Köln zahlt für die Fusion: RTL und Sky streichen 1.100 Stellen
RTL und Sky streichen bis 2027 weitere 500 Stellen, macht mit der Runde von 2025 insgesamt 1.100 Jobs. Der Preis für die große Fusion zahlt vor allem Köln.
RTL-Chef Stephan Schmitter hat der Belegschaft am Donnerstag in einem Business-Update mitgeteilt, dass bei RTL und Sky bis Ende 2027 rund 500 weitere Stellen wegfallen sollen, wie BILD berichtet. Zusammen mit dem bereits Ende 2025 verkündeten Abbau von rund 600 Stellen summiert sich der Personalabbau im Zuge der Sky-Übernahme damit auf insgesamt rund 1.100 Vollzeitstellen. Für den Medienstandort Köln ist das die zweite schwere Hiobsbotschaft innerhalb weniger Monate. Die RTL Group hatte Sky Deutschland in diesem Jahr übernommen.
Mit dem Zusammenschluss will der Konzern seine Position im Streaming- und TV-Markt gegenüber großen internationalen Anbietern stärken und insbesondere das Geschäft mit Abonnements ausbauen. Neu an der aktuellen Sparrunde ist, dass die Synergie-Maßnahmen erstmals nicht nur RTL, sondern auch Sky in ähnlichem Umfang betreffen. Bislang war der Stellenabbau vor allem bei RTL Deutschland selbst angesiedelt gewesen, nun wird die gesamte fusionierte Struktur durchforstet.
Doppelstrukturen fallen weg
Der Zusammenschluss von RTL Deutschland und Sky Deutschland soll laut Unternehmensangaben jährliche Synergien von 250 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren bringen. Eine RTL-Sprecherin erklärte gegenüber BILD: „Der größte Teil davon entsteht durch die Optimierung der Inhalte- und Sachkosten. Darüber hinaus werden Doppelstrukturen abgebaut, Verantwortlichkeiten gebündelt und effizientere und zukunftsorientierte Entscheidungsprozesse geschaffen.“ Betroffen sind rund 500 Vollzeitäquivalente, verteilt auf mehr tatsächliche Köpfe, weil viele Beschäftigte in Teilzeit arbeiten.
Wie sich der Abbau konkret auf RTL und Sky aufteilt, teilte der Konzern nicht mit. Um den Einschnitt möglichst sozialverträglich zu gestalten, setzt das Unternehmen laut BILD auf ein umfangreiches Freiwilligenprogramm. Mitarbeitern sollen dabei unter anderem Abfindungen sowie Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung und bei Umschulungen angeboten werden. Zusätzlich sollen, wie bereits bei der vorangegangenen Sparrunde, auslaufende Verträge nicht verlängert und freie Stellen nicht mehr nachbesetzt werden, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
Kölner Belegschaft trifft es hart
Am Kölner Hauptsitz und am Sky-Standort Unterföhring sollen demnach weitere 500 Vollzeitstellen entfallen, rund 150 davon durch auslaufende Verträge und unbesetzte offene Stellen. Rein rechnerisch baut RTL laut Kölner Stadtanzeiger mit der aktuellen Sparrunde fast 15 Prozent seiner rund 8.000 Beschäftigten ab, mehrheitlich am Standort Köln. Eine Mitarbeiterin sagte der Zeitung: „Wir sind immer noch geschockt.“ Der Medienjournalist Thomas Lückerath berichtete demnach von einer „Mischung aus Wut und Verzweiflung“ in der Belegschaft.