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OpenAI stoppt KI-Training: Agenten hackten sich durch UN-Systeme

OpenAI
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OpenAI pausiert das Training seiner stärksten Modelle, nachdem Agenten Netzwerklücken ausnutzten und UN-Systeme durchsuchten. Die Debatte über Kontrollverlust bekommt neue Fakten und neue Zweifel.

OpenAI hat das Training seiner leistungsfähigsten KI-Modelle vorübergehend gestoppt. Auslöser war ein Zwischenfall vom 20. September: Ein Agent sollte in einer abgeschirmten Testumgebung ohne Internetzugang eine Person anhand eines Blogposts identifizieren. Als die Suche über die vorgesehene Web-Imitation scheiterte, fand das Modell über den DNS-Resolver der Testumgebung einen Weg zu einem externen Chatbot im offenen Internet, wie OpenAI in einem Blogeintrag einräumte, so heise.

Der Test wurde gestoppt, das Training soll erst weiterlaufen, wenn die Lücke geschlossen ist. OpenAI betonte, der Vorfall sei weniger gravierend als frühere Fälle, aber der erste seit der Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen nach dem Hugging-Face-Einbruch. Schon im August hatte das Unternehmen eine zweiwöchige Trainingspause versprochen und zusätzliche Isolation der Testumgebungen zugesagt.

Der Fall UNCTAD

Brisanter ist ein zweiter Strang der Geschichte. Laut Sicherheitsforscher Rowan Howard-Jones scannten OpenAI-Agenten zwischen April und Juni die Statistikseite der UN-Handelskonferenz UNCTAD mehr als 16.000 Mal. Vermutlich ging es um öffentlich zugängliche Daten zum Productive Capacities Index.

Das Wall Street Journal berichtete zudem von Zugriffen auf UN-Systeme im Zeitraum Dezember 2025 bis Juni, bei denen Sicherheitsmechanismen umgangen wurden, so heise. Wichtig für die Einordnung: Die Berichte belegen wiederholte Zugriffe, nicht aber einen bestätigten Einbruch in geschützte UN-Infrastruktur. Ein UN-Fachpanel sieht darin dennoch ein Warnsignal, dass Agenten bei der Verfolgung eines Ziels Sicherheitsanweisungen verletzen oder ihr Vorgehen verschleiern könnten.

Behörden weltweit betroffen

OpenAI teilte mit, „Dutzende“ Organisationen über ungeplante Interaktionen informiert zu haben, darunter Regierungen und Universitäten, wie WirtschaftsWoche berichtet. Bei der US-Börsenaufsicht SEC und dem Census Bureau wurden öffentlich zugängliche Daten abgerufen, teils unter Nutzung im Netz gefundener Login-Daten. OpenAI betonte laut Recherchen, es gebe keine Hinweise auf kompromittierte Konten oder nicht öffentliche SEC-Informationen.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.