Life & Style Viele Matches, nichts dahinter – Warum Dating-Apps süchtig machen

Viele Matches, nichts dahinter – Warum Dating-Apps süchtig machen

Tinder, Bumble, Lovoo. Dating-Apps sind mittlerweile ein ganz fester Bestandteil bei der Suche nach der großen Liebe. Mehr als jede/jeder fünfte Deutsche hat solche Plattformen bereits genutzt. Doch wie erfolgreich ist die Suche nach der/dem potentiellen Partner/in auf einer solchen App und wieso können Tinder & Co. auch negative Konsequenzen haben?

Dating-Apps haben die Dating-Kultur in Deutschland verändert. Während Menschen sich früher auf Partys oder in einer Bar kennengelernt haben, geschieht das heute häufig über das Internet. Fast 25 Prozent der Deutschen haben ihre/n Partner/in über eine Dating-App kennengelernt. Und das Online-Kennenlernen hat ja auch viele Vorteile: Das Ansprechen fällt leichter als im echten Leben und die Person hat auch im Regelfall zumindest ein grundsätzliches Interesse an einer Beziehung. Außerdem trifft man dort Menschen, denen man sonst wahrscheinlich nie über den Weg gelaufen wäre. Zusätzlich macht das Swipen nach links oder rechts auch einfach Spaß.

Doch genau darin liegt das Problem. Denn Dating-Apps können süchtig machen. Ähnlich wie beim Glücksspiel schüttet das Gehirn Dopamin aus, wenn wir uns nach dem Swipen ein Match erscheint. Davon wollen wir immer mehr. Die scheinbar endlosen Swipe-Möglichkeiten der Dating-Apps und die Unvorhersehbarkeit, ob ein Match kommt oder nicht, kann zum Suchtverhalten führen.

Dazu kann dann auch noch die sogenannte FOMO kommen. Die “Fear of Missing Out” ist in verschiedenen Kontexten ein verbreitetes Phänomen, bei dem wir Angst haben, etwas zu verpassen. Im Bezug auf Dating sind viele mit FOMO konfrontiert, weil sie das Gefühl bekommen, sie könnten ein vermeintlich besseres Match verpassen, wenn sie sich für eine Person entscheiden. Das kann zu Unverbindlichkeit beim Dating und einem ständigen Partnerwechsel führen – stetig auf der Suche nach etwas Besserem.

Doch auch, wenn man von Sucht oder dem Gefühl der FOMO bewahrt bleibt, ist das Online-Dating mit dem Live-Kennenlernen in vielen Hinsichten einfach nicht zu vergleichen. Während wir in der realen Welt sofort den Klang der Stimme oder den Geruch einer Person wahrnehmen, fehlt das beim virtuellen Kennenlernen. Deshalb ist es wohl kein Wunder, dass eine Nutzerin oder ein Nutzer einer Dating-App durchschnittlich fünf verschiedene Personen daten muss, damit eine Beziehung entsteht.

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