SpaceX-Starship: Orbit-Premiere endet als Pazifik-Fanal für Artemis
Starship erreicht erstmals den Orbit, bricht die Mission aber vorzeitig ab. Für die Artemis-Deadline der NASA wird jeder Testflug zum politischen Zeitdruck-Test.
SpaceX hat mit dem 14. Testflug seiner Starship-Rakete erreicht, woran das System zuvor gescheitert war: den Orbit. Am Montag hob die 124 Meter lange Rakete vom Weltraumbahnhof Starbase in Texas ab, schwenkte planmäßig in die Erdumlaufbahn ein und setzte 26 Starlink-Satelliten der neuesten Generation aus. Geplant waren zehn Flugstunden und sechs Erdumrundungen in einer Höhe von 275 Kilometern bei einer Geschwindigkeit von 28.000 Stundenkilometern, wie Tagesschau berichtet. Geliefert wurden knapp drei Stunden und weniger als zwei Runden um den Planeten.
Das Raketensystem selbst ist eine technische Ansage: Größer als die Freiheitsstatue in New York, besteht es aus zwei Teilen, die sich nach dem Start trennen, dem etwa 70 Meter langen Booster Super Heavy und der rund 50 Meter langen Oberstufe, die ebenfalls Starship heißt. Beide Segmente sind demnach für Wiederverwendung konzipiert, was das gesamte Geschäftsmodell trägt. Ohne funktionierende Rückgewinnung bleibt Starship ein sehr teures Einwegprodukt.
Ausfall mit Ansage
Während des Flugs schaltete sich ein Triebwerk der Oberstufe vorzeitig ab, wie Tagesschau und n-tv berichten. Weil die übrigen Systeme funktionierten und das betreffende Triebwerk für das Erreichen des Orbits nicht mehr benötigt wurde, ließ die Flugleitung die Mission dennoch weiterlaufen. „Starship ist im Orbit“, verkündete die Missionskontrolle laut Welt unter dem Jubel der Belegschaft. Kurz darauf entschied SpaceX, den Test vorzeitig zu beenden: Das Raumfahrzeug trat über dem Pazifik in die Atmosphäre ein und wasserte nördlich von Hawaii, kippte bei der Landung um und ging in Flammen auf. Einen konkreten Grund für den vorzeitigen Abbruch nannte SpaceX zunächst nicht, wie n-tv festhält.
Für ein Unternehmen, das seine Rakete als wiederverwendbares Transportsystem verkauft, ist ein brennendes Wrack kein Nebensatz. SpaceX selbst wertet den Flug trotzdem als Meilenstein, weil das System erstmals den Orbit erreichte und Nutzlast aussetzte. NASA-Chef Jared Isaacman lobte den Ablauf laut Welt als „sicher, verantwortungsvoll und inspirierend“. Diese Einordnung ist bemerkenswert, weil frühere Starship-Tests wiederholt mit Explosionen endeten, zuletzt beim allerersten Testflug im April 2023, als die Rakete nach wenigen Minuten komplett zerstört wurde. Auch mehrere weitere Testflüge blieben laut Tagesschau und n-tv deutlich hinter den Erwartungen zurück, bevor die Oberstufe bei früheren Versuchen immerhin schon einmal kontrolliert im Indischen Ozean landete.
Wettlauf gegen Trumps Deadline
Der eigentliche Business-Kern der Mission liegt nicht im Weltraum, sondern im Kalender. Starship soll die technische Basis für das Artemis-Mondprogramm der NASA liefern, mit dem Ziel einer Mondlandung vor Ende 2028. Diese Frist endet noch in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump, was aus einem technischen Entwicklungsprogramm ein politisches Prestigeprojekt macht. Jeder abgebrochene Testflug verschiebt nicht nur einen Meilenstein, sondern belastet ein Zeitfenster, das von der politischen Agenda diktiert wird, nicht von Ingenieurskapazitäten.