Random & Fun Business-Trash-TV: Ich bin ein Prakti, holt mich hier raus!

Business-Trash-TV: Ich bin ein Prakti, holt mich hier raus!

In unserer aktuellen Ausgabe haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir unserem darbendem Mutterhaus RTL ein wenig mit geeigneten Inhalten unter die Arme greifen können. Herausgekommen sind tolle Crossover-Projekte fürs Streaming und TV, die Wirtschaft und Trash miteinander vereinen. Viel Spaß mit unserem ersten Aufschlag: dem Reality-Format „Ich bin ein Prakti – holt mich hier raus!“

Tag 4 im Praktikum einer deutschen Behörde, Live 9:30 Uhr Mitteleuropäische Zeit 

Es herrscht dicke Luft im neuen Großraumbüro. Gestern mussten alle Mitarbeitenden ihre Einzelbüros räumen und das Office eine Etage tiefer beziehen. Jetzt müssen sich die Ureinwohner:innen der Behörde das Büro mit den Praktis teilen. Um die Stimmung aufzuhellen, hat Personal-Peter Kaffee in der Filtermaschine aufgesetzt. Derweil macht der ehemalige Druckbeauftragte Dieter seine Morgengymnastik. Seit nicht mehr viel gedruckt wird, um Papier zu sparen, ist seine Karriere abgestürzt.

Gundula locht Papier, Gertrud liest den neuesten Klatsch und Tratsch im Regionalblättchen. Plötzlich durchbricht der fröhliche Pop-Song „As it was“ von Harry Styles die Stille.

Praktikant Sebastian, der extra eingestellt wurde, um den Internetauftritt der Behörde „flotter“ zu gestalten, schaut mal wieder TikToks. Die Cap und sein Smartphone sind die einzigen Luxusgegenstände, die Sebastian am Arbeitsplatz dabei haben darf. Ansonsten muss er wie die anderen eine lange beige Hose und ein dunkelblaues Oberteil tragen. „Behörden-Style“ nennt das die Gruppe, um witzig zu wirken. 

Schwungvoll öffnet sich die Tür und die beiden Ausbildungsbetreuer Svenja und Jannik betreten mit breitem Grinsen den Raum. 

Svenja: Good morning in the morning. Nett habt ihr es hier in euren neuen Räumen. Die kahlen Wände, richtig gemütlich.

Jannik: Sebastian, wie fühlst du dich heute? Gestern nach deiner Prüfungsaufgabe war dir ja leicht übel. 

Sebastian: Ja kein Wunder bei dem Gestank. Es war wirklich eine Zumutung die Toilette putzen zu müssen, nachdem jemand Dünnschiss von der Kantinenlasagne hatte. 

Jannik: Aber du hast dich ja gaaaanz tapfer geschlagen. Fünf Fleiß-Sterne konntest du sammeln. 

Svenja: Die gute Nachricht ist. Die Behörde hat abgestimmt. Du musst heute nicht nicht zur Fleiß-Prüfung antreten. 

Sebastian: Nicht? 

Svenja: Ja doch. Doppelte Verneinung. Hahahahhahaha. Deine Aufgabe heute heißt: „Telecopier mich Baby”. Sei doch bitte in 10 Minuten im Keller. 

Entsetzte Blicke huschen durch die Gruppe. 

Gundula: Das darf nicht wahr sein! Sebastian, ich glaube du musst ein Fax versenden. Uns haben sie gesagt, die gibt es hier nicht mehr und wir sollen sie nicht verwenden, weil sie überall ausgestorben seien. 

Sebastian: Fax? Was soll das sein? Glaubt ihr, ich schaff das? 

Betretenes Schweigen in der Gruppe. Sebastian tritt den Gang zur Prüfung an. Er hält sich am Gelände fest, geht die Treppen runter. Der Walk of Shame. Nach etlichen Treppenstufen trifft erauf die beiden Ausbildungsbetreuer. Neben ihnen steht auf einem Bürotisch ein seltsames Gerät. 

Svenja: Lieber Sebastian. Deine Aufgabe heute: Du musst ein Fax versenden. Das wars auch schon. Das Wichtigste erklärt dir nun unsere Büro-Seele: Dr. Babs!

Dr. Babs: Hey Sebastian. Schön dich wieder zu sehen. Deine Aufgabe heute ist ganz unspektakulär. Die Praxis des Fax-Sendens haben Mitarbeitende hier ganz lange gemacht, bevor sie auf E-Mails umsteigen mussten. Du musst nur die Papiere in der richtigen Reihenfolge in das Gerät stecken, die richtige Nummer eingeben, die findest du in dem Adressbuch daneben. Das Faxgerät kann dich nicht beißen, du kannst dir auch nicht die Hände verdrehen oder Finger einklemmen. Es ist alles sehr sicher. Viel Erfolg. 

Sebastian: Boah. Das ist das Ekeligste, was ich seit langem gesehen habe. Dieser kleiner Bildschirm. Was ist das? Und die vielen Knöpfe. Und dieser Hörer. So sehen Geräte doch nicht mehr aus. Eh man wie widerlich. Mir wird jetzt schon schlecht. 

Jannik: Sebastian, wenn du die Fleiß-Prüfung bis zum Ende schaffst und 10 Sterne sammelst, darfst du dir als Goodie on top etwas aus dem Snackautomaten aussuchen. Du hast zwei Minuten Zeit. Für jeden Zwischenschritt, den du schaffst, bekommst du zwei Sterne: Papiere sortieren, Adressat im Buch raussuchen, Papiere einlegen, Nummer eingeben und auf „Senden drücken“. Wichtig ist, du darfst die Prüfung nicht abbrechen, sonst sind alle Fleißsterne weg. Und ich wiederhole: Du erhältst etwas aus dem Snackautomaten nur, wenn du das Fax auch erfolgreich abgeschickt hast. 

Svenja: Willst du die Prüfung antreten?

Sebastian: Chaka! 

Jannik: Deine Zeit startet jetzt. 

Sebastian hetzt zum Papierstapel, sortiert alles in die richtige Reihenfolge, legt das Papier rein, sucht die Nummer im Adressbuch raus. Die Blätter und das Buch fallen ihm ab und zu mal runter, vor Hektik und Nervosität, aber sonst sieht es gut aus. Er drückt auf „Senden”. 

Sebastian: Was sind das für Geräusche? Kommen jetzt die Aliens? Was ist das für ein Teufelszeug? Ich habe richtig Angst gerade. Was macht das? Oh Gott, es frisst das Papier. Iiih. Ich glaube ich halte das nicht aus. Was sind das für Geräusche. Warum dauert das so lang? Ihr habt nicht gesagt, dass ich sowas aushalten muss. Ich glaube ich muss die Prüfung abbrechen. 

Svenja und Jannik grinsen. 

Svenja: Dann gibt es nichts vom Snackautomaten. Und du musst die Worte sagen: Ich bin ein Prakti, holt mich hier raus. 

Sebastian: Nein, ich schaff das schon. 

Das Fax ist durch. 

Sebastian: Boah eh. Macht das nie nie nie wieder mit mir. Da esse ich lieber Kantinenlasagne. Aber ging jetzt schneller rum als gedacht, die Prüfung.

Svenja: Dafür darfst du jetzt zum Snackautomaten und dir was aussuchen. 

Sebastian geht zum Snackautomaten. Darin sind nur noch Salamisticks und getrocknete Mangostreifen. Er ist den Tränen nahe. So sehr hatte er sich etwas Süßes gewünscht nach der Prüfung. 

Sebastian: Euer Ernst? Keinen Bock mehr. Ich bin ein Prakti, holt mich hier raaaaaaaaaaaus. 

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