Kinder. „Bewegung ist mit gesunder Ernährung entscheidend für Gesundheit“, betont der ehemalige Leistungssportler. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung stellte er fest, dass sich Kinder immer weniger bewegen. „In unserem Bildungssystem werden die kreativen Fächer wie Kunst, Sport und Musik zu wenig gefördert“, bemängelt er. Er entwickelt deshalb auch Programme zusammen mit den Schulen.

16.34 Uhr: Beim Sport-Ikonen Talk sind Felix Neureuther, erfolgreichster deutscher Alpiner Skifahrer, und Miriam Neureuther, ehemalige Profi-Biathletin und Langläuferin, zu Gast. Mit 29 Jahren beendete Miriam Neureuther die aktive Karriere, weil sie erstmals Mutter wurde, inzwischen haben die Neureuthers drei Kinder. „Es war das Beste, so wie es passiert ist.“ Einziger Wermutstropfen: „Definitiv habe ich als Sportlerin viel mehr geschlafen“, sagt sie lachend.

Geschäftsführer des deutschen Lebensmittelverbands: „Kaffee wird zum Luxusgut mutieren“

16.23 Uhr: Ein Kaffee am Morgen könnte zum Ende des Jahres zu einem teuren Vergnügen werden, prognostiziert Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands Deutschland. Aus dem Wachmacher könnte ein echtes Luxusgut werden, weil Ende des Jahres die EU-Verordnung 2023/1115 in Kraft tritt. Darin gehe es um „sogenannte entwaldungsfreie Lieferketten“. Im Kern gehe es dabei um die Grundlagenversorgung mit Rohstoffen, darunter Kakao, Palmöl, oder auch Kaffee, berichtet Minhoff. Die Grundidee: „Für den Abbau derlei Rohstoffe darf kein Baum mehr gefällt werden.“ Um das zu kontrollieren, sollen Geolokalisierungsdaten benutzt werden. Das Problem, erklärt Minhoff, solche Daten lägen häufig gar nicht vor. Daraus folgt, wie der Kaffeeverband schätzt, dass gerade einmal 20 Prozent der Ware die geforderten Kriterien erfüllt. Es drohe also eine „radikale Verknappung von Kaffee und Kakao zum Ende des Jahres“.

Global Player Talk

16.10 Uhr: Der CEO der Messe München spricht mit Business Punk-Chefredakteur Oliver Stock. Wie sich Messen in den vergangenen Jahren verändert haben, will Stock wissen. „Je digitaler wir werden, je mehr Homeoffice wir machen, je analytischer wir durch KI arbeiten, umso wichtiger ist es, dass wir uns persönlich treffen“, sagt Rummel. Es gehe um Erlebnisse – und die würden Messen schaffen. Wenn man mit Freunden am Wochenende in den Bergen gewesen sei, erzähle man sich davon am Montag auf der Arbeit. Erlebnisse machten Menschen glücklich „und was im Privaten gilt, gilt auch im Beruf“.

Energy & Sustainability Summit

15.55 Uhr: „Ich mache mir über die Energiepreisentwicklung schon Gedanken“, sagt Felbermayr. Auch der Netzausbau werde teuer. „Wenn der Markt größer ist, bekommen Sie es kostengünstiger hin“, antwortet Hofreiter. Wenn man Europa als Markt betrachte, ist er nicht so pessimistisch bezüglich der Preise. Man braucht laut Schröder eine Lösung für die hohen fossilen Mengen, die zur Verstromung nötig sind. Die Industrien wie Automobil und Stahl bilden ein einzigartiges Netzwerk in Deutschland, diese Industrien dürfe man nicht verlieren, sagt Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE).

15.51 Uhr: Wie kann man Blackouts ausschließen? „Man braucht eine gewisse Grundlast, damit das Stromnetz für die Industrie sicher ist“, sagt Achim Schröder, Vorstandsmitglied von Westenergie. „Dafür brauchen wir die Kraftwerke.“

15.22 Uhr: Das Panel „Sichere Energie- und Rohstoffwende“ läuft. Frage von ntv-Moderator Ulrich Reitz: „Wie kann Deutschland bis 2045 klimaneutral werden?“ Anton Hofreiter, Vorsitzender des Europa-Ausschusses im Bundestag, sagt, dass das Land es gestemmt habe, in einem halben Jahr unabhängig von russischem Öl und Gas zu werden. Der Grünen-Politiker sieht daher unglaubliches Potenzial in Deutschland. „Ein ungebremster Klimawandel verursacht hohe wirtschaftliche Schäden“, ergänzt Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO).

15.14 Uhr: Schröder will auch einen „intelligenten Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen“. Darüber hinaus brauche es aber vor allem auch grundlastfähige Kraftwerke, also solche, die auch liefern, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Nach Atomausstieg und dem nahenden Kohleausstieg bleibe als Alternative nur noch das Gaskraftwerk. Um die mögliche Stromlücke von 30 GW zu schließen, bräuchte es 30 Stück davon. Geplant, so Schröder, sei bislang noch keines.

15.10 Uhr: Achim Schröder, Mitglied im Vorstand von Westenergie, spricht. Er mahnt eine mögliche Stromlücke von 30 Gigawatt im Jahr 2030 an. Die Nachfrage nach Energie steige an, aber der Kraftwerksnachbau gehe zu langsam voran, so Schröder. Besonders wichtig sei, endlich den „Netzturbo“ anzuwerfen, fordert der Manager.

Zukunftstechnologien made in Germany?

14.55 Uhr: „Bei den Patenten hinken wir weit hinterher“, sagt Moderator Rainer Seßner, Geschäftsführer von Bayern Innovativ. Für Markus Wittmann, Ministerialdirektor von Bayern, sollte man Teams zu KI und Quantencomputing aufbauen, um Zugang zu Start-ups zu bekommen. Für Markus Pflitsch brauche es generell mehr Innovationsfreude.

14.33 Uhr: Jeschke nennt Mythen zu KI und Quantencomputing: Das Argument vieler Unternehmen sei, dass sie es nicht brauchen, es zu teuer ist und eine hohe Rechnerleistung viel Energie benötigt. „Dabei ist es genau andersherum.“ Eine hohe Rechenleistung sei nachhaltig. Pfeiffer ergänzt einen weiteren Mythos: Die Beschäftigten haben Angst. „Repräsentative Befragungen haben ergeben, dass den meisten die Digitalisierung am Arbeitsplatz zu langsam geht“, sagt sie. „Auch Angst vor KI haben wir nicht gefunden, Angst äußern nur 14 Prozent.“ Ferner nennen 80 Prozent, dass sie bei der neuen Technologie mitgestalten wollen.

14.27 Uhr: Für Sabine Pfeiffer, Professorin für Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen, ist die Frage, wie man Quantentechnologie in die Breite bekommt. „Nur wenn es in der Breite und nicht nur in Leuchttürmen funktioniere, habe man Effekte in der Wirtschaft“, sagt sie.

14.22 Uhr: Das Panel „KI und Quantencomputing“ beleuchtet, wie die Wirtschaft den Hochtechnologie-Standort pushen kann. „Es ist eine exponentielle Technologie“ sagt Markus Pflitsch, Chairman und CEO von Terra Quantum. „Mit Quantum finde ich immer mehr die besten Lösungen“, ergänzt Sabia Jeschke, Managerin, Gründerin und Wissenschaftlerin.

14.15 Uhr: Die eigentliche Nachricht hat Aiwanger ganz zum Schluss dabei. Auf die Frage von Business-Punk-Chefredakteur Oliver Stock zum Ende seines Vortrags, ob er nach Berlin gehen würde, wenn die Freien Wähler bei der nächsten Bundestagswahl die Fünf-Prozent-Hürde überwinden würden, antwortete er: „Ja.“ In diesem Fall sei er offen für Koalitionsgespräche mit Union und FDP. „Wir brauchen wieder eine Koalition mit CDU/CSU. Und dann die Freien Wähler dazu.“ In Richtung FDP sagte er: „Ich hoffe auch, dass die FDP überlebt und resozialisierbar ist.“

14.12 Uhr: Dass die Bundesjugendspiele ab dem kommenden Jahr kein Wettbewerb mehr sein sollen, sieht Aiwanger ebenfalls kritisch. Heute sei man offenbar schon zufrieden, „wenn der, der springen kann, grob in Richtung Sandkiste springt und nicht im Gebüsch landet“. Das könne doch nicht die Endstufe einer Leistungsgesellschaft sein. Später im Ausbildungsbetrieb wäre ja wohl auch niemand zufrieden, wenn der Azubi „halbwegs regelmäßig an seinem Arbeitsplatz“ auftauche. „Wir müssen lernen Leistung wieder als positive Werte anzusehen.“

14.09 Uhr: Beim Bürgergeld beobachtet Aiwanger eine „massive Fehlentwicklung“. Die Ausgaben lägen bei 26 Milliarden Euro. Ausgaben, die abgehen würden, wenn dann über Zuschüsse für Netzentgelte diskutiert werde. „Wir sind an vielen Stellen klamm in der Kasse, weil wir das Geld für zu viel Soziales an der falschen Stelle ausgeben.“ Deutschland werde damit nicht sozialer, sondern unbeweglicher und verliere an Wettbewerbsfähigkeit. Es sei bezeichnend, so Aiwanger, „dass wir beim Volksfest in München keine Leute mehr finden, die die Abfalleimer ausleeren, gleichzeitig Leute, die Bürgergeld beziehen, auf dem gleichen Volksfest einen schönen Tag verbringen.“

14.05 Uhr: Dazu gehört für Aiwanger zuallererst: „Wir müssen zur Vernunft zurückkehren.“ Der Wohlstand im Land sei nur zu sichern, wenn die Wirtschaft stark sei. „Wir waren ja über einige Jahre gewohnt, dass Spitzenpolitiker lieber mit Klimaklebern diskutieren als mit Wirtschaftsvertretern.“

14.02 Uhr: Herzlich Willkommen zu meiner Kundgebung, beginnt Aiwanger seinen Vortrag und erntet einige Lacher aus dem Publikum. Er wolle darüber reden, „wie wir die Wirtschaft wieder flott bekommen“.

14.00 Uhr: Nach einem einstündigen Lunch Break eröffnet Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den zweiten Teil des Tages mit einem Impuls.

Finance Talk mit Jens Weidmann

13.03 Uhr: Den Umgang mit der Staatsverschuldung der Ampel sieht Weidmann „kritisch“. Die Regierung müsse aufpassen, dass sie sich die Fiskalpolitik, die sie sich gegeben habe, nicht komplett aushöhle. Darüber hinaus plädiert Weidmann für mehr Marktwirtschaft. „Meine Sorge ist, dass sich durch die Krisen, die wir durchlebt haben, das Rollenverständnis des Staates verändert hat. „Der Staat greift zu stark ein“, kritisiert Weidmann.

12.57 Uhr: „Wir werden in Zukunft mehr Schwierigkeiten haben das Zwei-Prozent-Ziel zu erreiche“, verleiht Weidmann seiner Aussage noch einmal Nachdruck. Er sehe keine deflationären Tendenzen. Längerfristig seien es beispielsweise die Dekarbonisierung, die durch die CO2-Bepreisung die Preisentwicklung beeinflusse, oder steigende Löhne aufgrund des Arbeitskräftemangels. Er habe die Markterwartungen für Zinssenkungen bereits in den vergangenen Monaten für überzogen gehalten und fühle sich nun bestätigt.

12.53 Uhr: Der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank und ehemalige deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann rechnet mit einer weiter hartnäckigen Inflation. Aktuell schlage die Energiepreisentwicklung durch, er gehe zudem davon aus, dass sich auch der Lohndruck mit zunehmender Zeit sichtbar machen werde. Überdies machten ihm vor allem einige strukturelle Faktoren sorgen. „Die Realzinsen werden höher bleiben, als wir das in der Vergangenheit gesehen haben“, prognostiziert Weidmann.

Klima-Panel

12.36 Uhr: „Wir haben eine städtebauliche Fehlentwicklung“, sagt die hessische Staatssektretärin Lamia Messari-Becker. Die könne man aber mit Blick auf den Klimawandel korrigieren. Nicht von heute auf morgen, aber „wenn man ein Projekt in einer Stadt umsetzt, dann muss direkt mehr begrünt werden oder das richtige Oberflächenmaterial benutzt werden“.

12.21 Uhr: Für Lisa Broß ist klar: „wir lernen zu kurzfristig“. 2013 habe es ein verheerendes Hochwasser in Dresden gegeben. Die Experten von dort wären in der Folge an anderer Stelle aber nicht eingebunden worden. „Wir haben wahnsinnig viel Expertise, aber wir teilen sie nich genug miteinander“, beschwert sich Broß. „Wir könnten uns in vielerlei Hinsicht wesentlich besser vorbereiten.“ Dazu gehöre auch ein „konsequentes Handeln“ im Anschluss an Katastrophen. Im Aartal werde derzeit an gleicher Stelle gebaut, wie einst vor dem Hochwasser. „Ich verstehe nicht, wie man dort neue Gebäude errichten kann und quasi auf das nächste Hochwasser wartet.“ Spiegel-Autorin Susanne Götze pflichtet ihr bei: „Das ist ein Skandal und verantwortungslos.“ Auch als Steuerzahler könne man doch erwarten, dass sich da etwas ändere. Der Wiederaufbau werde ja vom Geld „von uns allen“ bezahlt. Mannheims Bürgermeisterin Pretzell will hierbei allerdings berücksichtigt wissen: „Versicherungen zahlen nur, wenn man am gleichen Ort sein Haus wieder aufbaut.“

12.12 Uhr: Wie können Deutschlands Städte und Kommunen dem Klimawandel begegnen und widerstandsfähige Wege entwickeln? Auf der Bühne des Ludwig-Erhard-Gipfels erörtern Lisa Broß, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.,  Susanne Götze, Autorin und Redakteurin bei „DER SPIEGEL“, Lamia Messari-Becker, Staatssekretärin des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, sowie Diana Pretzell, Erste Bürgermeisterin der Stadt Mannheim, die aktuelle Situation.

Bewegende Preisverleihung an Julia Nawalnaja

11.55 Uhr: Als Nawalnaja den Preis auf der Bühne entgegennimmt,  spricht sie gefasst. „Es ist eine große Ehre für mich, aber auch eine große Verantwortung.“ Sie müsse die gemeinsame Arbeit fortführen, was eine große Herausforderung sei. Ihr Mann habe aus einer kleinen Nichtregierungsorganisation einen großen Medienbetrieb aufgebaut. „Unsere Organisation arbeitet hart, auch wenn der Kreml ständig versucht, uns zu stoppen“, erklärt die Russin. „Wir hoffen, dass das Gift der Propaganda geschwächt wird. Wir müssen unter allen Umständen die Wahrheit weiter verbreiten.“ Nawalnaja sieht dafür auch in Russland Potenzial: Zwei Drittel der Russen möchten sich ihr zufolge Europa annähern. Auch Ludwig Erhard, der Namensgeber des Gipfels, habe gezeigt: „Nirgendwo ist Wandel unmöglich“, sagt Nawalnaja. Daher werde sie noch mehr Leute davon überzeugen, den europäischen Weg für Russland zu beschreiten. „Russland wird ein ganz anderes Land, so ähnlich wie Erhards Wirtschaftswunder vor 70 Jahren Europa in Staunen versetzt hat“.

11.43 Uhr: Die Leistung Nawalnajas und ihres verstorbenen Mannes würdigte Friedrich Merz, CDU-Bundesvorsitzender und Oppositionsvorsitzender im Deutschen Bundestag, in seiner Laudatio. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Nawalnaja arbeitete zunächst in Moskauer Bank. „Sie hatten vor, ein normales Leben zu führen“, sagt Merz. „Dann haben Sie sich für einen anderen Weg entschieden.“ Im Jahr 2011 gründete sie mit ihrem Mann Alexej die Anti-Korruptions-Stiftung. Nun leitet Nawalnaja die Organisation, deren Ergebnisse unmittelbar zu Sanktionen gegen Russland geführt haben. „Heute ist Julia Nawalnaja das Gesicht eines anderen Russlands“, sagt Merz. Nawalnaja habe keine Angst, nach Russland zurückzukehren, auch wenn sie nicht weiß, was sie dort erwartet. „Diese Angstfreiheit beeindruckt uns bis heute.“ Nawalnaja erklärte, den Kampf ihres Mannes fortzusetzen, Putin müsse zur Verantwortung gezogen werden. Doch sie spreche nicht nur vom Bösen, sondern zeichne auch den Traum eines schönen Russlands der Zukunft. „Frau Nawalnaja, Sie sind die Heldin unserer Zeit“, sagt Merz. „Wir sind Ihnen undenklich dankbar für Ihren Einsatz.“ Und an das Publikum im Saal appelliert er: „Wir werden unsere Freiheit und Demokratie nur wahren können, wenn wir alle bereit sind zur Verteidigung unserer Werte.“

11.35 Uhr: Julia Nawalnaja sitzt mit Tränen in den Augen in der ersten Reihe. Sichtlich bewegt hört sie zu, während Verlegerin Christiane Goetz-Weimer Revue passieren lässt, was Nawalnaja und ihrem ermordeten Mann Alexej Nawalny bei ihren Widerstandskampf gegen das russische Regime widerfahren ist. Und wie die beiden für diese Arbeit nun mit dem „Freiheitspreis der Medien 2024“ gewürdigt werden. „Sie sind Widerstandshelden unserer Zeit, die ihr Leben opfern, für eine bessere Welt“, sagt Goetz-Weimer.

11.20 Uhr: Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, eröffnet die Verleihung des Freiheitspreises der Medien an Julia Nawalnaja. Die Politikerin veranschaulicht in ihrer Rede die bedrückende Situation in Russland. Die 87 Prozent der Stimmen für Putin bei seiner Wiederwahl im März waren ein „Sieg, der so aussehen sollte“. „Repression, Terror und Angst sind die Mittel einer brutalen Diktatur, und die Russen hatten eben keine Wahl.“ Die Ukraine zahle einen hohen Blutzoll. „Ein Imperialist führt Krieg in Europa.“ Und Putin strebe nach mehr. Daher dürfe man ihn nicht gewähren lassen. Der Geist der deutschen Verfassung aufgrund der nationalsozialistischen Vergangenheit laute „nie mehr“, sagt Aigner. Immer wieder fange es mit der Stimmungsmache von Populisten an, so auch in Deutschland: „Empörung, wo auch immer man hinschaut“, und diese ende immer gleich: mit Zwang. „Die Abgesänge auf die westliche Welt werden wir nicht mitgrölen“, betont Aigner. Das Grundgesetz habe uns beschützt, jetzt sei es an der Zeit, das Grundgesetz zu schützen. „Wir haben die Kraft der Freiheit für selbstverständlich gehalten.“ Nun gelte es für die Freiheit zu kämpfen, wofür es laut der Politikerin herausragende Vorbilder gibt: Alexej Nawalny habe alles gegeben und seine Frau habe dies getragen. „Wir brauchen Sie, für den Kampf für die Demokratie und den Kampf für die Freiheit“, sagt Aigner zu Nawalnaja und erhält dafür langen Applaus.

Sustainable Building, Real Estate & Urban Future Summit

10.58 Uhr: Die Baukosten liegen laut Nusmeier, CEO der Schörghuber Stiftung, bei etwa 4.200 Euro pro Quadratmeter. „Wie kann man die hohen Baukosten senken?“, möchte Moderator Oliver Stock, Herausgeber und Chefredakteur von Business Punk, wissen. Eine Idee stellt Tobias Dausend, CEO und Co-Founder von Omnystate, den Rednern auf dem Podium und den Gipfel-Gästen vor: die digitale Gebäude-Akte. Alle Akten in Papierform zu digitalisieren, ist zu aufwendig und keine Digitalisierung. Sondern: „Alle Daten, die erhoben werden, sind für jeden Stakeholder digital verfügbar.“ Anhand dieser Daten erfolgt laut Dausend eine Machbarkeitsanalyse, sodass zum Beispiel eine Begehung nicht stattfinden muss. „Das ist die Zukunft, auch für den Bestand“, findet Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia. Und Nusmeier ergänzt, dass die Digitalisierung nicht nur die Kosten senke, sondern dass auch die Beschleunigung ein wichtiger Baustein sei.

10.45 Uhr: „Im Premium-Segment ist man nicht so sehr betroffen von der Wohnraum-Problematik“, sagt Florian Freytag-Gross, CEO von Dahler & Company. Die Vermarktungsdauer habe sich aber insgesamt extrem verlängert: „Zeiten von zwölf Monaten sind keine Seltenheit, selbst im Premium-Segment.“ Das befürchtete Überangebot sei laut Freytag-Gross nicht eingetreten. Seine Prognose für 2024: Die Kurve zwischen Nachfrage und Angebot nähert sich stark an. Also ein durchaus optimistischer Ausblick.

10.42 Uhr: Um „Bauen und Wohnen in Krisenzeiten geht es beim nächsten Panel.

10.35 Uhr: Ein Erfolg der Regierung sei die „Durch-Digitalisierung des Bauverwaltungsbereiches mit Zuckerbrot und Peitsche“, erklärt Geywitz. Weitere Punkte: die Wohngeldreform, die Stärkung des sozialen Wohnungsbaus sowie die Beschleunigung von Planung und Bauen. „Das Traurige beim Bauministerium ist es, dass es einige Jahre dauert, bis man es sieht.“ Es gelte, an der Koalition festzuhalten, um die Probleme des Landes zu lösen.

10.29 Uhr: Eine Vereinfachung von Bauvorschriften ist laut Geywitz „relativ zügig und sehr konkret“ zu bewegen. Die Normung durch DIN führe aktuell dazu, dass man in Deutschland ein nahezu perfektes Gebäude baue. Ein einfaches Gebäude mit Verzichten auf Standards dürfe laut Geywitz kein Baumangel mehr sein. „Wir müssen das Vertragsrecht ändern auf BGB-Seite“, zudem müsse das Baurecht in den jeweiligen Ländern folgen. Selbst wenn man die Standards senken würde, müsste man Sozialwohnungen aufgrund der hohen Baukosten subventionieren, sagt die Ministerin.

10.25 Uhr: SPD-Politikerin Klara Geywitz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, stellt sich  Moderator und Verleger Wolfram Weimer zum Klartext-Gespräch. „Die Bundesregierung wollte 400.000 Wohnungen im Jahr bauen, das wird verfehlt“, sagt Weimer. Ein kurzfristiges Problem, das durch den Zinssprung verursacht wurde, langfristiges Problem ist zu teurer Wohnraum.

10.15 Uhr: Körner macht zum Abschluss noch den Schwenk hin zur Bundesregierung. Sie müsse die Frage stellen: „Wie lange hält die Regierung noch, Herr Kubicki?“ Daraufhin der FDP-Vize: „Wir haben eine sehr stabile Regierung.“ Geschickt ausgewichen, aber Körner hakt noch einmal nach. Was denn sein Bauchgefühl sage, fragt sie Kubicki. „Mein Bauchgefühl sagt, die Koalition regiert bombig und sie wird bis zum Schluss halten.“ Körner kauft ihm das nicht ab, fragt noch einmal nach, ob er das wirklich so meine. Kubicki hatte in der Vergangenheit häufig kein gutes Haar an der Ampel gelassen. Kubicki abschließend: „Sie haben nach meinem Bauchgefühl gefragt, nicht nach meinem Verstand.“

10.06 Uhr: Moderatorin Isabelle Körner beendet den Schlagabtausch. Es gebe noch ein paar weitere Themen zu diskutieren, nicht nur das E-Fuels-Thema. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Land für Deutschlands Schlüsselindustrie zum Beispiel. Kubicki hat aber auch dazu gleich etwas zu sagen: „Dass Deutschland zehn Milliarden Euro an Intel gibt, eine der profitabelsten Firmen der Welt, das ist an Dummheit nicht mehr zu überbieten.“ In der deutschen Wirtschaft stecke so viel Kraft, dass sie alle Herausforderungen bewältigen könne. Man müsse die Menschen nur lassen und ihnen nicht vorschreiben, was sie denken dürften. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, entgegnet: In Teilen erfordere es aktuell schon auch ein Handeln des Staates. Sich unabhängig bei Batterien und Halbleitern zu machen, sei ja neben einer wirtschaftlichen auch eine geopolitische Frage.

10.03 Uhr: Er habe ja nichts dagegen, dass Leute E-Fahrzeuge fahren, meint Kubicki. Aber bei langen Strecken sei es eben ein Problem. Man könne sich doch mal darauf konzentrieren auch andere Kraftstoffe zu bekommen, statt nur auf das E-Auto zu setzen. Aber es sei seine persönliche Meinung. „Sie sind ja dafür verantwortlich, dass ihre Mitarbeiter Löhne bekommen“, so Kubicki in Richtung Döllner.

9.58 Uhr: Döllner hält dagegen: „Hier neben der Bühne steht ein E-Auto mit 600 Kilometer Reichweite, dass zudem in 21 Minuten 80 Prozent nachgeladen ist.“ Es sei bedauernswert, so Döllner in Richtung Kubicki, wenn Schleswig-Holstein dafür nicht die richtige Ladeinfrastruktur habe.

9.54 Uhr: Kubicki lässt nicht locker. Wenn er in Schleswig-Holstein unterwegs sei, dann werde das mit dem E-Auto ein Problem, antwortet er auf die Frage, warum er denn kein E-Auto fahren möchte. Er sei viel unterwegs und würde deshalb gern auch am Ziel ankommen, so der FDP-Politiker. Im Winter sei es ja schon ein Problem mit einem E-Fahrzeug von Berlin nach Kiel zu fahren. Hinzu kämen Sicherheitsaspekte. Wenn ihm die Leute erklärten, dass er, wenn er liegen bleibe, keine richtige Hilfe bekäme wegzukommen und zudem die Empfehlung, bei Qualm im Auto möglichst schnell davonzulaufen, dann überzeuge ihn das nicht so sehr. Eine weitere Herausforderung, so Kubicki: „In der Tiefgarage des Bundestags dürfen wir aus Feuerschutzgründen gar keine Ladestationen installieren.“ Wo solle er da auftanken?

9.47 Uhr: Audi-CEO Gernot Döllner mag das nicht auf sich sitzen lassen. „Wir haben eine CO2-Gesetzgebung, die sich nur mit einer bestimmten Elektrifizierungsquote erreichen lässt.“ Kurzfristig gebe es da keine andere konkurrenzfähige Technologie, das funktioniere auch nicht mit E-Fuels. Natürlich sei die Renditesituation bei E-Fahrzeugen aktuell nicht die Gleiche wie bei Verbrennern. Es brauche Skalierung, passende Rohstoffketten, Batterieproduktion im Gigafactory-Maßstab. Dann sei er überzeugt, „dass wir die Margenparität in diesem Jahrzehnt noch sehen“.

9.43 Uhr: FDP-Vize Kubicki will sich zunächst einmal „mit der Frage beschäftigen, ob die absolute Fixierung auf E-Mobiliät eine Zukunft hat“. Er sei da äußerst skeptisch. „Wir werden nach der Europawahl erleben, dass der Verbrennungsmotor eine Zukunft hat.“ Es verwundere ihn, so Kubicki, dass nicht mehr über E-Fuels geredet wird.

9.38 Uhr: Die Auto- und Mobilitätsindustrie steht auf dem ersten Panel des dritten Gipfel-Tages im Mittelpunkt. Es ist prominent besetzt. Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender von Audi, Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und Fabian Piontek, Partner & Managing Director Alix Partners, sprechen auf der Bühne. Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie, ist zugeschaltet.

9.34 Uhr: Ob er Wünsche an die Politik habe, fragt Weimer. Sein größter Wunsch seien „Planungssicherheit und stabile Rahmenbedingungen“, so Döllner. Darüber hinaus seien die hohen Energiepreise ein Standortnachteil. Besonders treibe ihn aber auch um: „Wir brauchen eine Digitalisierungs- und Bildungsinitiative.“

9.30 Uhr: Im Gespräch mit Thorsten Giersch erklärt Matthias Voelkel, CEO der Boerse Stuttgart Group, wie Investitionen in Krypto sicher und einfach für Anleger werden und was unsere Altersvorsorge braucht.

9.22 Uhr: Verleger Wolfram Weimer spricht mit dem CEO von Audi, Gernot Döllner. Letzterer plant trotz Bremsspuren am Markt für E-Autos bis zu Beginn des nächsten Jahrzehnts ein vollelektrisches Fahrzeugportfolio. „Wir sollten uns nicht verunsichern lassen von regionalen Schwankungen“, sagt Döllner. Innovation laufe in Wellen. Die Grundrichtung aber sei klar, „wir werden die Transition zum E-Fahrzeug sehen“. Die Zurückhaltung in der E-Mobilität sei auch ein Stück weit eine deutsche Debatte. „In China haben wir im letzten Jahr 25 Prozent E-Autos im Absatz gehabt.“

9.19 Uhr: Von Sandrart wünscht sich auch einen besseren Dialog zu militärischen Themen. „Wir müssen in Deutschland mehr lernen miteinander zu reden als übereinander“, sagt der Generalleutnant. Die Wirtschaft brauche Sicherheit und umgekehrt.

9.14 Uhr: Tauber möchte vom Militärexperten wissen, was der Begriff „kriegstüchtig“ konkret heißt. „Kriegstüchtig bedeutet, den Willen zum Sieg zu haben“, sagt von Sandrart. „Wir verhindern einen Krieg, wenn Moskau erkennt, dass wir bereit und willens sind. Das dient der Abschreckung.“ Der Kernauftrag sei, den Krieg zu verhindern. Aber auch zu wissen, „wenn wir den Waffengang machen müssen, zu siegen“. Der Abstand zwischen Berlin und der Grenze zur Ukraine sind 600 Kilometer. „Wir sind quasi auch Frontstaat“, sagt von Sandrart.

9.09 Uhr: Bezüglich des Kriegsverlaufs in der Ukraine prognostiziert der Generalleutnant: „Ich erwartete keine entscheidende Entwicklung in die eine oder andere Richtung in diesem Jahr.“ Hinzu komme die Wahrnehmung Estlands, Lettlands und Litauens als Frontstaat, „für diese Nationen ist seit 2014 die Bedrohung physisch greifbar“. „Unsere Freiheit in Deutschland ist an die Integrität der Grenze im Baltikum gebunden“, betont von Sandrart. Deutschland habe sich hier richtigerweise als Führungsnation erwiesen. „Eine Gesellschaft als Ganzes ist durch Russland bedroht.“ Daher müsse man sich als Gesellschaft auch komplett dafür einsetzen. „Wir müssen es gemeinsam tun: Sie im Saal mit mir zusammen!“, appelliert er.

9.04 Uhr: Der General Talk zwischen Generalleutnant Jürgen-Joachim von Sandrart, Kommandeur des Multinationalen Korps Nordost der NATO, und Moderator Peter Tauber, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium a.D. und ehemaliger CDU-Generalsekretär, läuft. Von Sandrart leitet das NATO-Hauptquartier, das seit 25 Jahren im polnischen Stettin aufgestellt ist, bestehend aus 22 Nationen. Dessen Auftrag ist es, so Sandrart, die Verteidigung gegenüber Russland sicherzustellen. Laut Tauber gilt Sandrart als „der General der Zeitenwende“. „Die Zeitenwende begann 2014“, antwortet der Generalleutnant. Daher war er beim zweiten Angriff Russlands „nicht überrascht“. Man sei vorbereitet gewesen. Damit sei jedem klar gewesen, dass wir von der akademischen Betrachtung des Krieges in die Ausführung kamen. „Das macht demütig“, sagt von Sandrart.

9.02 Uhr: Verleger Wolfram Weimer eröffnet den letzten Gipfeltag. „Es wird ein ernster Tag, schon die Nachrichtenlage gibt uns das vor: Israel hat den Iran angegriffen. Die ernsten, militärischen Fragen stehen auch auf unserer Agenda und wir beginnen damit den Tag“, sagt Weimer.

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