Life & Style Die Wahrheit über Deutschlands Sterne-Köche

Die Wahrheit über Deutschlands Sterne-Köche

Sind wir beim Play hard zu geizig geworden oder steht Fine Dining einfach nicht mehr auf unserer Speisekarte? Gerade hat der Guide Michelin seine berühmten Sterne vergeben. 340 Restaurants wurden ausgezeichnet, sechs mehr als jemals zuvor. Was selbst Branchenkenner verwunderte: Wurden Auszeichnungen etwa nur aus Mitleid vergeben? Denn zur Zeit verglühen viele Sterne schneller als sie auf die Kochplatte kommen. Der Pleite-Geier grillt die Haute Cuisine. Der Play hard Tipp zum Wochenende: schnell noch einen Tisch reservieren, bevor für immer abgeräumt wird…

„Wir sind selbst davon überrascht worden, wie gut die deutsche Spitzengastronomie durch die Krise gekommen ist und wie klug die Köche auf die Herausforderungen reagiert haben“, sagt Ralf Flinkenflügel, Chef des Guide Michelin und damit Deutschlands oberster Restaurant-Tester. Immer streng geheim unterwegs, versteht sich. Schön garnierte Worte bei der jährlichen Verleihung der Gastro-Sterne in der Hamburger Handelskammer. Aber die Korken sind den Champagnerflaschen trotzdem im Hals stecken geblieben.

Die FAZ drehte die Michelin Bibel dafür gleich mal durch den Fleischwolf: „Erstaunlich, wie wenig sich die grassierende Krise der Gastronomie, verursacht von Fachkräftemangel, Konjunkturschwäche, Mehrwertsteuererhöhung und hohen Energiekosten, im neuen Michelin widerspiegelt.“ 

Statt einer zu erwartenden Dezimierung der Spitzenküchen also eine neue Rekordzahl von 340 Lokalen mit ein, zwei oder drei Sternen. Aber den Braten hat natürlich jeder dieser Feinstschmecker sofort gerochen. Die Wahrheit: sie ist blutig wie ein Minuten-Steak. Allein in Berlin haben drei Restaurants ihre Sterne freiwillig ausgeknipst. Der Grund: Es gibt Döner-Buden in der Nachbarschaft, die mehr Profit machen. In Leipzig und Köln haben sich zwei weitere 2-Sterne-Restaurants abgemeldet.

Hinter vorgehaltenen Kochmützen verraten die Kochkünstler ihr Erfolglos-Rezept: immer mehr Gäste bleiben einfach weg. Die wirtschaftliche Lage eben. Gespart wird als erstes am Gaumen – nicht an der Quantität, wohl aber an der Qualität.

Neue Gäste kommen vielleicht einmal, weil es sich gut auf Instagram und TikTok macht. Und ziehen dann weiter zum nächsten Social Media Hype. 

Viele Gourmets hätten sich in der Covid-Zeit auch selbst schöne Weinkeller angelegt und teure Hightech-Küchen ausgestattet, dass sie nicht mehr bereit seien, die Preise in den Fine Dining Tempeln zu bezahlen.

Während die Luxus-Branche in Fashion, Watches und Sportwagen die Preise zuletzt nahezu beliebig anziehen konnte, blieb die Küche meist kalt. Jeder Euro mehr wirkt wie ein Esslöffel Salz in der Suppe. Ganz anders als in Frankreich, Italien, Amerika oder Japan. Das Klischee, was die Köche gern an ihre Kellner weitergeben: In Deutschland fährt man mit dem Porsche zu Aldi. In Paris fährt man mit einem alten Citroën ins 3-Sterne-Restaurant, zahlt zu zweit 1000 Euro und bestellt eine schöne Flasche Chateau Pétrus extra.

Also Play Hard: spielen wir mit! Wer fragt: ‘Schatz, wo wollen wir essen gehen?‘. Hier ist die Antwort. Die ultimative Business Punk Top 10. Die zehn besten Restaurants Deutschlands. Frisch ausgezeichnet mit 3 Sternen Michelin.

⭐️ ⭐️ ⭐️ Edip Sigl (ES:SENC, Chiemsee). Ganz neu dabei.

⭐️ ⭐️ ⭐️ Torsten Michel („Schwarzwaldstube“, Baiersbronn)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Claus-Peter Lumpp („Bareiss“, Baiersbronn)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Marco Müller („Rutz“, Berlin)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Kevin Fehling („The Table“, Hamburg)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Christian Bau („Victor‘s Fine Dining“, Perl an der Mosel)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Clemens Rambichler („Sonnora“, Dreis)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Thomas Schanz („schanz.restaurant“, Piesport)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Jan Hartwig („Jan“, München)

⭐️ ⭐️ ⭐️ Sven Elverfeld („Aqua“, Wolfsburg).

So hart die Welt auch ist – diese glorreichen Zehn ziehen es durch. Zahlen wir es ihnen zurück: Let’s play hard!

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